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Trinkwasserverband warnt vor Windrad-Projekt

Dorf Zechlin Trinkwasserverband warnt vor Windrad-Projekt

Schmieröle und Treibstoffe, die für die bei Dorf Zechlin geplanten Windräder benötigt werden, könnten das Trinkwasser belasten. Das befürchtet zumindest der Trink- und Abwasserverband Lindow-Gransee. Auch der Nabu schlägt Alarm. Die Naturschützer sorgen sich um Singschwäne auf dem Großen Zechliner See.

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Die Motoren der Windräder müssen gewartet werden – auch mit Schmierölen.

Quelle: Peter Geisler

Dorf Zechlin. Der Trink- und Abwasserverband Lindow-Gransee (TAV) schlägt Alarm wegen der bei Dorf Zechlin geplanten Windräder. Zwei der sechs Anlagen stünden nach Einschätzung des Verbandes im so genannten Anstrompegel des Wasserwerks Alt Lutterow, sagte Verbandschefin Anke Freitag bei einem Treffen der Linken am Dienstag in Rheinsberg. Zu befürchten sei, dass Öle und Schmier- und Treibstoffe, die für die Motoren der Anlagen benötigt werden, ins Grundwasser gelängen. „Solche Mittel werden nicht in kleinen Döschen abgefüllt.“

Bedenklich ist nach Einschätzung Freitags auch, dass die Betonfundamente der 213 Meter hohen Anlagen tief in den Boden reichen. Auch das könne den Anstrompegel verändern. „In einem solchen Gebiet haben diese Anlagen nichts zu suchen“, sagte Freitag. „Ich habe da Bedenken.“

Verband darf doch noch eine Stellungnahme abgeben

Eigentlich war die Frist, bis zu der Behörden und Anwohner Bedenken gegen die Anlagen formulieren konnten, am 27. Oktober abgelaufen. Der TAV selbst war nicht gehört worden – weil das Landesumweltamt die Betroffenheit des Verbandes zu spät erkannt hatte. Inzwischen hat die Behörde ermöglicht, dass der Verband bis 4. Dezember doch noch eine Stellungnahme abgeben darf. Freitag hat einen Hydrologen aus Potsdam um eine Stellungnahme gebeten. Der Experte soll unter anderem bestätigen, dass zwei der Anlagen im Anstrompegel des Wasserwerks Alt Lutterow liegen.

Kritiker der bei Dorf Zechlin geplanten Anlagen hoffen, mit Freitags Argumentation eine Waffe gegen die Windräder in der Hand zu haben. Sie verweisen auf ein Urteil der Oberverwaltungsgerichtes Hamburg vom Juni, das die Inbetriebnahme von fünf Rotoren in Bergedorf verhindert hatte. Die Anlagen stehen in einem Trinkwasserschutzgebiet. Drohende Umweltverschmutzung durch wassergefährdende Stoffe wie Getriebeöl sei im Genehmigungsverfahren nicht ausreichend gewürdigt worden, argumentierten die Richter.

Nabu würde bei einer Genehmigung der Anlagen klagen

Die Linken hatten sich am Dienstagabend getroffen, um über die Anlagen zu beraten. Bernd Ewert, Vorstandsmitglied im Linken-Regionalverband Rheinsberg-Lindow und Vorsitzender der Nabu-Kreisverbandes Neuruppin, warnte ausdrücklich vor dem Bau der Anlagen. Seit einigen Jahren nutzten immer mehr Singschwäne den Großen Zechliner See in den Wintermonaten als Schlafgewässer. Für sie sind die Anlagen nach Einschätzung des Naturschützers eine Gefahr. Ewert kündigte an, dass der Nabu-Landesverband klagen würde – sollten die Windräder genehmigt werden.

Das Stuttgarter Unternehmen , das die Anlagen bauen will, hatte das Vorkommen der Singschwäne prüfen lassen. Das beauftragte Büro kam zu dem Schluss, dass sich Singschwäne in größerer Zahl für die Wintermonate 2017 belegen lassen, für die Jahre zuvor aber nicht – weil die entsprechenden Daten fehlen. Für Ewert keine akzeptable Begründung. Der Naturschützer zweifelt den Bericht zur Umweltverträglichkeit an. „Es müssen belastbare Daten her“, sagte er. „Wenn feststeht, dass wir hier einen bedeutsamen Rastplatz für den Nordischen Singschwan haben, wäre das Projekt gestorben.“

Von Frauke Herweg

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