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Umgehung frühestens in zehn Jahren

Rheinsberg Umgehung frühestens in zehn Jahren

Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider warb in Rheinsberg für einen schnellen Ausbau der maroden Mühlenstraße – die erhoffte Ortumfahrung ist noch weit entfernt. Die Stadt lehnt eine Sanierung der Mühlenstraße trotz jahrelanger Protest geplagter Anwohner bisher ab.

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Vor allem die vielen Holzlaster machen den Anwohner der engen Mühlenstraße zu schaffen. Die Straße ist Jahrhunderte alt, wurde auf morastigem Boden angelegt und hat keinen Unterbau

Quelle: Reyk Grunow

Rheinsberg. Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider sieht keine Chance, dass Rheinsberg schnell eine innerörtliche Umgehungsstraße bekommt, um die marode Mühlenstraße entlasten zu können. Das stellte die SPD-Politikerin am Mittwoch bei einem Bürger­gespräch in Rheinsberg klar. Allein das aufwändige Planungsverfahren für die seit vielen Jahren diskutierte südliche Umgehungsstraße würde acht bis zehn Jahre dauern, so die Ministerin. Vorher sei an einen Baubeginn überhaupt nicht zu denken.

Gleichzeitig sprach sie sich dafür aus, die Mühlenstraße möglichst schnell zu sanieren. Aus Sicht des Landes würde das den Anwohnern in vergleichsweise kurzer Zeit deutlich helfen. Die Straße müsste dazu komplett neu gebaut werden. Technisch wäre es möglich, die Fahrbahn dabei von den dicht daneben stehenden Häusern zu entkoppeln, so dass sich die Vibrationen, die sich derzeit bei jedem Vorbeifahren eines Lastwagens auf die Häuser übertragen, stark verringern lassen, erklärte Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen.

Saniert werden muss die Mühlenstraße irgendwann sowieso

Für die Anwohner sind die Lastwagen das größte Problem an der völlig maroden Straße. Vor allem die vielen Holzlaster, die die Strecke auf dem Weg zu Kronotex in Heiligengrabe benutzen. Die Laster lassen sich auch mit einer Sanierung der Mühlenstraße nicht aus dem Ort verbannen, sagt Ministerin Schneider. Allerdings wäre es denkbar, die Straße einzuengen. Laster müssten dann womöglich per Ampel wechselseitig durch das Nadelöhr gelotst werden.

Sollte die Straße tatsächlich ausgebaut werden, könnte der Landkreis dort dann auch einen Blitzer aufstellen, stellte Landrat Ralf Reinhardt (SPD) am Mittwoch in Aussicht: „Eine Blitzersäule sorgt dafür, dass dort wirklich langsam gefahren wird.“ Denn das macht die Situation für die Anwohner der Rheinsberger Mühlenstraße derzeit so unerträglich: dass viele Laster nahezu ungebremst durch die enge Straßen donnern, obwohl sie dort eigentlich höchstens 30 Stundenkilometer fahren dürfen.

Dass die Situation für die Anwohner unhaltbar ist, war auch Ministerin Schneider bei dem Termin in der Rheinsberger Remise am Mittwoch klar. Am Morgen hatte sie sich zusammen mit der Rheinsberger Landtagsabgeordneten Ulrike Liedtke die Lage vor Ort angeschaut. „Es ist vollkommen klar, dass man da etwas tun muss“, sagt Ulrike Liedtke.

Seit Jahren verhandelt die Stadt mit dem Land – mit wenig Erfolg

Seit Jahren versucht Rheinsberg, mit dem Land eine Lösung hinzubekommen – bislang ohne Erfolg. Rheinsberg fordert eine südliche Umfahrung der Altstadt vom Land und hat dazu sogar schon drei Bebauungspläne ausgearbeitet. Bisher hat sich die Stadt stets gegen die Sanierung der Mühlenstraße gewehrt – aus Angst, dass das Land danach keine Notwendigkeit mehr für den Bau der teuren Umfahrungsstraße sieht. Kathrin Schneider sprach sich trotzdem für die schnelle Sanierung aus, irgendwann müsse die ja ohnehin erfolgen. Parallel dazu müsste die Umfahrung weiter geplant werden. Doch das dauere eben. Die von der Stadt in langer Arbeit ausgearbeiteten Bebauungspläne seien dafür derzeit nicht geeignet, so die Ministerin.

Landrat Ralf Reinhardt (SPD) übergab eine Liste mit 2230 Unterschriften an die Ministerin verbunden mit der Forderung für einen schnellen Ausba

Landrat Ralf Reinhardt (SPD) übergab eine Liste mit 2230 Unterschriften an die Ministerin verbunden mit der Forderung für einen schnellen Ausbau des Bahnverkehrs in der Region.

Quelle: Reyk Grunow

Rheinsbergs Mühlenstraße war das Hauptthema der zweistündigen Debatte, aber nicht das einzige. Landrat Reinhardt nutzte die Chance, bei der Verkehrsministerin für einen deutlichen Ausbau des Schienenverkehrs in der Region zu werben. Das gilt sowohl für den Prignitz-Express (die MAZ berichtete) als auch für die Linie RB 54 nach Rheinsberg. Reinhardt überreichte eine Liste mit 2230 Unterschriften.

Ähnliche Listen bekommt Kathrin Schneider gerade von überall im Land. Etliche Bürger sind mit dem Entwurf des Landesnahverkehrsplanes unzufrieden, den das Ministerium vor wenigen Wochen vorgestellt hatte. Vorübergehend hatten E-Mails mit Unterschriftenlisten schon den Server des Verkehrsministeriums lahmgelegt. Deswegen sei sie schon froh, dass der Landrat seine Unterschriftenliste jetzt in Papierform vorgelegt hat. Zusagen machte die Ministerin am Mittwoch nicht. „Wir werden alle Anliegen prüfen.“

Von Reyk Grunow

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