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Überstunden können im Winter abgebummelt werden

Landwirtschaft in Ostprignitz-Ruppin Überstunden können im Winter abgebummelt werden

Arbeitnehmer in der Landwirtschaft sind häufig einem sehr viel spezielleren Arbeitszeitmanagement unterworfen, als ihre Kollegen in anderen Branchen. Doch auch ihre Arbeitszeit hat Grenzen, stellt Kathrin Brösicke vom Landebauernverband klar. Es gebe aber Mittel und Wege für eine flexible Handhabung.

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Besonders im Spätsommer haben die Landwirte und ihre Angestellten alle Hände voll zu tun. Dabei fallen haufenweise Überstunden an.

Quelle: Stephan Laude

Herzsprung. In der Landwirtschaft sind flexible Arbeitszeiten oft unabdingbar. Gerade wenn es um die dringend einzufahrende Ernte im Sommer und Herbst geht, müssen Landwirte und ihre Angestellten mehr als gewohnt schuften.

Damit das aber nicht mehr als erlaubt wird, gab Kathrin Brösicke, juristische Mitarbeiterin des Landesbauernverbands, Mitgliedern des Kreisbauernverbands Ostprignitz-Ruppin in der vergangenen Woche rechtliche Hinweise und Tipps mit auf den Weg. Im Autohof Herzsprung informierte sie über Arbeitszeitregelungen und andere rechtliche Neuerungen.

Mehrarbeit muss bei Behörden beantragt werden

„Unsere Branche unterliegt ganz speziell den Witterungs- und Erntezeitanpassungen“, betonte Brösicke. Trotzdem bedürfe eine tägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer in der Landwirtschaft, die über zehn Stunden hinausgehe, einer Genehmigung entsprechender Aufsichtsbehörden. Diese sei schriftlich zu beantragen. Auch wenn diese erteilt sei, dürfe die wöchentliche Arbeitszeit im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten 48 Stunden nicht überschreiten.

Juristin Kathrin Brösicke

Juristin Kathrin Brösicke.

Quelle: Christian Bark

„Im Grunde kommen wir mit diesen Regelungen zurecht“, sagte der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands, Michael Brinschwitz. Kompliziert, aber zugleich vorteilhaft seien die Arbeitszeitkonten. Darüber könnten Angestellte im Winter, wenn weniger Arbeit anfalle, ihre in der Hochzeit geleisteten Überstunden abbummeln oder sich die Zeit auf Sparflamme als Minusstunden für die arbeitsintensive Phase anrechnen lassen. „So verhindern wir Entlassungen im Winter“, lobte Brinschwitz. Allerdings müssen, so Brösicke, Arbeitszeitkonten innerhalb von zwölf Monaten ausgeglichen werden. Geschehe das finanziell, gelte der jeweilige Lohn, der für diesen Zeitpunkt aktuell im Tarifvertrag vereinbart sei.

Kathrin Brösicke hatte über weitere Neuerungen im Arbeitsrecht zu berichten. So sind Arbeitnehmer während ihrer Raucherpause nicht unfallversichert. „Wird jemand auf dem Weg zum Raucher-Unterstellplatz von einem Gabelstapler angefahren, ist das kein Arbeitsunfall“, erklärte sie. Die Berufsgenossenschaft sei dann nicht verpflichtet, für den Schaden aufzukommen.

Von Christian Bark

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