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Ungewöhnlicher Feiertag in der Fontanestadt

Neuruppin Ungewöhnlicher Feiertag in der Fontanestadt

Einen offiziellen Festakt wird es am 16. August in Neuruppin nicht geben, dabei ist das Datum in diesem Jahr ein besonderes für die Fontanestadt. Der 16.8.16 ist „Postleitzahlentag“, die Postleitzahl und das Datum stimmen überein. Für die MAZ ist dies Grund genug, einen Blick in die Geschichte rund um die Postkennziffern im Ruppiner Land zu werfen.

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Seit 1. Juli 1993 gelten die fünfstelligen Postleitzahlen. Am 16. August 2016 stimmen in Neuruppin Postleitzahl und Datum überein.

Quelle: Privat

Neuruppin. Der 16. August ist in der Historie ein mäßig bedeutsames Datum. Unter anderem feiert der US-Bundesstaat Vermont den „Bennington Battle Day“ in Andenken an eine Schlacht des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Der Fallschirmspringer Joseph Kittinger stellte 1960 den bis heute gültigen Weltrekord für den längsten freien Fall auf, der vier Minuten und 36 Sekunden dauerte. Und der ein oder andere Elvis-Presley-Fan gedenkt in einer stillen Minute seines Idols, dem „King“, der 1977 aus dem Leben schied.

Für Neuruppin ist der 16. August in diesem Jahr ein besonderes Datum. Die Fontanestadt begeht ihren Postleitzahlentag. Was sich dahinter verbirgt? Das Datum in der Schreibweise „16.8.16“ und die Postleitzahl sind am Dienstag identisch. Die 16816 gilt für die Kernstadt sowie die Ortsteile Buskow und Nietwerder. Offizielle Feierlichkeiten gibt es keine, dafür wäre durchaus Anlass dazu. Der Postleitzahlentag wird sich erst in genau 100 Jahren wiederholen – wenn die derzeitige Postleitzahl dann noch gültig ist.

Zunächst die „2“, dann die „195“

Im vergangenen Jahrhundert war man von solcher Kontinuität weit entfernt. Bis in die 1940er Jahre hinein funktionierte die Postzustellung ohne eine feste Nummer in der Regel wunderbar. Durch den Zweiten Weltkrieg und das enorme Aufkommen an Feldpost sah sich die Reichspost veranlasst, Anfang der 40er Jahre „Postleitgebietszahlen“ einzuführen. Für die Mark Brandenburg – und somit auch für Neuruppin – war eine „2“ als zusätzliche Angabe vorgesehen. Da kurz darauf der Zusammenbruch des Deutschen Reiches erfolgte und die Postleitgebietszahlen in der Folge nur von einer Minderheit verwendet wurde, spielen dieses Intermezzo im Rückblick jedoch keine gewichtige Rolle.

Anders sieht es mit den Postleitzahlen der DDR aus. Sie wurden am 1. Januar 1965 eingeführt und hatten fast 30 Jahre Bestand. Neuruppin bekam die „195“ zugewiesen, Alt Ruppin die „1952“, Fehrbellin die „1953“, Lindow die „1954“, Rheinsberg die „1955“ und Flecken Zechlin die „1956“. Die übrigen Gemeinden im Kreis Neuruppin wurden unter einer gemeinsamen Zahl – der „1951“ – geführt. Um die Bürger für die Postleitzahlen zu sensibilisieren, wurden damals Briefe und Postkarten mit Stempeln versehen. Der markige Text: „Die Postleitzahl in der Anschrift und die Absenderangabe nicht vergessen!“.

Hinweise zur richtigen Verwendung in der Lokalpresse

Die „Märkische Volksstimme“ informierte die Leser mehrfach über die neuen Zahlen, so auch am 17. Oktober 1964 in einem Artikel mit der Überschrift „Die Postleitzahlen für das Kreisgebiet“. Darin heißt es: „Die Postleitzahl ist gleichzeitig Bestandteil der vollständigen Postanschrift, ersetzt weitgehend die bisher notwendigen Zusatzbezeichnungen (wie Kreis usw.) und bietet damit auch dem Postkunden wesentliche Vorteile. [...] Die Postbenutzer werden gebeten, um den Arbeitsablauf flüssiger zu gestalten, in jedem Fall die Postleitzahl zu benutzen.“

Neben weiteren Ratschlägen, wie die Zahlen zu verwenden seien, gab der Autor auch den Hinweis: „Die Postleitzahlen und die neue Postanschrift aller Postorte der DDR sind aus einem Verzeichnis zu ersehen, das bei jeder Postdienststelle für 0,30 MDN zu erwerben ist.“ Später griffen unter anderem Ortsverzeichnisse diese Angaben mit auf.

Vier Stellen ab 1979, fünf ab 1993

1979 wurden im Zuge der Umstellung auf eine elektronische Verarbeitung der Postsendungen alle Postleitzahlen auf vier Stellen angepasst. Daher bekam Neuruppin eine zusätzliche Null verpasst und firmierte fortan unter der „1950“. Abgelöst wurden die vierstelligen Zahlen am 1. Juli 1993 durch die fünfstelligen Postleitzahlen, begleitet von einer großen Werbekampagne der Deutsche Post. Nach der Wiedereinführung war man bestrebt, durch ein neues System Doppelungen zu vermeiden.

Neuruppin bekam die 16816 zugeteilt und gehörte damit zu den Regionen, denen zumindest die erste Ziffer der alten Zahl erhalten blieb.

Von Mischa Karth

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