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Ostprignitz-Ruppin Übung in der Flammenhölle
Lokales Ostprignitz-Ruppin Übung in der Flammenhölle
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00:46 29.04.2018
Übungseinheit im brennenden Container. Quelle: Ronny Leßmann
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Kyritz

Wenn plötzliche Sauerstoffzufuhr einen Brand geradezu explodieren lässt. spricht man von einem Flash-over. Dann wird aus dem Zimmerbrand eine 400 bis 600 Grad heiße Flammenhölle. „Rauchgasdurchzündung“ heiß das recht harmlos im Feuerwehr-Deutsch. Am Wochenende übten 128 Atemschutzgeräte-Träger der Feuerwehren aus dem ganzen Kreis Ostprignitz-Ruppin, wie man damit umgeht – eine Zusatzausbildung der Kreisfeuerwehrschule in Kyritz, die im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden kann.

Bei der „Heißausbildung“ im mobilen, Gas-befeuerten Brandübungscontainer der Firma Dräger aus Braunschweig zeigten die Feuerwehrleute unter Anleitung des Ausbilders Detlef Krone, wie gut sie unter den härtesten Bedingungen Leben retten können. Sie bekamen die Gelegenheit, die Entstehung eines „Flashovers“ zu erleben und ihn zu bekämpfen.

Christian Semmler gehörte dazu. Der 31-jährige Feuerwehrmann ist seit zwei Jahren ausgebildeter Atemschutzträger. Im Brandfall geht er mit seiner 25 Kilogramm schwerer Ausrüstung direkt ans Feuer. Damit er das weiterhin tun kann, muss er 40 Übungsstunden im Jahr nachweisen, alle drei Jahre einen speziellen Gesundheitscheck bestehen und einmal im Jahr einen 30-minütigen Übungslauf absolvieren. Und er darf keinen Bart tragen – der würde verhindern, dass die Atemschutzmaske richtig sitzt.

Sitzt auch die Atemschutzmaske richtig? Wenn nicht, kann der Feuerwehrmann binnen Sekunden an Rauchgasvergiftung sterben. Quelle: Ronny Leßmann

Ein rotes A am Helm ist das sichtbare Zeichen für einen Atemschutzgeräteträger, berichtet Christian Semmler weiter. „Wer bei der Untersuchung durchfällt, dem wird sofort das A abgekratzt“, erzählt der Feuerwehrmann. Wer zu schwer ist, schlecht sieht oder Probleme mit dem Blutdruck oder seinem Lungenvolumen hat, darf die 25-Kilo-Ausrüstung erst gar nicht tragen.

Und das sind jedes Mal rund zehn Prozent der Anwärter. Von den rund 1900 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis tragen zurzeit nur noch rund 650 das rote A auf dem Helm, also nicht einmal die Hälfte. Zu wenig, findet Ralf Leppin, Chef der Feuerwehrschule in Kyritz und stellvertretender Kreisbrandmeister. „Optimal wären 60 bis 70 Prozent der Aktiven unter Atemschutz“, sagt er. Nur wer Atemschutz trägt, darf ein brennendes Gebäude betreten, nahe am Feuer sein oder an einer solchen Zusatzausbildung wie der Heißausbildung teilnehmen.

Feuerwehrmann Christian Semmler nahm zum ersten Mal an einer „Heißausbildung“ im Brandübungscontainer teil. Der 31-Jährige will hier praktische Erfahrungen sammeln.

Mangel an Erfahrung sei generell ein Problem, sagt der Taktiktrainer Detlef Krone, der mit aus Braunschweig angereist ist. „Feuerwehrleute haben heutzutage nicht viele heiße Einsätze“, sagt er.

Die Feuerwehrleute in voller Montur, bereit zur Übung in der Flammenhölle. Quelle: Ronny Leßmann

Durch den Brandcontainer wird den Teilnehmer in verschiedenen Trainingseinheiten unter anderem vermittelt, wie Brandverläufe erkannt und Gefahrensituationen richtig eingeschätzt werden können und möglichst effizient und taktisch richtig vorgegangen wird.

Von Ronny Leßmann

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