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Ostprignitz-Ruppin Trotz Behinderung mitmischen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Trotz Behinderung mitmischen
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17:58 21.02.2018
Wie schon 2015 gilt auch bei dem aktuellen Kongress für Menschen mit Behinderung in Rheinsberg das Grundmotto: „Einmischen. Mitmischen. Selbstmachen“ Quelle: Christian Schmettow
Rheinsberg

Zu einer Tagung fahren, sich austauschen, informieren und dann den Input mitnehmen, um im eigenen Umfeld etwas zu bewegen – so läuft das oft bei Entscheidern und Arbeitstätigen ab. „Irgendwann haben wir uns aber gedacht: Warum soll das nur für uns gelten?“, berichtet Uwe Mletzko, Vorsitzender des Bundesverbandes evangelische Behindertenhilfe (BeB), dem rund 600 Einrichtungen angehören. „Warum sollen nicht auch Menschen mit Behinderungen mit klugen Köpfen ins Gespräch kommen, beflügelt werden?“

Genau aus diesem Gedanken heraus ist der Rheinsberger Kongress für Menschen mit Behinderungen des BeB im Jahr 2006 ins Leben gerufen worden, der nun in der fünften Auflage am Sonntag beginnt. Über 230 Teilnehmer mit Handicaps aus ganz Deutschland – davon rund 55 aus Berlin und Brandenburg – sollen dann unter dem Motto „Du + Ich = Wir bewegen Politik!“ im barrierefreien Seehotel Rheinsberg zwei Tage lang von ihren Erfahrungen berichten, sich über Probleme mit Arbeit, Wohnen, Freizeit und gesundheitlicher Versorgung austauschen, aber auch über die großen politischen Themen debattieren. „Der Kongress soll die Menschen für all das, was das Leben ausmacht, stark machen“, so Mletzko. Im Mittelpunkt steht diesmal das Bundesteilhabegesetz, das seit 2017 stufenweise eingeführt wird und bei dem laut BeB noch Nachbesserungs­bedarf besteht. So zum Beispiel dürfe ein Mensch mit Handicap nur dann in einer Werkstatt arbeiten, wenn er dafür als gut genug befunden wird. Alle anderen fallen durchs Raster – und werden erneut ausgeschlossen. „Wir kämpfen seit Jahren dafür, dass sich das ändert“, so der BeB-Chef. Mletzko weiß, dass die Betroffenen ihre Not in dieser, aber auch in anderen Problemlagen besser als jeder andere vor Augen führen können. „Wenn wir als Lobbyisten davon berichten, dann hat es wenig Nachdruck. Wenn ein Mensch mit Behinderung von seiner konkreten Situation spricht, dann fällt es den Politikern oft wie Schuppen von den Augen.“ Er habe diesen Aha-Effekt schon öfter in Rheinsberg erlebt.

Auch jetzt wird es eine Gelegenheit dazu geben, weil Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke am 19. Februar beim Kongress zu Gast ist. „Menschen mit Behinderungen sind in vielerlei Hinsicht Experten“, sagt Woidke, der Schirmherr ist. „Sie können dazu beitragen, Entscheidungen zu treffen, die den Betroffenen wirklich helfen.“

Dass der Kongress in Rheinsberg stattfindet, ist kein Zufall – und ein Glücksfall für die Prinzenstadt. Schließlich wird dadurch nicht allein das Seehotel im tourismusschwachen Februar mit einer gehörigen Gästeschar versorgt, sondern auch andere Unterkünfte. Denn das Hotel – das einzige dieser Größe und mit so ausgeklügelter barrierefreier Einrichtung deutschlandweit, wie Mletzko betont – kann nur 180 Besucher aufnehmen. Der Rest der Gäste und ihre Begleiter übernachten in benachbarten Hotels. Peter Vogt, Direktor des Seehotels, freut sich aber nicht nur über sein ausgebuchtes Haus. Auch inhaltlich passe die Veranstaltung zu seiner Einrichtung „wie die Faust aufs Auge“. „Es geht ja genau um die Themen, mit denen wir uns und unsere Gäste tagtäglich beschäftigen“, so Vogt. Der Kongress, der alle drei Jahre stattfindet, wird passend dazu neben der Aktion Mensch auch von der Fürst-Donnersmarck-Stiftung, die das Hotel betreibt, gefördert.

Von Celina Aniol

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