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Überraschungsfund in Wuthenow

Bauleute entdecken Schatulle im Kirchenkreuz Überraschungsfund in Wuthenow

Dachdecker Axel Gollasch ist offenbar wenig neugierig. Nachdem er in einem Kreuz der Wuthenower Kirche eine Schatulle entdeckt hatte, ließ es das Gefäß über Monate ungeöffnet. Erst vor Kurzem übergab er die Schatulle Vertretern der Kirchengemeinde, die in der Schatulle ein Pergament mit altdeutscher Schrift fanden.

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René Daebel von der Dachdeckerfirma Keuf aus Zehlendorf bei Oranienburg unterm Dach der Kirche.

Wuthenow. Es war ein Überraschungsfund. Als Dachdeckmeister Axel Gollasch im Frühjahr zu Beginn der Sanierungsarbeiten am Wuthenower Kirchendach das große Kreuz abnahm, fiel ihm eine silberne Schatulle entgegen. Darin eingerollt: ein Pergament mit einem Text in altdeutscher Schrift. Die Bauherren beschreiben darin die Entstehungsgeschichte der 1836/37 erbauten Kirche. Zugleich danken sie den Regierenden ihrer Zeit – in Wuthenow hatte man den Bau eines Kirchturms erlaubt, in Krangen dagegen nicht.

Erst vor Kurzem hatte die Kirchengemeinde von der Schatulle im Kupferkreuz erfahren. Denn Gollasch hatte das Zinkgefäß aufbewahrt und jetzt erst – vor Abschluss der Dacharbeiten – ungeöffnet weitergegeben. Der Wuthenower Lutz Püschel öffnete schließlich das Gefäß. Gemeinsam mit anderen versuchte er den Text zu entziffern. Dass Dokumente in Kirchturmkugeln versteckt seien, sei durchaus üblich, sagen sie übereinstimmend. In einem Kreuz ist ein solcher Fund jedoch ungewöhnlich.

Am Donnerstag werden die Bauleute das Kreuz zurück aufs Dach setzen. In seinem Inneren wird die silberfarbene Schatulle wieder versteckt sein. Pfarrerin Ilona Kretzschmar und die Mitglieder des Ortskirchenrates geben eine weitere Schatulle dazu – ein schlankes Kupfergefäß mit einem Text zu den aktuellen Bauarbeiten und der Kirchengemeinde.

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Dachdecker Uwe Zickerick wird die Kreuze wieder auf dem Kirchendach montieren.

Quelle: Peter Geisler

Im April hatten die Sanierungsarbeiten am Wuthenower Kirchendach begonnen. Weil die zu DDR-Zeiten verlegten Beton-Ziegel porös geworden waren, hatte es immer wieder durchgeregnet – Schwamm zerfraß Teile des Gebälks. Allerdings waren die Schäden nicht so groß wie befürchtet. „Die negativen Überraschungen blieben aus“, sagt Ilona Kretzschmar. So konnten die Bauleute noch den eigentlich für später geplanten zweiten Bauabschnitt – den Turm – in Angriff nehmen. Auch die kleinen Dächer am Turm sind inzwischen mit roten Tonziegeln gedeckt.

Wann die Arbeiten an der Wuthenower Kirche abgeschlossen sind, ist noch offen. Denn am stark beschädigten Kreuz des Turms und seiner Einfassung ist noch einigens zu machen. Derzeit müssen die Maurer den Putz im Inneren des Turms ausbessern. Auch die Maler haben im Inneren der Kirche noch zu tun. In den vergangenen Wochen hatten Handwerker die ebenfalls zu DDR-Zeiten eingezogene Zwischendecke entfernt. Die Holzbalken der Decke sind wieder zu sehen.

Wände werden künftig wohl nicht mehr ganz so rosa sein

Am Ende sollen die Decke in einem hellen Grau und die Wände in einem Rosa erstrahlen. „Der Restaurator und der Maler müssen sich noch absprechen“, sagt Kretzschmar. „Wahrscheinlich sind die Wände künftig nicht mehr ganz so kräftig rosa, wie wir sie mal hatten.“ Nach bisherigen Berechnungen werden die Arbeiten etwa 250 000 Euro kosten. Der größte Teil dieser Summe – rund 109 000 Euro – stammt aus dem sogenannten Staatskirchenvertrag. Auch die Landeskirche, der Kirchenkreis, die Stiftung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland und die Wuthenower Kirchengemeinde geben Geld dazu.

Die silberne Schatulle ist in diesem Sommer nicht zum ersten Mal geöffnet worden. Als die Kirche zu DDR-Zeiten saniert wurde, müssen Bauarbeiter sie schon einmal aufgezogen haben. Püschel entdeckte neben dem noch gut erhaltenen Pergament aus dem 19. Jahrhundert auch noch etwas DDR-Geld. „Alu-Chips“, sagt Püschel. „Zwei Fünfer und einen Zehner.“

Von Frauke Herweg

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