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Überlebender: „Niemals wieder dieses“

Gedenken an Todesmarsch im Belower Wald Überlebender: „Niemals wieder dieses“

Vor 71 Jahren kampierten tausende Häftlinge aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen im Belower Wald. Ein kurzer Zwischenstopp auf einem Todesmarsch Richtung Nordwesten, den knapp 1000 Menschen nicht überlebten. Am Freitag wurde der Befreiung des Lagers im Belower Wald gedacht, wobei Überlebende deutliche Worte für die heutige Generation fanden.

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Marcel Suillerot (Mitte) hatte den Marsch überlebt und sprach zu den Gästen.

Quelle: Christian Bark

Below. Als er am 26. April 1945 im Wald bei Below mit hunderten anderen Häftlingen aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen ankam, hatte der Franzose Marcel Suillerot bereits einen fünftägigen Fußmarsch des Grauens hinter sich. „Zwei Kameraden, die nicht mehr weiterkonnten, wurden durch Kopfschuss von der SS getötet“, erzählte der heute 93-Jährige den rund 100 Gästen auf der Gedenkveranstaltung im Belower Wald zur Befreiung des Lagers Sachsenhausen am Freitagnachmittag.

Mit Suillerot waren noch zwei weitere, mittlerweile hochbetagte, Überlebende des Todesmarsches zur Gedenkstätte nach Below gekommen. Von den rund 30 000 Häftlingen, die auf den Todesmarsch in Richtung Nordwesten geschickt worden waren, haben knapp 1000 nicht überlebt. Suillerot selbst sei am 4. Mai in Mecklenburg von den heranrückenden Sowjets befreit worden. „Niemals wieder dieses“, so die mahnenden Worte des Franzosen an die junge Generation.

Blumen für die Opfer von Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann (rechts) und Stadtverordnetenvorsitzenden Burkhard Schultz

Blumen für die Opfer von Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann (rechts) und Stadtverordnetenvorsitzenden Burkhard Schultz.

Quelle: Christian Bark

Die hatte an diesem Freitag Gelegenheit, mit Suillerot und anderen Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen. Die Wittstocker SPD-Abgeordnete im Brandenburger Landtag, Ina Muhß, hob in ihrer Rede die Wirkung der Gedenkstätte im Belower Wald als Austauschort zwischen der jungen und der alten Generation hervor. Das Land werde auch weiterhin die Arbeit dieser und weiterer Gedenkstätten unterstützen. Die Aufarbeitung der historischen Geschehnisse zeige zugleich den Willen des Landes, Verantwortung für die Gräueltaten von damals übernehmen zu wollen. „Die Häftlinge, die hier zu tausenden kampieren mussten, haben ihre Spuren hinterlassen“, verwies Muhß auf Einritzungen in Bäumen. Dies seien Spuren der Erinnerung und der Mahnung zugleich.

In dem Zusammenhang erinnerte die Landtagsabgeordnete an Krieg, Vertreibung und Flucht in unserer heutigen Zeit. „Nur ein Bruchteil dieser Flüchtlinge findet bei uns Aufnahme“, sagte sie und forderte die Menschen im Land zu mehr Verständnis und Toleranz für die Flüchtlinge auf.

Von Christian Bark

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