Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Von Chicago an die Dosse
Lokales Ostprignitz-Ruppin Von Chicago an die Dosse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:17 26.07.2015
Sänger Jared Levin (3.v.l.) mit seiner Schweser Aubrey zu Gast bei Katrin Gaede (2.v.r.) und Ingo Havemann (l.). Rechts: Tochter Katja. Quelle: Björn Wagener
Anzeige
Wittstock

Jared Levin hat einen Plan: Im nächsten Jahr will er für einige Monate nach Wittstock kommen, um von hier aus seine Gesangskarriere anzukurbeln. Dem 27-jährigen Mann aus Chicago ist die Dossestadt seit dem vergangenen Jahr nicht ganz fremd. Denn im Sommer 2014 gastierte er mit dem Blue Lake International Symphony Orchestra in der Wittstocker St.-Marien-Kirche. Das Erlebnis hinterließ einen bleibenden Eindruck: Noch jetzt schwärmt er von der „super Atmosphäre“, die hier geherrscht habe. Und damit meint er nicht nur den gelungenen Auftritt, die Akustik und das begeisterte Publikum. Denn Jared wohnte damals gemeinsam mit Zachery Vanderburg bei Katrin Gaede und Ingo Havemann in Wittstock. Die beiden Sänger – Jared, der Bass und Zachery, der Tenor – waren die Hauptakteure, die als einzige auch Solopassagen zu Gehör brachten. Es waren zwar nur wenige Tage, die die beiden damals wegen des Konzertes in Wittstock verbrachten, aber die Zeit genügte, um sich mit den Gastgebern anzufreunden. Schließlich seien längst nicht alle Unterkünfte auf den Konzertreisen so toll und die Begegnungen mit den Gastgebern so nett wie in Wittstock, sagt Jared, der noch im vergangenen Jahr fast kein Deutsch sprach, sich aber schon gut in dieser Sprache verständigen kann.

Der Blue-Lake-Chor kommt immer wieder nach Deutschland, hier in Rheinsberg. Quelle: Peter Geisler

Dass er jetzt wieder auf der Terrasse von Katrin Gaede und Ingo Havemann sitzt, hat einen einfachen Grund: Nachdem er damals wieder abgereist war, blieb der Kontakt zu den Wittstocker Gastgebern via Skype erhalten. Und als er in diesem Jahr die vierwöchige Sommerkonzerttour mit dem Blue-Lake-Chor beendet hatte, kam er wieder zu ihnen zu Besuch, gemeinsam mit seiner Schwester Aubrey (23). Von vergangenem Sonnabend bis zum Mittwoch blieben sie in Wittstock. Gemeinsam wurde viel unternommen – unter anderem eine Quadfahrt oder auch ein Museumsbesuch. In einem Restaurant aß Jared zum ersten Mal in seinem Leben ein Eisbein, das er liebevoll „Schweineknie“ nennt. Darüber kann Ingo Havemann immer noch herzlich lachen. „Mit einem Gast wie Jared lernt man die Region viel besser kennen, weil man Orte besucht, die man allein nicht besuchen würde“, sagt er und zückt sein Smartphone. Ein kleiner Film zeigt Jared bei einer Kanufahrt in Flecken Zechlin, als er seine Stimme übers Wasser schmettern ließ. „Singen ist mein Leben“, sagt er. Doch in den USA gebe es weit weniger Chancen, mit diesem Talent seinen Lebensunterhalt zu verdienen als in Deutschland. Ingo Havemann berichtet, dass die jungen Leute des Blue-Lake-Chores jeweils 6000 Dollar hätten zahlen müssen, um bei der Tour durch mehrere Länder dabei sein zu dürfen. Lediglich für die beiden Hauptakteure Jared und Zachery sei die Konzerttour kostenlos gewesen. Jared berichtet, dass er in Arizona als Musiklehrer für zehn Dollar die Stunde gearbeitet habe, inklusive einer langen Anfahrt. Er lebt in Chicago. Doch im nächsten Jahr will er wieder zu seinen Wittstocker Gastgebern kommen, dann allerdings nicht nur zum Spaß. Vielmehr möchte der Sänger die Unterkunft als „Homebase“ nutzen, um von hier aus auf musikalische Jobsuche zu gehen.

Die zentrale Lage Wittstocks zwischen den Metropolen Berlin und Hamburg sei bei seiner Suche von Vorteil. „Von Hause aus bin ich Jazz-Sänger, aber ich könnte auch in einem Opernhaus, einem Musical, als Agent oder Musiklehrer arbeiten“, sagt Jared, der singt, seit er acht Jahre alt ist und inzwischen in Kanada seinen Masters-Abschluss in Opern-Gesang absolvierte.

Deutschland sieht er als Mekka für Opernsänger. Schon wegen der vielen alten Kirchen, die oft für eine wunderbare Akustik sorgten. Der flippige Amerikaner ist begeistert von Deutschland. „Wir haben viel Platz, aber nur wenig Kultur und Historie. Allein eure Kirche in Wittstock ist älter als Amerika, nur die Kirche! Das ist nicht nur cool, das ist soo cool“, schwärmt er, lächelt verschmitzt und breitet die Hände dabei aus, um das alles noch zu bekräftigen.

Wenn es nächstes Jahr noch mit einem passenden Job klappen würde, wäre das für ihn wohl am allercoolsten.

Von Björn Wagener

Die Theaterpädagogin Claudia Stricker leitet im Gantikower Gutshaus ein Theatercamp mit 30 Kindern und Jugendlichen aus der Region und von weiter weg an. Eine Woche lang entwickeln die Teilnehmer gemeinsam ein Theaterstück. Sie bauen Requisiten, nähen Kostüme und proben für die Auftritte am Sonnabend und Sonntag.

26.07.2015
Ostprignitz-Ruppin WG für Senioren in Wittstock - Jeder für sich und alle gemeinsam

Drei Senioren-Wohngemeinschaften entstanden seit 2009 im jüngsten Wittstocker Wohngebiet Rote Mühle. In der Albrecht-Dürer-Straße 1 und in der Beethovenstraße 5 können je sechs Rentner wohnen und in der Schumannstraße 4 sind es sogar acht Zimmer. Derzeit sind vier der insgesamt 20 Plätze frei.

26.07.2015
Ostprignitz-Ruppin Hengstparaden des Brandenburgischen Haupt- und Landgestüts - Aufmarsch der Legenden in Neustadt

„Vollkommenheit und Eleganz, dies sind die Attribute, die den Zuchthengsten unseres Gestütes zuerkannt werden, wenn sie auf dem Paradeplatz die Herzen der Zuschauer gewinnen.“ So wirbt die Stiftung Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt für die Hengstparaden. Doch an allen drei Wochenenden gibt es auf dem Gestütsgelände noch viel mehr zu erleben.

23.07.2015
Anzeige