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„Two in One“ begeisterten mit feinstem Jazz

Wustrau „Two in One“ begeisterten mit feinstem Jazz

Peter Weniger ist ein Virtuose am Saxofon, Peter Fessler einer an der Gitarre und ein Stimmkünstler dazu. Beide gemeinsam werden zum rauschhaften Jazz-Erlebnis „Two in One“ und machen aus berühmten Jazzstandards und Eigenkompositionen gleichermaßen funkelnde Solitäre.

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Geben alles: Peter Weniger und Peter Fessler als „Two in One“.

Quelle: Foto: Buddeke

Wustrau. „Two in one“: Der Name des Duos ist nicht nur dem Umstand geschuldet, dass Gitarrist und Sänger Peter Fessler und Saxofonist Peter Weniger denselben Vornamen tragen. Er beinhaltet auch die Philosophie der beiden Ausnahme-Jazzer: zwei Musiker, die verschmelzen in ihrer Musik. Diesem beglückenden Erlebnis durften am Freitagabend die mehr als 80 Gäste in der Wustrauer Kirche lauschen, die zum Eröffnungskonzert der Wustrauer Sommerfestivitäten zum 555-jährigen Bestehen des Ortes gekommen sind. Beide Musiker sind in der Szene gefragt, Fessler etwa wurde schon von Jazz-Ikone Al Jarreau auf die Bühne geholt, Weniger spielte bereits mit Lionel Ritchie.

Fessler und Weniger kennen sich bereits seit dem Studium und schätzen die Arbeit des anderen – beide verbindet die unbändige Lust am musikalischen Fabulieren und Improvisieren, die ihrem Jazz eine ganz eigene Note gibt. Jazz-Standards, aber auch die Eigenkompositionen Fesslers werden bei ihnen zu etwas aufregendem Neuen, die Noten mit Lust und Experimentiergeist zur kreativen Spielwiese, die Stücke zu funkelnden Solitären.

Peter Fessler entlockt seiner Gitarre ein spanisch anmutendes In­tro – dann hört man einen fremdartigen Ton, der sich Bahn bricht und anschwillt wie eine schwirrende Saite. Schnell wird klar: Peter Fessler ist ein Virtuose in Lautmalerei, seine Stimme, die atemberaubende viereinhalb Oktaven umspannt, kann er klingen lassen, wie man es kaum irgendwo hört: der typische Scatgesang des Jazz, mongolische Obertonmusik, Beatboxing – Fesslers Stimme gibt nahezu alles her. Und ergänzt quasi das Saxofon, aus dem sein Duettpartner in absoluter Hingabe alles herausholt. Etwa bei „Girls of Ipanema“ – einem Klassiker, der quasi den Bossa Nova vorwegnahm, erklärt Fessler, der seine Stimme zum rauschenden Meer werden lässt, kleine Basssequenzen dazwischen sprudelt oder Laute aus seinem Mund entlädt wie ein Tornado. Er singt nicht nur mit dem Mund, sondern mit dem ganzen Gesicht, wälzt die Vokale in den Wangen, speit die Töne in Kaskaden heraus. Fesperanto hat er seine Art zu Singen genannt: ein Wort-Mix aus seinem Namen und der Universal-Sprache Esperanto. Jazzgesang kommt häufig ohne Worte aus, reiht Silben ohne Sinn aneinander, bis die Stimme zum universellen Instrument wird. Fessler ist ein Meister darin – das Publikum weiß es zu würdigen. Am Ende gibt es viel Applaus und Bravo-Rufe.

Von Regine Buddeke

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