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Ostprignitz-Ruppin Über 1000 KTG-Gläubiger verlieren ihr Geld
Lokales Ostprignitz-Ruppin Über 1000 KTG-Gläubiger verlieren ihr Geld
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02:15 13.02.2017
Zum Unternehmen KTG Energie gehören deutschlandweit 21 Biogasanlagen, darunter auch die in Wuthenow bei Neuruppin. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Es war nur ein Satz, den Richter Lars Kuhnert am Freitag im Amtsgericht Neuruppin zu verlesen hatte – aber dieser hat enorme Auswirkungen. Denn das Gericht hat den Insolvenzplan für das deutschlandweit tätige Biogasunternehmen KTG Energie bestätigt. Mehr als 1000 Gläubiger verlieren damit das Gros ihres Geldes, das sie in das Unternehmen gesteckt haben. Laut MAZ-Informationen handelt es sich um mehr als 30 Millionen Euro, die das Unternehmen „verbrannt“ hat. Statt einer versprochenen Rendite von 7,25 Prozent erhalten die sogenannten Anlagegläubiger deshalb lediglich 2,94 Prozent ihres Einsatzes zurück.

Gläubiger wollen Beschwerde einlegen

Angesichts dieser trüben Aussichten war vor einer Woche in der Neuruppiner Pfarrkirche heftig über den Insolvenzplan gestritten worden. Nach knapp zehnstündiger Beratung hatten schließlich vier von fünf Gruppen dem Papier zugestimmt – darunter die Aktionäre von KTG Energie, die Gruppe der Arbeitnehmer, die der öffentlich-rechtlichen Träger (dazu gehört das Arbeitsamt) und die der sonstigen Gläubiger. Allein die Anleihegläubiger waren mit großer Mehrheit gegen den Insolvenzplan. Mehrere von ihnen hatten bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie Beschwerde gegen den Beschluss des Neuruppiner Amtsgerichtes einlegen werden, wenn das Gericht das Papier bestätigt.

Grund: Die KTG Energie ist zwar insolvent und hat Schulden, die auf 130 Millionen Euro beziffert werden. Doch schätzen Gutachter den Wert des Unternehmens, das deutschlandweit 21 Biogasanlagen betreibt, darunter in Wuthenow, Perleberg, Putlitz und Vehlefanz, derzeit auf rund 180 Millionen Euro. Denn für die Biogasanlagen gibt es vom Staat garantierte Einspeisevergütungen über 20 Jahre. Gläubiger rechnen deshalb in den nächsten Jahren mit Überschüssen von insgesamt rund 300 Millionen Euro.

KTG-Vorstand: Ich bin nicht überrascht, aber zufrieden

Gerrit Hölzle vom Vorstand des Unternehmens KTG Energie ging am Freitag davon aus, dass die angekündigten Beschwerden auch eingereicht werden. Dennoch blieb Hölzle ruhig. Der Rechtsanwalt aus Bremen vermutet, dass das Neuruppiner Landgericht bei einer Prüfung des Insolvenzplanes zu keinem anderen Ergebnis kommen wird. Die Alternative wäre laut Hölzle, dass alle Biogasunternehmen, die Tochterfirmen der KTG Energie sind, einzeln abgewickelt werden. Dann würden die Gläubiger nicht einmal die knapp drei Prozent ihres Geldes zurückerhalten. Die Entscheidung des Amtsgerichtes nahm Hölzle gelassen auf. „Ich bin nicht überrascht, aber zufrieden.“

Beschwerden gegen die Entscheidung des Amtsgerichtes können innerhalb von zwei Wochen nur Gläubiger einreichen, die bei der Versammlung in der Pfarrkirche gegen den Insolvenzplan gestimmt haben. Trotz der prekären Lage arbeitet KTG Energie derzeit weiter.

Von Andreas Vogel

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