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Ostprignitz-Ruppin Über Betrügereien in Neuruppin informiert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Über Betrügereien in Neuruppin informiert
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02:16 22.08.2015
Polizistin Astrid Schölzel hatte Erwin Blaschke als Verstärkung dabei. Der plüschige Senior erzählte, wie er Opfer des Enkeltricks wurde. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Wer nicht gerade bei der Bundesdruckerei arbeitet, der kommt schon mal ins Schwitzen, wenn er ungewohnt große Mengen Bargeld durch die Gegend trägt. Entsprechend groß ist die Erleichterung, sobald die Banknoten heil zuhause angekommen sind. Doch genau in dieser Situation schlagen Betrüger seit einiger Zeit zu, berichtet Astrid Schölzel von der Polizei Neuruppin.

Die Masche der Kriminellen: Sie rufen denjenigen an, den sie vorher beim Geld abheben beobachtet haben, und erzählen, dass Falschgeld im Umlauf sei. Ein Bankmitarbeiter müsse daher die Geldscheine zur Untersuchung abholen. Kurz darauf steht der vermeintliche Angestellte des Kreditinstituts vor der Haustür und lässt sich – so das potenzielle Opfer nicht misstrauisch geworden ist – das Geld aushändigen. Im Gegenzug stellt der falsche Banker eine Quittung aus und versichert, das Geld lasse sich bei der Bank wieder abholen. Doch natürlich türmt der Betrüger mit der Beute und in der Bank hat man für den Inhaber der falschen Quittung statt des Geldes nur Mitleid übrig.

Betrüger suchen sich bevorzugt Senioren aus

Es klingt simpel und doch fallen immer wieder gerade ältere Menschen auf diese und ähnliche Maschen herein, sagt Schölzel. Sie seien nicht per se häufiger von Betrugsdelikten betroffen als andere Altersgruppen, aber ihre Hilfsbereitschaft würde ihnen häufig zum Verhängnis. „Die Betrüger suchen sich bevorzugt Senioren als potenzielle Opfer, weil diese Altersgruppe noch an das Gute im Menschen glaubt“, so Schölzel.

Sobald bestimmte Formen der Abzocke bekannt geworden sind, ändern die Betrüger ihr Vorgehen. „Eine unbekannte Frau klingelt bei ihnen und bittet in gebrochenem Deutsch um einen Zettel, um der Nachbarin eine Nachricht dazulassen“, schildert Schölzel einen weiteren Fall. Wer der Bitte nachkommt und nach Zettel und Stift sucht, werde gebeten, den Text doch gleich selbst zu schreiben – weil er besser Deutsch spreche. „Sie versuchen die Aufmerksamkeit der Senioren zu binden“, sagt Schölzel. Derweil durchforste ein weiterer Täter die Räume und nehme mit, was zu holen sei.

Auch Wohnungseinbrüche fänden heute nicht mehr nachts im Sucherlicht von Taschenlampen, sondern in zwei Dritteln aller Fälle am helllichten Tag statt. Der krasseste Fall, der der Polizistin untergekommen ist: Eine als Umzugshelfer verkleidete Truppe räumte mitten am Tag ein komplettes Haus leer. „Die haben sogar die Gardinenstangen mitgenommen.“

Mit großem Interesse verfolgten gut 30 Senioren am Mittwoch die Ausführungen Schölzels im Haus der Begegnung in Neuruppin. Die skrupellosesten Taten fänden derzeit auf Friedhöfen statt, warnt die Beamtin. Es sei vorgekommen, dass Angehörigen bei der Pflege von Gräbern die Kette vom Hals gerissen wurde. „Das ist die unterste Schublade“, so Schölzel.

Von Mischa Karth

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