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Ostprignitz-Ruppin Umweltfrevel am Wegesrand bei Fretzdorf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Umweltfrevel am Wegesrand bei Fretzdorf
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00:34 27.09.2015
Christel Krause von der Abfallberatung des Landkreises an der neuen Biotonne. Rechts: Benjamin Kremp vom Wittstocker Ordnungsamt. Hinten: Das Ehepaar Possin, die Waldeigentümer aus Christdorf. Quelle: Björn Wagener
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Fretzdorf

Schnell rein in den Weg, das Zeug runter vom Hänger und nichts wie weg: Wer auch immer den Grünabfall an dem Waldweg in der Nähe des Autohofes bei Fretzdorf abgeladen hat – er ist höchstwahrscheinlich gleich zweimal mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Denn es ist nicht nur verboten, solche Abfälle in den Wald zu werfen, sondern ebenso auch, Waldwege mit dem Auto zu befahren. Darauf weisen zwar Schilder hin, aber längst nicht jeder nimmt sie ernst. Denn wenn es um Grünabfall geht, hält sich tapfer die Auffassung, es sei ja nicht so schlimm, weil es „nur“ Grünzeug ist, das dem Wald keinen Schaden zufüge.

Doch weit gefehlt. „Das ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 100 000 Euro Bußgeld geahndet werden kann“, betont Forstamtmann Reinhard Helm und erklärt auch, warum das so ist. Rings um solche Verschmutzungen siedelten sich unerwünschte Pflanzen wie Bennnesseln oder Springkraut an, die „nicht zur waldtypischen Flora gehören“ und die gesamte Naturlandschaft verändern, sagt Reinhard Helm. Durch Gartenabfälle gelange zudem Nitrat in den Waldboden. Dieses Salz findet sich dann im Grundwasser wieder. Auch Schimmel, Gärung und Fäulnis, die etwa Rasenschnitt hervorruft, lasse Mikroorganismen absterben. Und Obstbaumschnitt könne Pilzkrankheiten auf Bäume übertragen. Deshalb gehöre Grünabfall in die Kompostieranlagen des Landkreises. Es gibt sie bei Scharfenberg, in Wulfersdorf, Linow, Neuruppin und Heinrichsfelde. „Oftmals ist bei den Leuten aber kaum ein Unrechtsbewusstsein in dieser Sache vorhanden. Ich könnte Ihnen überall solche illegalen Müllablagerungen im Wald zeigen.“ Ganz besonders ärgert es Reinhard Helm, wenn Grünabfälle in Plastiksäcke gesteckt und irgendwo am Wegesrand hingeworfen werden.

Wenn der Verursacher dieses illegalen Gartenabfalls im Wald erwischt wird, kann er mit einer Strafe von bis zu 100 000 Euro belegt werden. Quelle: Björn Wagener

Da die Unsitte rund um die illegale Grünabfallentsorgung offenbar kein Ende nehme, startete die Oberförsterei Neustadt am Mittwoch eine Kampagne zu dieser Thematik. Dazu hatte Reinhard Helm zu einem vor-Ort-Termin an einer illegalen Grünabfall-Kippe in der Nähe des Autohofes bei Fretzdorf eingeladen – mit dabei waren Annette Sämann von der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde, Benjamin Kremp vom Wittstocker Ordnungsamt, das Waldeigentümer-Ehepaar Possin aus Christdorf und Christel Krause von der Abfallberatung des Landkreises. Letztere präsentierte eine neue Verbündete im Kampf gegen die Umweltfrevler – eine neue Biotonne für Küchen- und Gartenabfälle mit Geruchsfilter und Gummidichtung am Deckel.

Die neue Biotonne ist ab 2016 geplant

Wenn der Kreistag ihrer Einführung im Oktober zustimmt, könnte sie ab 2016 flächendeckend eingesetzt werden. Sollte das so sein, dann könnte diese 120-Liter-Tonne jeder Haushalt im Kreis OPR nutzen, der das möchte. „Es gäbe weder einen Anschlusszwang noch eine Anschlussgebühr, sondern lediglich eine Leerungsgebühr in Höhe von 4,58 Euro pro Tonne“, betont Christel Krause. Die Entsorgung sei damit wesentlich günstiger als über die bisherige Biotonne, die es in einigen Bereichen des Kreises gibt. Die genannte Ausstattung der neuen Tonne sorge außerdem sicher dafür, dass keine Gerüche entweichen. Somit würden auch keine Waschbären angelockt. „Wir haben die Tonne seit März an unserem Büro schon einmal ausprobiert. Sie funktioniert wunderbar.“

Alle Beteiligten an der Kampagne hoffen, dass der Behälter tatsächlich zum Einsatz kommt und damit künftig weniger Grünabfall im Wald landet. Das lohne sich in jedem Fall, denn auch wenn Abfallsünder schwer dingfest zu machen sind, so berichtete Anette Sämann am Mittwoch von einem aktuellen Fall, bei dem ein solcher Übeltäter nun zur Verantwortung gezogen werde. Denn er sei bei seiner Tat beobachtet worden.

Von Björn Wagener

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