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Turmbau für die Kirche diskutiert

Tornow Turmbau für die Kirche diskutiert

Erneut war im Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus der Gemeindevertretung Wusterhausen der Turmbau für die Kirche in Tornow ein Thema. Für das Vorhaben würde es wohl sogar Fördermittel geben, allerdings nur, wenn ein Nutzungskonzept vorliegt, das über sakrale Zwecke hinausgeht.

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Gerhard Ganswindt (l.) und Ausschusschef Axel Herrmann entdeckten beim Rundgang durch das Brauereimuseum Interessantes.

Quelle: Foto: Hörmann

Dessow. Die Gemeinde Wusterhausen möge sich auch in den Jahren 2026 bis 2028 an der Mitfinanzierung des Bahnverkehrs auf den Strecken Neustadt–Pritz­walk (RB 73) und Pritzwalk–Meyenburg (RB 74) beteiligen. So lautet die Beschlussempfehlung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus an die Gemeindevertretung. Der Ausschuss tagte am Montag in Dessow.

Gastgeberin war die hiesige Interessengemeinschaft. Margret Peters, Helga Posniak und Ortsvorsteher Gerd Schütte vertraten den eingetragenen Verein, der gemeinnützige Ziele verfolgt. Dazu gehört, in einem eigens eingerichteten kleinen Museum an die Zeit der mehr als 120 Jahre andauernden Brautradition zu erinnern, die es schon lange nicht mehr gibt. Margret Peters stellte die Schau vor und lud anschließend zu einem Rundgang ein.

Das kleine Gotteshaus gehört der Gemeinde

Bei der anschließenden Beratung ging es dann auch um ein Thema, das bereits beim vorherigen Lokaltermin des Ausschusses auf Gut Tornow eine Rolle gespielt hatte – den Umgang mit der Gutskirche. Sie besitzt seit 1965 keinen Turm mehr, soll aber wieder einen bekommen. Obwohl Eigenmittel nach Sammlungen vorhanden sind, wird sich der Bau ohne Fördermittel nicht stemmen lassen. Das kleine Gotteshaus gehört der Gemeinde Wusterhausen, soll aber laut einem Vertrag aus dem Jahre 1969 ausschließlich für religiöse Zwecke genutzt werden.

Auch die Baugenehmigung liegt lange vor, droht aber schon bald zu verfallen. Wer stellt den Fördermittelantrag? Diese Frage hatte bereits Mitte September die Ausschussmitglieder beschäftigt, war aber unbeantwortet geblieben. Der Ball fiel eindeutig ins Feld von Bürgermeister Roman Blank. Der sah sich nicht in der Lage, solange er kein Konzept vorliegen habe, aus dem hervorgehe, wie sich die Kirche über den sakralen Zweck hinaus für weltliche Nutzungen öffne.

Verbale Attacke gegen den Bürgermeister

Die Diskussion am Montag begann nun wie eine Fortsetzung vom September – es gab keinen neuen Stand, was den sachkundigen Einwohner Gerhard Ganswindt zu einer verbalen Attacke gegen den Bürgermeister veranlasste. „In der Kirchengemeinde sitzen doch Laien. Sie sind hier der Profi, der endlichen etwas unternehmen muss“, rief Ganswindt Roman Blank zu.

Der verteidigte sich: „Wenn ich nicht von irgendjemandem einen konkreten Plan der Nutzung bekommen, kann ich nichts machen.“ Schließlich würden die Fördermittel aus dem Leader-Programm für Wirtschaftsförderung ausgereicht. Also brauche es auch ein Projekt, hinter dem „das ganze Dorf stehen müsse“, ähnlich, wie es schon in Barsikow und Segeletz der Fall sei. In beiden Fällen hatte Barbara Linke (SPD) erfolgreich den Weg zu den Finanzen weisen können. Sie soll es nun auch für Tornow richten. Wenn ein tragfähiges Konzept vorliegt, will die Verwaltung den nötigen Antrag ausfüllen, versprach ihr Chef. Der Tornower Gemeindekirchenrat tagt zum Thema am zweiten Advent.

Von Wolfgang Hörmann

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