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Ostprignitz-Ruppin Trotz Algenwarnung ungetrübter Spaß in Bork
Lokales Ostprignitz-Ruppin Trotz Algenwarnung ungetrübter Spaß in Bork
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00:36 27.07.2015
Baden ist derzeit nicht drin am Borker See, angeln aber schon. Hier sitzen am Wasser (v.l.n.r.): Pascal Giese aus Schönermark, Pia Schlott und Dominik Schulz aus Kyritz, Nils Bohnsack aus Neustadt, Felix Jahnke aus Wusterhausen und Justin Ullrich aus Neustadt – der gleich einen Barsch fangen wird Quelle: Matthias Anke
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Bork

Nils Bohnsack kennt sich aus. Der elfjährige Neustädter, der Mitglied im Anglerverein Dreetz ist, zeigt den anderen Jungs, wie der Hase läuft. Genauer: wie man ordentlich Fische fängt. Nils gehört zu einer schon kleinen Meute, die da derzeit am Ufer des Borker Sees frühmorgens oder abends angeln geht. „Baden können wir hier ja im Moment leider nicht wegen der Blaualgen. Aber die Kinder lassen sich ihren Spaß am Wasser eben nicht nehmen“, sagt Ronny Leßmann vom Betreuerteam des Borker Kinderferienlagers.

Die Teilnehmer des erstes diesjährigen Durchgangs haben ihre erste Ferienwoche nun zu Ende genossen – auch im Wasser. Auf dem Lagergelände wurde schließlich ein Pool aufgebaut für heiße Tage. „Die Algen im See tauchen ja alle paar Jahre immer wieder mal auf“, sagt Leßmann.

An der Badestelle hat das Gesundheitsamt des Landkreises bereits seit Mitte voriger Woche eine Warnung hinterlassen. Die Wasserqualität wird seither täglich kontrolliert. Auf dem Infoblatt für Badegäste ist erklärt, woran die Blaualgen, die Cyanobakterien also, zu erkennen sind: anhand bläulich grüner Trübung des Wassers, Schlierenbildung, Algenteppichen an der Oberfläche und wolkenartiger Verteilung im Wasser. „Vermeiden Sie den Aufenthalt in Bereichen mit sichtbaren Cyanobakterienentwicklungen. Vermeiden Sie, beim Schwimmen Wasser zu schlucken. Kinder und Kleinkinder sind besonders gefährdet“, heißt es, und weiter: „Falls Beschwerden nach dem Baden auftreten sollten, etwa Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Hautreizungen oder Quaddeln, suchen Sie einen Arzt auf und melden Sie dies dem zuständigen Gesundheitsamt.“ Weil Cyanobakterienansammlungen sehr wind- und wetterabhängig sind, kann sich innerhalb weniger Stunden die Situation verändern. Das Gesundheitsamt hat die Überwachung dieser Badestelle daher intensiviert. Auch Hunde und andere warmblütige Tiere sind gefährdet.

Die Ferienkinder, von denen alljährlich fast die Hälfte von ihnen Stammgäste sind, stört das kaum weiter. Sie haben genügend andere Beschäftigungen. Ausflüge stehen auf dem vielseitigen Programm. Und für jeden der drei Durchgänge mit den jeweils bis zu 70 Teilnehmern ist beispielsweise auch ein großer Pizzabacktag im Backhaus des Dorfes eingeplant.

Moritz Braun (l., Sieversdorf), Jannis Krüger (Blumenthal) und Lucas Racko (r.,Wittstock) am Freitag mit ihrer Pizza im Backhaus Quelle: Matthias Anke

Campleiter ist wieder Philip Krüger, der das Ferienlager schon aus seiner eigenen Kindheit in- und auswendig kennt. In den nächsten Durchgängen folgen ihm Silvio Bülau und Christian Niemann. Zusammen mit den anderen Betreuern gibt es ein eingespieltes Team, das nun auch schon seit weit über einem Jahr mit der neuen Betreiberfamilie Tiemeyer zusammenarbeitet. Diese hatte das Areal 2013 vom Kreisbauernverband übernommen und mit der Stadt Kyritz als Grundstückseigner den Pachtvertrag erweitert.

Auch die Bungalows vom einstigen Betriebsferienlager „Blauer Anker“ der Kyritzer Stärkefabrik gehören dazu. Zu DDR-Zeiten wurden in Bork schließlich vier bis fünf Ferienlager parallel durchgeführt. Die Angehörigen verschiedener Betriebe aus der gesamten Region und hauptsächlich aus der Landwirtschaft schickten ihre Kinder damals dorthin.

Bald zehn Jahre Backhaus Bork

Der Pizzabacktag gehört zu den beliebtesten Programmpunkten für die Kinder des Borker Ferienlagers in einem jeden Durchgang. Das Backhaus des Dorfes muss dafür schon am frühen Morgen angeheizt werden. Dabei stehen so einige Borker den Kindern und ihren Betreuern helfend zur Seite. Sie backen darin sonst Kuchen, Braten oder Brot zu allerlei Anlässen.

Das Fachwerkhäuschen wurde vor nunmehr genau zehn Jahren errichtet, wie die Inschrift im Balken über der Tür verrät. Die ehemalige Gemeinde Bork als Bauherr konnte nur noch in diesem Jahr 2005 über ihr letztes eigenes Geld verfügen. Aus dem Bau in Eigenleistungen wäre ohne Spender von Holz, anderem Baumaterial und Transportleistungen nichts geworden.

Begonnen Ende 2004 mit dem ersten Spatenstich, sollten im Jahr darauf Richtfest und bis zum Tag des offenen Denkmals 2006 die Gefache ausgemauert sein. Im anschließenden Frühjahr stand die Eröffnung an. Der Heimatverein Bork-Lellichow bekam dazfür einen neu gebauten Lehmbackofen. Fast zwei Dutzend Ein-Euro-Jobber bauten ihn innerhalb des Projektes „Abenteuer Wald”.

An der Stelle des Backhauses befand sich einst schon ein Buschbackofen, von dem zuletzt nur noch das Fundament übrig war. Dieser Ofen gehörte zum ältesten Gebäude von Bork, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet – der alten Schule. Die Idee dazu hatten Bernhard Bosecker und der Heimatverein um die Vorsitzende Doris Engel.

Von Matthias Anke

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