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Über 800 Menschen beim Kyritzer Friedenslauf

Mit wehenden Fahnen Über 800 Menschen beim Kyritzer Friedenslauf

Nie war das Motto des Kyritzer „Laufs für Frieden und Toleranz“ aktueller als dieses Mal. Darin waren sich die Organisatoren angesichts der Flüchtlingskrise einig. Zu den 805 Läufern, die insgesamt mehr als 5000 Runden und damit etwa 2000 Kilometer schafften, zählten auch acht junge Männer aus Eritrea. Sie kamen eigens für den Lauf aus dem Heim in Wusterhausen dazu.

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Nach ihrem Lauf durch die Stadt kamen die Schüler auf dem Sportplatz an.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Zum 13. Mal liefen die Kyritzer am Freitag auf dem Sportplatz hinter dem Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium und der Carl-Diercke-Oberschule Runde um Runde, um damit ein sportliches Zeichen für Frieden und Toleranz zu setzen. „In all den Jahren haben wir politisch eine Menge erlebt. Aber nie war das Motto dichter an der Realität wie jetzt“, sagte der Lehrer Thomas Settgast als Moderator zur Eröffnung dieser Veranstaltung am Freitagvormittag, und zwar mit Blick auf die Flüchtlingskrise. Und ganz besonders mit Blick auf acht Eritreer, die mitliefen.

Die aus dem nordostafrikanischen Eritrea geflohenen jungen Männer waren eigens aus dem Heim in Wusterhausen gekommen, in dem sie nunmehr leben, und stellten sich kurz vor. Begleitet wurden sie dabei von Gymnasiasten, die ihnen die Aktion erklärten und auch dolmetschten. „Wir sollten die Flüchtlinge mit offenen Armen aufnehmen, solidarisch sein, bereit sein zu teilen“, forderte Thomas Settgast via Mikrofon.

Unterdessen sammelten Schülerinnen Spenden. Schließlich war auch am Rande der Bahn wieder eine Menge los. Das Deutsche Rote Kreuz, das Brandschutzmobil des Kreisfeuerwehrverbandes, mehrere Aktionen der Brandenburgischen Sportjugend samt Hüpfburg sowie viele weitere Stationen machten den Tag zu einem regelrechten Fest.

Und bei diesem hatten bis zum Nachmittag gut 1000 Gäste ihre Freude. Von ihnen machten sich 805 als Läufer auf die Bahn – nicht nur aus Schulen und Kindergärten, sondern aus sämtlichen Einrichtungen und Vereinen der Stadt. Insgesamt schafften sie mehr als 5000 Runden und damit etwa 2000 Kilometer. Damit wurde auch dieser nunmehr 13. Friedens- und Toleranzlauf zu einem Erfolg.

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Seit 13 Jahren gibt es in Kyritz den Lauf für Frieden und Toleranz. In diesem Jahr ist sein Motto angesichts der Flüchtlingskrise so aktuell wie nie zuvor. Jeder, der mitlief, setzte ein Zeichen.

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Als einst damit begonnen wurde, ließen sich zwar noch bis zu 4000 Gäste zählen, davon etwa 1500 Läufer plus Schaulustige. Doch seit fünf Jahren dauert die Aktion nur noch acht statt 24 Stunden. Dafür ist die Beteiligung aus Sicht der Organisatoren um Settgast „sehr ordentlich“. Mittels Sport ein Zeichen zu setzen, ist seit 2003 eine gute Sache in der Stadt, die damals eine von zehn Etappenstädten eines 24-Stunden-Laufs rund um den Weltfriedenstag war.

Einer der Läufer, die traditionell immer dabei waren, fiel dieses Mal jedoch aus. Er ließ mit traurigem Unterton aber alle Teilnehmer über Thomas Settgast grüßen – von seinem Grippe-Krankenbett aus: Ostprignitz-Ruppins Landrat Ralf Reinhardt. Er war einst selbst Schüler des Jahn-Gymnasiums.

Dafür schaffte es neben den Leitern aller Einrichtungen, wie Schuldirektoren samt Lehrern, auch die gesamte Kyritzer Stadtverwaltungsspitze, sich aus ihren Bürostühlen zu erheben und in Sportklamotten zu werfen. Michael Köhn (Kämmerer, Hauptamtsleiter), Veronika Lausch (Amtsleiterin für Bildung und Soziales), Angela Schulz (Bauamtschefin) und auch Bürgermeisterin Nora Görke setzten damit ebenso Runde um Runde ungezählte Zeichen für mehr Toleranz und Frieden auf dieser Welt – von der sich jeder erhofft, dass sie bis zum nächsten Lauf 2016 doch wieder etwas friedlicher sein wird.

Von Matthias Anke

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