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Ostprignitz-Ruppin Umstrittener Zuschuss fürs Frauenhaus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Umstrittener Zuschuss fürs Frauenhaus
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00:37 25.06.2015
Quelle: dpa
Neuruppin/Fehrbellin

 "Die alte Anlage hatte nur eine Schaukel", sagte am Montag Michaela Rönnefahrt vom Frauenhaus bei der Übergabe. Weil das Holzgerüst marode war, musste die alte Schaukel abgebaut werden zum Leidwesen der Kinder, die mit ihren Müttern im Frauenhaus Zuflucht gesucht haben. Die Sparkasse spendierte zudem eine Tür, damit Kinderwagen im Trockenen stehen. Bisher war der Unterstand nur mit einem Vorhang gesichert. "Bei Regen und Wind sind die Kinderwagen häufig nass geworden", so Rönnefahrt.

Im Frauenhaus leben aktuell sechs Frauen mit neun Kindern. Zwei gehen in eine Kita, die anderen werden in der Notunterkunft betreut. "Bei Investitionen sind wir immer auf Spenden angewiesen", sagte Rönnefahrt. Die Sparkasse hatte diesmal gut 4000 Euro aus dem PS-Lotteriesparen zur Verfügung gestellt.

Fraglich ist indes, ob die Gemeinde Fehrbellin Geld für das Frauenhaus übrig hat. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, auch in diesem Jahr 500 Euro an die Einrichtung zu überweisen freiwillig. Denn seit diesem Jahr bezahlt der Landkreis nicht nur wie sonst 35.000 Euro an das Frauenhaus. Er übernimmt auch den Anteil von 13.500 Euro, den bisher die Kommunen geleistet haben (die MAZ berichtete). Das haben Städte und Gemeinden in Ostprignitz-Ruppin ausgehandelt, weil die Kreisverwaltung von ihnen eine relativ hohe Umlage von 48 Prozent verlangt, die unter anderem für die Finanzierung von Sozialaufgaben gedacht ist. "Mit der Kreisumlage haben wir unseren Beitrag zum Frauenhaus geleistet", meinte der Fehrbelliner Gemeindevertreter Burkhard Brandt (Brandenburgisches Dorf Walchow) in der jüngsten Sitzung des Gremiums und trat damit eine heftige Debatte los.

So attackierte Ernst Bahr (SPD) die Fehrbelliner Verwaltung, sie hätte das Frauenhaus dazu animiert, bei der Gemeinde um Geld nachzufragen. Davon distanzierte sich Bürgermeisterin Ute Behnicke, bevor sie für die Zahlung warb. "Schön, dass sich der Landkreis jetzt dazu bekennt, die Existenz des Frauenhauses zu sichern. Trotzdem wird der Verein mit Sicherheit nicht in Geld schwimmen." Das habe der Verein Frauen für Frauen, der die Einrichtung in Neuruppin betreibt auf Nachfragen aus Fehrbellin ganz deutlich gemacht. Die Zahlungen vom Kreis sichern das Minimum, in dem zum Beispiel die Instandsetzung von Mobiliar nicht enthalten ist. "Jetzt geht’s um Geld für das, was das Leben der Frauen und Kinder ein bisschen wertvoller macht", so Behnicke.

Als "unverschämt" bezeichnete Jens Schröder (Bündnis 90/Die Grünen) das Feilschen um die Unterstützung fürs Frauenhaus; Wilma Nickel (Starke Dörfer) sprach von "Diskriminierung der Frauen" durch die Debatte. Am Ende hat die Gemeindevertretung mehrheitlich für den Zuschuss plädiert allerdings muss sie die Abstimmung wiederholen, weil einigen Gemeindevertretern die Unterlagen dazu fehlten. Es ist nicht das erste Mal, dass die Entscheidung verschoben wurde. Zuvor hat sich der Hauptausschuss Zahlen vom Frauenhaus zur Belegung mit Fehrbelliner Frauen erbeten. Drei von 35 Frauen, die dort 2014 Hilfe suchten, waren Einwohnerinnen der Gemeinde. 2015 waren es zwei Frauen aus Fehrbellin.

Von Celina Aniol und Andreas Vogel

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