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Trödelmarkt auf dem Schulplatz

Neuruppin Trödelmarkt auf dem Schulplatz

Zum wiederholten Mal lockte der Neuruppiner Flohmarkt zahlreiche Anbieter und Besucher an. Etwa 50 Hobby-Händler boten bei bestem Trödelwetter auf dem Schulplatz ihre Waren feil. Geschirr, Spielzeug und vor allem Kinderkleidung wechselten zu günstigen Preise die Besitzer.

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Anke Massör trennt sich von den Spitzendeckchen.

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. Laura Burmeister hat ihr Hab und Gut zusammengetragen und bietet es nun auf dem Neuruppiner Trödelmarkt an. Der Flachbildfernseher ist noch voll funktionstüchtig, die Handtaschen, die sie aus ihrer Kindheit aufbewahrt hat, sind bereits etwas aus der Mode gekommen. Die Mecklenburgerin hat ihre Ausbildung in Rheinsberg abgeschlossen, nun zieht sie nach Nordrhein-Westfalen, dort gibt es besser bezahlte Jobs als in ihrer Heimat. „Das sind alles so Dinge, die man aufhebt, die kann ich nicht alle mitnehmen. So traurig das auch ist“, sagt sie.

Der Neuruppiner Floh- und Trödelmarkt lockte am Sonnabend wieder zahlreiche Besucher an. Rund 50 Stände gab es auf dem Schulplatz mit einer bunten Mischung aus Spielzeug, Kleidung, Geschirr, Spitzendeckchen, alten Steckdosen und Schaltern, Büchern und diversem Hausrat.

Spitzendecken auf DDR-Wäscheständer

Anke Massör drapiert die bestickten Spitzendecken auf einem alten Wäscheständer aus DDR-Zeiten – vermutlich ein Relikt der damals üblichen Konsumgüterproduktion. Bereits zum zweiten Mal versucht die Alt Ruppinerin ihr Glück auf einem Trödelmarkt, mit Geschirr und Wäsche aus dem Hausrat ihrer Mutter. „Es sind ja alles Dinge, an denen viele Erinnerungen hängen. Die kann man doch nicht einfach wegwerfen“, sagt sie. „Es freut mich, wenn ich dann Leute finde, die das Schöne noch nutzen.“

Ersatzteilsuche für den Geschirrschrank

Bereits früh am Morgen ist der Platz vor dem Alten Gymnasium dicht bevölkert. Alte Damen stöbern in Geschirrkisten auf der Suche nach Ersatzteilen für ihr Zwiebelmusterservice. Während junge Mütter die nicht mehr passgerechten Kleidungsstücke ihrer Kinder anbieten, rast der Nachwuchs auf neu erstandenen Rollern zwischen den Ständen umher. Gut, dass es eine Markt-Vorschrift gibt, die Vier-Meter-Gassen zwischen den Ständen vorschreibt. Zur Freude der Kinder, aber manchmal auch zum Ärger der Händler, denen der Platz zu knapp ist. Für einen Neustrelitzer Antiquar heißt es nun, teilweise wieder einpacken oder umsortieren. Neuruppin ist für ihn dennoch ein gutes Trödelpflaster, denn dort brauchen Hobbyanbieter für den Stand nicht zu bezahlen. Also auch für Kinder eine gute Möglichkeit, Spielzeugberge abzubauen und vom Trödel-Erlös Neues anzuschaffen.

Der siebenjährige Ole hat gerade ein Sortiment nagelneuer Matchbox-Autos erstanden, über die sich auch sein achtjähriger Cousin freut, der aus Bayern zu Besuch ist. Der Nachmittag ist gerettet; Langeweile wird nicht aufkommen.

Von Cornelia Felsch

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