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Tuchmacherspuren in Wittstock

Stadtrundgang am Denkmaltag Tuchmacherspuren in Wittstock

Auf den Spuren der Tuchmacher wandelten Teilnehmer der Stadtführung am Sonntag in Wittstock beim Tag des offenen Denkmals. Handwerk, Technik und Industrie standen im Mittelpunkt. Stadtsanierer Markus Hennen übernahm die Führung.

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Flächendenkmal Wittstock: Vom Kleinen Graben bietet sich den Besuchern ein guter Blick zur Marienkirche (ganz rechts).

Quelle: Christamaria Ruch

Wittstock. Hinter der Wittstocker Stadtmauer befinden sich 540 Häuser. Sie alle gehören zum Flächendenkmal und viele dieser Gebäude sind mittlerweile saniert. Dabei erzählen diese Häuser nicht nur am Tag des offenen Denkmals Geschichte.

Beim Themenrundgang „Auf den Spuren der Tuchmacher in Wittstock“ richtete Stadtsanierer Markus Hennen am Sonntag den Blick der Besucher auf das einst prägende Tuchmachergewerbe. Denn der diesjährige Denkmaltag stand unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“. Dabei erfuhren die Besucher, welche Geschichten sich außerdem hinter vielen Fassaden verbergen. Die beiden Familien Wegener und Paul prägten nach 1898 als einzige große Tuchmacherfamilien das wirtschaftliche Leben in Wittstock. „1816 wurde die Gewerbefreiheit in Preußen eingeführt. Zu dieser Zeit existierten hier gut 80 Tuchmacherfabrikanten mit mechanischen Webstühlen sowie 220 Tuchmacher mit Handwebstühlen“, so Hennen. Kurfürst Friedrich Wilhelm setzte einen Erlass durch: Demnach sollten fortan in Preußen nur noch inländisch gefertigte Tuche in Umlauf kommen. Dies bedeutete zugleich wirtschaftliche Sicherheit für die Tuchmacher.

Stadtführer Peter Krause und Stadtsanierer Markus Hennen (vl)

Stadtführer Peter Krause und Stadtsanierer Markus Hennen (v.l.).

Quelle: Christamaria Ruch

„Im Zuge einer geschickten Hochzeitspolitik vereinten sich um 1900 die Familien Wegener und Paul. Dann kam auch Emil Quandt aus Pritzwalk mit ins Familienspiel und beherrschte später das Tuchmachergewerbe in Wittstock“, sagte Markus Hennen.

Die Tuche aus Wittstock kleideten das preußische Militär – erst bunte Uniformen und später im Ersten Weltkrieg in feldgrauer Farbe. Friedrich Wilhelm Wegener gründete 1828 das Kontorgebäude in der Kettenstraße 24 bis 26. Seit 2012 befindet sich dort der Sitz der Stadtbibliothek.

Hinter einem Fenster war das Gemälde des Firmengründers Friedrich Wilhelm Wegener zu entdecken

Hinter einem Fenster war das Gemälde des Firmengründers Friedrich Wilhelm Wegener zu entdecken.

Quelle: Christamaria Ruch

In diesem wie in vielen anderen sanierten Häusern der Innenstadt sind „moderne Ansprüche in der alten Bausubstanz vereint“, sagte Hennen. Obwohl am Sonntag ein Blick in das Innere vom Kontor nicht möglich war, konnten die Besucher hinter einem Fenster das Gemälde des Firmengründers Friedrich Wilhelm Wegener entdecken.

Ein Lückenschluss in der Altstadtsanierung wird im Nachbargebäude der Bibliothek vorangetrieben. Dort wird die ehemalige Wegener’sche Tuchfabrik Am Rosenwinkel 2,4,6 und Heiligegeiststraße 20/22 innerhalb eines Modellprojektes zu 21 Wohneinheiten umgebaut. Die Besucher sahen bereits ein saniertes Fenster im Erdgeschoss – es verbirgt sich zum Großteil hinter einer Schutzwand.

Das 1992 verbindlich festgelegte Sanierungsgebiet Altstadt basiert auf der Mitgliedschaft von Wittstock in der Arbeitsgemeinschaft „Historische Stadtkerne“. In diesem Zuge konnten die Gebäude in diesem Gebiet mit 80 Prozent Fördermitteln saniert werden. Viele Straßenzüge wie Kleiner und Großer Graben mit Blick zur Marienkirche sind auch für Hennen der Beweis einer intelligenten Fördermittelvergabe.

Doch auch das Telschow’sche Haus oder die Marienkirche standen am Sonntag für Besucher von Wittstock offen. Freyenstein, Gadow und Rossow öffneten ebenso ihre Gotteshäuser. Die Walkmühle in Dranse stand offen – sie entstand 1705 auf Geheiß der Wittstocker Tuchmachergilde.

Von Christamaria Ruch

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