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Unbekannte zerstörten Biber-Winterquartier

Liebenthal Unbekannte zerstörten Biber-Winterquartier

Vor einem Jahr siedelte sich in der Gemarkung Liebenthal ein Biber an. Nun wurden innerhalb von drei Monaten dreimal die Dämme zerstört. Wer dahinter steckt, ist unbekannt. Ortsvorsteher Stefan Borner kann dieses Verhalten nicht nachvollziehen und appelliert an einen sorgsamen Umgang mit der Natur.

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Der Damm am Ablaufbecken vom Klärteich wurde ebenfalls durch Unbekannt beschädigt.

Quelle: Christamaria Ruch

Liebenthal. Ein Biber lebt seit einem Jahr in der Gemarkung Liebenthal und entzweit die Gemüter. Bereits zum dritten Mal zerstörten Unbekannte die vom Biber angestauten Dämme. Ende Juni, Anfang Juli und vor einigen Tagen erfolgten die unerlaubten Eingriffe in die Bauten. Dies sorgt bei Ortsvorsteher Stefan Borner für Unverständnis. „Das ist schon eine traurige Sache, wer tut so etwas?“, fragt er.

Stefan Borner

Stefan Borner

Quelle: Christamaria Ruch

Beim Ortstermin mit der MAZ zeigt Borner den Lebensraum des Bibers. Am Teich hinter dem Klärwerk im Gewerbegebiet in Heiligengrabe stoßen die Gemarkungen aufeinander. Genau an dieser Stelle staute der Biber einen Damm an, um sein Quartier winterfest zu machen. In Sichtweite zum ersten Damm versuchte er es in ähnlicher Weise. Auch in einem Entwässerungsgraben schichtete er Material für eine Staustufe. Beide Dämme wurden nun wieder gewaltsam zerstört. Die dunklen Markierungen an einer Erle zeigen, wie hoch das Wasser angestaut war.

Naturschutzbehörde will aktiv werden

„Der Biber tut nichts und es ist noch genug Platz für den Durchlauf vom Wasser. Wir haben nur eine Natur, und die muss auch für nachfolgende Generationen erhalten werden“, sagt Stefan Borner. Er bat bereits im Juli die Untere Naturschutzbehörde in Neuruppin um Hilfe. Bislang passierte jedoch nichts. „Es war ein Versäumnis, dass ich dem nicht gleich nachgegangen bin, das hole ich in den nächsten Tagen nach“, sagte Mitarbeiter Anselm Ewert auf MAZ-Nachfrage.

Anselm Ewert

Anselm Ewert

Quelle: Christamaria Ruch

Die Rechtslage bei den Biberdämmen bietet laut Ewert Spielräume. Die Brandenburger Biberverordnung räumt ein, außerhalb von Schutzgebieten Biberdämme beseitigen zu dürfen. Vorausgesetzt, es sind „erhebliche wirtschaftliche Schäden zu erwarten und die zu erwartenden wirtschaftlichen Schäden können nicht durch andere zumutbare Maßnahmen abgewendet werden.“ Wer mutwillig einen Biberdamm zerstört, begeht eine Ordnungswidrigkeit. „Es ist immer sinnvoll, wenn sich Betroffene an die Behörde wenden und sich dann abstimmen“, sagt er. Und: „Wenn einfach nur Dämme weggerissen werden, ist das nicht zielführend, damit vertreibt man den Biber nicht, sondern er baut womöglich an anderer Stelle einen stärkeren Damm.“

Damm muss mindestens 80 Zentimeter hoch sein

Ewert spricht sich dafür aus, „gemeinsam nach einer Lösung für den Biber zu suchen. Beispielsweise können Dämme auf eine bestimmte Höhe abgetragen werden. Das Problem kann also minimiert werden.“ Die Dämme sind mit Blick auf den Winter eine Maßnahme, so dass der Biber über ein winterfestes Quartier verfügt. Mindestens 80 Zentimeter muss der Wasserstand messen, damit der Biber auch unter einer Eisfläche sein Quartier erreichen kann. Wenn der Mensch dafür sorgt, dass das Wasser auf 80 Zentimeter angestaut wird, „muss der Biber keinen Damm bauen, der bis zu 1,2 Meter hoch ist“, so Anselm Ewert.

Von Christamaria Ruch

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