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Ostprignitz-Ruppin Neuruppiner kritisieren Verkehrssituation
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neuruppiner kritisieren Verkehrssituation
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00:30 17.10.2015
Die schlechte Anbindung des ÖPNV ist vielen Neuruppinern ein Dorn im Auge. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Mangelnde Parkplätze? Schlechte Zuganbindung? Fehlende Parks und Grünflächen? Was den Neuruppinern besonders auf den Nägeln brennt, darüber gibt eine neue Umfrage im Auftrag des Städtekranzes Berlin-Brandenburg Auskunft. Beim Blick auf die Ergebnisse wird deutlich: Während viele Teilnehmer die Lebensqualität in der Fontanestadt als positiv oder sehr positiv einstufen und auch die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren überwiegend gut bewerten, liegt in ihren Augen vor allem im Verkehrswesen vieles im Argen. Kritisch beäugt wird zudem die Arbeit der Verwaltung und der politischen Entscheidungsträger.

An Kultur mangelt es in Neuruppin nicht. Hier: Sebastian Krumbiegel in der Pfarrkirche. Quelle: Peter Geisler

Einerseits zufrieden, andererseits genervt: So lassen sich die Ergebnisse der jüngsten Umfrage werten. Zwar seien die Resultate nicht repräsentativ, wie Arne Krohn, stellvertretender Bürgermeister, betonte. Doch hätten sich 258 Bürgerinnen und Bürger und damit doppelt so viele wie bei der letzten Befragung 2009 beteiligt. In 41 Kategorien konnten die Teilnehmer ein Votum abgeben: von „sehr positiv“ über „positiv“, „eher negativ“ bis „negativ“. Die Kategorien waren zum Zwecke der Vergleichbarkeit dieselben wie 2004 und 2009. Erhoben wurden die Daten außer in Neuruppin auch in den anderen Mitgliedsstädten des Städtekranzes: Brandenburg, Cottbus, Eberswalde, Frankfurt (Oder), Jüterbog und Luckenwalde.

Während das Erscheinungsbild Neuruppins und der Zustand der Gebäude teilweise erheblich besser bewertet werden als in den anderen Städten, ist es bei den innerstädtischen Parkflächen und Grünanlagen genau umgekehrt. Knapp die Hälfte der Teilnehmer aus Neuruppin sieht den Zustand beziehungsweise das Angebot als „negativ“ oder „sehr negativ“ an. „Das ist sicherlich auch auf die Haushaltssituation zurückzuführen“, sagte Krohn.

Die besten Werte erhielt Neuruppin in der Kategorie „Naherholungsmöglichkeiten in Stadt und Umgebung“. Diese schätzen mehr als 90 Prozent als positiv oder sehr positiv ein. „Da profitieren wir sicherlich vom Ruppiner Seenland“, so Krohn.

Viele Neuruppiner schätzen ihre Stadt als weltoffen ein. Quelle: Peter Geisler

Schlechter als im durchschnittlichen Vergleich zu den anderen sechs Städten steht Neuruppin nach Ansicht der Teilnehmer bei der Verkehrssituation da. Ob „Erreichbarkeit der Stadt mit ÖPNV“, „Angebot an Bussen, Bahnen und Straßenbahnen“ oder „Bedingungen für den Kfz-Verkehr“ – hier gibt es viel Kritik. Die Ergebnisse in Sachen ÖPNV seien „schon bedenkenswert“, sagte Krohn. Die Unzufriedenheit beim Kfz-Verkehr sei „vielleicht der Baustellensituation geschuldet“, doch sei dies Spekulation.

Hilfsbereitschaft, Toleranz und Kultur schneiden gut ab

Auffällig positiv bewertet wurden sowohl die Qualität als auch die Häufigkeit der kulturellen Veranstaltungen. Hier kann die Stadt die höchsten Zuwächse an positiven Bewertungen gegenüber den vorigen Umfragen verzeichnen. Auch in Sachen Hilfsbereitschaft und Toleranz der Bevölkerung steht Neuruppin gut da. Dagegen sieht es bei den Angeboten für Jugendliche und bei den Verdienstmöglichkeiten – wie in den anderen sechs Städten – düster aus.

Die Stadtverwaltung hat somit ein ausgesprochen heterogenes Meinungsbild vor sich. Bürgermeister Jens-Peter Golde sieht entsprechend das Thema Verkehr im Entwicklungskonzept der Stadt bis 2030 ganz oben auf der Agenda. Auch das Parkraumkonzept solle noch einmal zur Disposition gestellt werden.

Die Arbeit der eigenen Verwaltung besser zu verkaufen, dürfte ebenfalls eine Aufgabe für die Stadt werden. Sowohl bei der „Information über öffentliche Angelegenheiten“ als auch bei der „Möglichkeit zur Beteiligung an kommunalen Entscheidungen“ überwogen negative Bewertungen. Die „Arbeit der politisch Verantwortlichen“ in der Stadt wurde gar von 73,2 Prozent der Teilnehmer als „eher negativ“ oder „negativ“ eingeschätzt.

Von Mischa Karth

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