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Übers Geld für „Schöller“ diskutiert

Kyritz Übers Geld für „Schöller“ diskutiert

Der Kyritzer Ausschuss für Wirtschaft und Kultur spricht sich einhellig für eine längerfristige Unterstützung der „Schöller-Festspiele“ aus. Gut die Hälfte des Budgets des jährlichen Komödienfestivals in der Prignitz stammt aus öffentlichen Kassen.

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Im verregneten Sommer 2017 fanden nur 1300 Zuschauer zu den Vorstellungen der „Schöller-Festspiele“. Auf 1800 hatte man gehofft.

Quelle: Beckmann

Kyritz. Soll die Stadt Kyritz die „Schöller-Festspiele“ längerfristig finanziell unterstützen? Diese Frage beschäftigt derzeit die Stadtverordneten. Der Wirtschafts- und Kulturausschuss sprach sich bei seiner jüngsten Sitzung für solch einen jährlichen Zuschuss aus. Ganz ohne Diskussion ging das nicht ab.

Konkret geht es um 14 000 Euro, mit denen die Kommunen Kyritz, Wusterhausen und Gumtow sowie das Amt Neustadt das mehrtägige Komödienfestival Jahr für Jahr unterstützen. Weitere öffentliche Gelder kommen vom Land (28 000 Euro) und vom Landkreis (9000 Euro). Weitere Einnahmen erzielt das Festival aus dem Sponsoring (24 000 Euro) und aus Eintrittsgeldern (18 000 Euro). Insgesamt ergab sich so für die 2017er Saison ein Budget von rund 93 000 Euro.

Auch Sponsorengelder und Spenden gehören zu den Einnahmen

Das ist ganz schön viel Geld, fand der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Franz J. Conraths (Fraktion Kyritz Land/Grüne): „Ich hab so ein bisschen den Eindruck, dass die Veranstalter der Schöller-Festspiele sich in die Hängematte der öffentlichen Förderung legen.“ Schließlich würden nur 20 Prozent des Budgets von den Eintrittsgeldern gedeckt.

Bürgermeisterin Nora Görke widersprach und verwies zum einen darauf, dass 2017 wetterbedingt ein miserables Jahr für Freiluftveranstaltungen aller Art gewesen sei. Statt der erwarteten 1800 Besucher kamen nur 1300 zu „Schöller“. Zum anderen gehörten ja auch Sponsorengelder und Spenden durchaus zu den Einnahmen. Damit mache die öffentliche Förderung also 55 Prozent der Gesamtausgaben aus. Und das sei im Bereich Theater ein üblicher Wert.

„Kultur ist sicherlich immer auf Zuschüsse angewiesen“, gab auch Thomas Michaelis (SPD) zu bedenken. „Sonst funktioniert das nicht.“ Wie sicher seien die Zuschüsse von Land und Kreis denn überhaupt, wollte er wissen.

Eine hundertprozentige Gewissheit bestehe da nie, erklärte die Bürgermeisterin. „Für Land und Landkreis ist es immer auch wichtig, dass die Kleeblattkommunen finanziell mit dabei sind.“ Ihr Interesse liege in einer langfristigen Planungssicherheit für das Festival. „Wir sprechen doch davon, dass das unsere Festspiele sind: Neustadt übernimmt die Veranstalterrolle für die Kleeblattkommunen.“

Rolf Eggeling (CDU) brachte all dies so auf den Punkt: „Wollen wir Schöller oder wollen wir Schöller nicht?“ Ganz umsonst werde Kultur auch künftig nicht zu haben sein. Aber: „Seit wir die Schöller-Festspiele haben, haben wir auch viele Leute von außerhalb hier.“ Angesichts solcher positiver Effekte könne Kyritz die Fördersumme sicherlich verkraften.

Zuschuss soll für die nächsten fünf Jahre bereitgestellt werden

Der Anteil der Stadt an den 14 000 Euro des Kleeblatt-Verbundes beträgt knapp 5000 Euro. Ausschlaggebend für die Summe ist die Bevölkerungszahl. Der Wirtschafts- und Kulturausschuss gab am Ende die einstimmige Empfehlung, diesen Zuschuss für die nächsten fünf Jahre bereitzustellen. Die Entscheidung liegt letztlich bei den Stadtverordneten, die sich am 6. Dezember unter anderem mit diesem Thema beschäftigen wird.

Der Neustädter Amtsausschuss hatte sich bereits im September zur weiteren Finanzierung des Festivals bekannt. Das Amt stellt dafür jährlich gut 4000 Euro bereit, wobei ein Teil dieser Summe gleich für den eigenen Verwaltungsaufwand bei der Vorbereitung der Veranstaltung verwendet wird.

Die nächsten „Schöller-Festspiele“ sollen den Planungen zufolge vom 3. bis 12. August 2018 stattfinden – wieder mit dem Kampehler Schlosspark als Hauptspielort. Selbstverständlich wird dort auch wieder die „Pension Schöller“ gezeigt. Darüber hinaus wird mit „Scharfe Brise – die Rettungsschwimmer vom Titisee“ eine Komödie von Christian Kühn zu sehen sein. Die „Lange Schöller-Nacht“ gehört ebenso zum Programm wie die Familiensonntage und das „teatro mobile“. Das Comedy-Duo „Ass Dur“ zeigt dabei diesmal sein mittlerweile drittes Programm „3. Satz: Scherzo Spirituoso“. Spielort sind wieder Kyritz, Wusterhausen, Demerthin und erstmals auch der Neuruppiner Schulplatz.

Von Alexander Beckmann

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