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Ostprignitz-Ruppin Umbrella Jazzmen in der Musikscheune
Lokales Ostprignitz-Ruppin Umbrella Jazzmen in der Musikscheune
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15:18 28.08.2017
Ein wilder Ritt von New Orleans nach Chicago: Die Umbrella Jazzmen spielten zum zweiten Mal in Vielitz. Quelle: Foto: Regine Buddeke
Vielitz

„Ich glaube, wir müssen anbauen“, bringt es Hausherr Reinhard Hagen angesichts der rappelvollen Musikscheune auf den Punkt. Zustimmendes Gemurmel im Saal. Das Publikum weiß, dass in Vielitz stets hochkarätiges Kaliber auf der Bühne steht. Und die sieben Herren, die die Saison ausklingen lassen, sind in Vielitz bereits alte Bekannte.

Ganz in Schwarz – das Knallbonbon sind leuchtendrote Hosenträger – feuern die Umbrella Jazzmen ihre Jazz-Raketen ab: satter Sound à la Bigband, der in die Beine geht. Musik, die ein Jungbrunnen zu sein scheint, wenn man den angegrauten Herren zuschaut, die da mit Lust und Schmackes noch das letzte Tönchen aus ihren Instrumenten herausquetschen. Man glaubt es kaum, wenn man hört, dass die Vollblut-Jazzer in diesem Jahr ihr 55-jähriges Bühnenjubiläum feiern, wie Frontmann Eckhard Seidel erklärt, der gemeinsam mit Banjo-Mann Wolfgang Richter als letztes verbleibendes Gründungsmitglied weiter auf der Bühne steht.

In der derzeitigen Besetzung spielen die Musiker auch bereits seit mehr als zwanzig Jahren zusammen – keiner war je Profi-Musiker. Professionell ist es indes allemal: Die Gruppe ist eine der traditionsreichsten Dixieland-Jazzbands Berlins.

„Wir beginnen in New Orleans – mit der ’Bourbon Street’“, eröffnet Eckhard Seidel, der Mann mit dem Abe-Lincoln-Bart und der tiefen, verraucht-knarzigen Stimme, die dem Sound einen zusätzlichen Hauch Authentizität verleiht. Die New Orleanser Jazzer haben ihren Songs nicht selten Straßennamen gegeben, erfährt man beim „Mason Street Blues“. „Auch so eine Straße mit zahlreichen Kneipen, wo die Musiker sich ihre Inspiration und andere Dinge eingefangen haben“, erklärt der Sänger – das Publikum lacht.

Ob „Atlanta Blues“, Ragtime aus dem guten alten Georgia, Jazz aus Virginias Baumwollpflückerplantagen, ein bisschen Boogie Woogie und ein bisschen South Rap: Die geografische und auch die musikalische Spannweite ist groß. Jazz ist nicht gleich Jazz, sondern eine ganze Welt. „Musik, die wir von der Bühne ins Parkett rüberschaukeln“, beschreibt es Seidel, der sich an so manchem Jazz-Standard der Spitzenklasse versucht. „Oft kopiert, unerreicht – aber ich habe mein Bestes gegeben“, erklärt er, nachdem er sich und seiner Posaune noch das letzte abverlangt hat.

Auch Eigenkompositionen spielen bei den Herren hinter dem„Umbrella“-Schirm eine wichtige Rolle. Pianist Niels Unbehagen sorgt dafür. „Dafür bekommt er auch mehr Gage“, ulkt Seidel. Im Gegensatz zu Ralf Rothkegel, der – so Seidel – an Klarinette und Saxofon immerhin die meisten Töne zu spielen hat.

Im zweiten Set verlagert sich die Musik gen Norden – zum Chicago Jazz. „Wir wandern. Sie müssen leider hierbleiben“, frozzelt Seidel. Das Publikum tut dies gern; folgt doch ein wunderbarer Song aus Unbehagens Feder. „Ein Ragtime, durchzogen mit allen Anregungen der Metropole Chicago. Damit sie sehen, wie gern wir Musik machen und wie unbremsbar wir sind.“ Das hört man natürlich in jedem Song, vor allem Niels Unbehagen läuft zur Hochform auf, als er seine One-Man-Show hat: ein Boogie der Extraklasse. Da schwirren die Finger wie ein Wasserfall über die Tasten, Rock ’n’ Roll-Einsprengsel blitzen auf, ein paar „In the Mood“-Takte von Glenn-Miller werden eingewoben. Der Musiker ist entfesselt, das Publikum verzückt. Titel für Titel perlt aus den Instrumenten: flirrende Pianopassagen, schmelzende Sopransax-Partien, hellklingende Trompetenthemen, treibende Bässe und schwirrende Banjoriffs — eine hingetupfte und herausgeschmetterte Liebeserklärung an den Jazz in all seine Facetten. Das Publikum klatscht nach dem dritten Set wie wild und verlangt nach mehr. Aus dem „Einen machen wir noch“ werden drei Zugaben: bis zum namensgebenden „Umbrella“-Song, der die Fans förmlich von den Sitzen reißt. „Schwungvoll bis zur letzten Note“, schwärmt eine Zuhörerin.

Von Regine Buddeke

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