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Umsatz mit Iran wird vervierfacht

Krono in Heiligengrabe Umsatz mit Iran wird vervierfacht

Nach dem Ende der nuklearbezogenen Finanz- und Wirtschaftssanktionen gegen den Iran drängt die weltweit agierende Krono-Gruppe jetzt verstärkt in das Land zwischen dem Kaspischen Meer und dem Persischen Golf. Krono-Chef Hendrik Hecht kennt den Iran gut.

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Das Krono-Werk in Heiligengrabe macht mächtig Dampf.

Quelle: Björn Wagener

Heiligengrabe. Die Zeiten des Kleckerns sind vorbei. Jetzt soll geklotzt werden: „Wir wollen den Umsatz im Iran mindestens verdrei- oder vervierfachen, alles andere wäre inakzeptabel“, sagt Hendrik Hecht, Geschäftsführer der Firma Krono am Standort Heiligengrabe. Seit die nuklearbezogenen Wirtschafts- und Finanzsanktionen gegen den Iran am 16. Januar aufgehoben wurden, rückt das Land zwischen dem Kaspischen Meer und dem Persischen Golf in den Fokus der Absatzbemühungen des Global Players Krono. Rund eine halbe Million Euro habe Krono im vergangenen Jahr im Iran umgesetzt – bei einem jährlichen Gesamtumsatz von rund 400 Millionen Euro am Standort Heiligengrabe. Momentan sei der Iran in Sachen Verkaufserlöse etwa mit Aserbaidschan vergleichbar, „also schon ziemlich weit hinten“, so Hecht. Er könnte sich aber vorstellen, dass die islamische Republik künftig in der wirtschaftlichen Bedeutung mit der Türkei gleichzieht, wo Krono jährlich etwa drei Millionen Euro umsetze. Weltweit hegt die Firma mit Schweizer Wurzeln Geschäftsbeziehungen zu Partnern in rund 80 Ländern.

Auch wenn das Sanktionsende wie ein Aufbruch ist: Wirtschaftsbeziehungen unterhalte Krono schon seit 2001 zum Iran. Möglich waren Lieferungen, weil Laminat-Fußböden nicht zu den sogenannten Dual-Use-Erzeugnissen gehörten (zu deutsch etwa: Zweifachnutzung). Das sind Produkte, die sowohl zu zivilen als auch militärischen Zwecken eingesetzt werden können, etwa Motoren oder ähnliche Maschinen. Sie unterliegen einer entsprechenden Exportkontrolle. „Da hatten wir mit unserem Laminat natürlich nie Probleme.“ Allerdings sei die finanzielle Abwicklung durch die Sanktionen schwierig gewesen. Nun aber soll das Geschäft erst richtig angekurbelt werden. Aus früheren Zeiten gebe es vor Ort viel eingefrorenes Geld, das nun ausgegeben werden kann.

Bereits drei Geschäftspartner im Iran

Aktuell habe Krono drei Geschäftspartner im Iran – einen Händler für Hartböden; einen Teppichproduzenten, der auch Laminatfußböden in sein Sortiment aufgenommen hat, und noch einen weiteren Händler. Mit einem von ihnen habe Hecht erst vor wenigen Tagen telefoniert. Wer sich im Iran für Fußböden von Krono entscheidet, greife meist zu „dunklen, farbigen Tönen“, sagt Hecht. Allerdings orientierten sich die Kunden dort inzwischen auch am westeuropäischen Geschmack.

Für die meisten Menschen hierzulande ist der Iran noch ein fernes, unbekanntes Land – nicht so für Hendrik Hecht. Er war schon mehrmals dort – einst fuhr er mit dem Krono-Show-Truck von Teheran nach Mashhad. Zuletzt war er vor zwei Jahren in dem Land und habe die Menschen dort als „offen und warmherzig, super ausgebildet und sehr liberal“ erlebt. Auch wenn die antiamerikanische Propaganda stark ausgeprägt gewesen sei. Für Frauen herrsche zwar Kopftuchpflicht, „aber an der Art, wie sie es tragen, erkennt man ihre Einstellung. Je weiter sie es nach hinten schieben, desto mehr sind sie dem Westen zugewandt.“ Im Straßenbild fielen dem Krono-Geschäftsführer vor allem die zahlreichen W 50 und L 60 auf – Lkw aus DDR-Produktion, allerdings mit Aufbauten, die es hier nie gab.

Laminat-Fußböden würden zwar auch vor Ort produziert, aber nicht wie etwa in Heiligengrabe. „Es sind vielmehr kleine Betriebe, in denen weitgehend Handarbeit herrscht.“

Als positiv für künftige Geschäfte sieht Hendrik Hecht die Tatsache, dass der Iran ein vergleichsweise stabiles Land in der arabischen Welt sei.

Von Björn Wagener

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