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Umjubelt: City und Dirk Michaelis in Neuruppin

Immer wieder – die alten Lieder Umjubelt: City und Dirk Michaelis in Neuruppin

Sie kommen immer wieder nach Neuruppin – sowohl die DDR-Kultrocker von City als auch Sänger Dirk-Michaelis, Ex-Frontmann von Karussell. Am Sonnabend rockten sie in einem gemeinsamen Konzert die Neuruppiner Kulturkirche. Mehr als 600 Fans kamen, hörten und sangen mit – zu den Hits ihrer Jugend.

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Kultband City spielte in der Neuruppiner Kulturkiriche – und 620 Fans jubeln den Ostrockern zu.

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. Das Intro ist nur kurz – City kommt gleich zur Sache. Unter aufbrandendem Jubel kommen die Kultrocker des Ostens auf die Bühne. „Glückliche Weihnacht für dich, denn dein Geschenk bin ich“, nimmt Frontmann Toni Krahl dem Publikum das Wort förmlich aus dem Mund, auch wenn die Karten, so scherzt er, nicht eben billig waren. Das habe allerdings gute Gründe. „Schon dass ihr hier seid, zeigt euren guten Geschmack“, tröstet er launig.

Stargast und Freund von City

Stargast und Freund von City: Dirk Michaelis.

Quelle: Regine Buddeke

„Wir haben nur handverlesenes hochmusikalisches Publikum eingeladen“, setzt er nach und ringt den 620 Fans im Saal ein erstes Gelächter ab, bevor er die Musiker vorstellt: Zuerst den Gast – „er wird sich im Lauf des Abends vom Duettpartner zum Stargast mausern“, sagt er über Dirk Michaelis, der wie City auch in Neuruppin kein Unbekannter ist.

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Die Kultband City und Sänger Dirk Michaelis sind einzeln schon des Öfteren in Neuruppin zu sehen gewesen. Am Sonnabend gaben sie ein gemeinsames Konzert in der Kulturkirche vor mehr als 600 Zuschauern.

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Beide haben in der Kulturkirche Heimvorteil. Dann die City-Musiker: „Welcome, John Wayne!“ begrüßt Krahl den Mann mit dem Hut, Sheriff Fritz Puppel an der Gitarre; den Barfuß-Schlagzeuger Klaus Selmke; Keyboarder Manfred „Manne“ Henning, der den Altersdurchschnitt drückt – „aber, Leute, er ist auch keine 60 mehr“, scherzt Krahl. Nicht zuletzt Georgi „Joro“ Gogow, der Mann mit der Teufelsgeige, den „Helden vom Balkan und Erfinder der Balkanroute“, sagt er mit Blick auf das aktuelle Flüchtlingsthema. „Ich bin Toni Krahl“, schließt er knapp und verspricht ein fulminantes Fest der Liebe. „Es gibt eine schöne Bescherung, denn dein Geschenk bin ich“, singt er im Namen aller Akteure und das Publikum jubelt einmal mehr. Dann kommen sie, die bekannten Hits: mal singt Krahl mit seiner unverwechselbar tiefen Stimme, die wie süffiger Whisky in die Seele und unter die Haut geht. Mal Dirk Michaelis, der sanfte Barde, der am Piano die Seele streichelt, an der Gitarre zum rauen Rocker wird, der aber auch überaus kraftvoll singen kann, wie er im A-capella-Song „Wie ein Fischlein unterm Eis“ unter Beweis stellt. Der frenetische Applaus im Fanblock sagt alles.

„Krieg ist scheiße“, ruft Krahl angesichts der Tatsache, dass Deutschland jetzt die Auslandseinsätze verstärkt. „Sorry, aber ein anderes Wort fällt mir dafür nicht ein.“ „Das ist okay“, ruft einer aus dem Saal und alle klatschen, wenn City sich, so Krahl, „genötigt sieht, die Mutter aller Unplugged-Lagerfeuer-Friedens-Lieder“ aus der Kiste zu kramen. „Sag mir wo die Blumen sind“ gerät zum großen Chor: „Wann wird man je versteh’n?“, singt der Saal, und der Frontmann antwortet resigniert: „Die Antwort weiß ganz allein der Wind.“ Die Songs sind alle nicht neu und auch in Neuruppin schon oft gesungen – aber das ist es auch, was das Publikum will: einen Ausflug in die Jugend, Nostalgie, ein Schwelgen in alten Zeiten, als die Botschaften noch zwischen den Zeilen versteckt werden mussten.

„Das nächste Lied widmen wir allen Menschen unter einem Meter“, ruft Krahl und erhöht auf 1,50. „Dann können wir Peter Maffay noch mit einbeziehen – er wollte ja nie erwachsen sein“, scherzt er. „Sind so kleine Hände“ – auch da braust der Applaus. „Wand an Wand“, „Es ist immer noch Sommer“, „Flieg ich durch die Welt“ – Hit reiht sich an Hit, Krahl und Michaelis teilen sich oftmals die Strophen. Zwischendurch erzählt Krahl Anekdoten von der eigenen Gottgläubigkeit bis zu vorzeitiger Ejakulation und das Publikum kringelt sich. „Ich wusste gar nicht, dass Toni Krahl so witzig ist“, schwärmt Anke Freitag aus Dorf Zechlin. Die Fans sind durchweg gut gelaunt und singefreudig wie die Musiker selbst. Als Zugabe – keine Frage – gibt es das sehnlich erwartete „Als ich fortging“ und „Am Fenster“. Das war zwar vorhersehbar – ist aber immer wieder gut.

Von Regine Buddeke

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