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Ungewöhnliches Ferienprojekt in Herzberg

Jugendliche verdienen Geld Ungewöhnliches Ferienprojekt in Herzberg

Tore streichen, auf einer Baustelle rackern, Äpfel pflücken: Die Teilnehmer des Projektes „Leben und arbeiten auf dem Land“ klotzen während der Herbstferien in und um Herzberg so richtig ran. Das Ziel der Jugendlichen: Sie wollen Geld verdienen für eines der nächsten Ferienprojekte.

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Legen los: Benjamin, Nico und Dominik (v.l.) auf der Baustelle.

Quelle: Peter Geisler

Herzberg. Zu Hause würde sich Dominik Unger in den Ferien nur langweilen. Da packt der 16-jährige Neuruppiner lieber richtig mit an. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen schrubbte Dominik am Montag in einer alten Scheune in Rüthnick Rost von alten Stahlträgern und strich sie neu an. „Leben und arbeiten auf dem Land“, so heißt der Ferienprojekt der Initiative Jugendarbeit Neuruppin (IJN). Noch bis Mittwoch wollen die Jugendlichen in Herzberg und anderswo kleinere Aufträge übernehmen und so Geld einspielen für neue Projekte der offenen Jugendarbeit.

Die Idee für das Ferienprojekt kam von den Jugendlichen selbst. Der Streetworker Thomas Stork und die Leiterin des Jugendtreffs „Fischbüchse“, Vivien Valdivia Llorente, griffen sie sofort auf. Wer sich das Geld für neue Projekte selbst verdient, wird „diese Projekte ganz anders wertschätzen“, findet Vivien Valdivia Llorente. Die Botschaft des Projektes sei schlicht: „Man muss was tun, um was zu bekommen.“

Auch die Baugenossenschaft Herzberg fand das Projekt unterstützenswert. Sie versorgte die Jugendlichen mit Arbeitsaufträgen und versprach im Gegenzug eine Spende. Nach dem Einsatz in der Rüthnicker Scheune werden die Jugendlichen am Dienstag Hallentore in Herzberg streichen. Einige der insgesamt zehn Teilnehmer pflückten außerdem Äpfel in der Nähe von Herzberg.

„Wir sind Stadtkinder“, sagt Benjamin Sadiki. „Natürlich macht uns die Arbeit hier Spaß.“ Zwar hat der 17-Jährige schon Praktika gemacht. Eigene Jobs hatte der Neuruppiner jedoch noch nicht. Mörtelreste von Steinen klopfen, Schutt wegfahren und Rostschutz auftragen – das ging ihm richtig leicht von der Hand. „Es ist ein gutes Gefühl, sich Geld selbst zu verdienen“, sagt er. Ein Projekt, das sie gerne mit ihrem Feriengeld unterstützen würden, haben die Jugendlichen bereits im Kopf – eine Fahrt nach Paris oder Prag.

Viele Jugendliche seien gewohnt, dass „eigentlich immer alles da ist“, sagt der Streetworker Thomas Stork. „Viele wissen gar nicht mehr, was körperliche Arbeit ist.“ Mit dem Bus brachte Stork den Jugendlichen am Montag ein warmes Mittagessen in die Scheune. „Toll, was sie alles ganz selbstständig geschafft haben“, findet er. Entspannen können sich die Jugendlichen dann in der kommenden Woche: Auf Flößen wollen sie über die Müritzgewässer fahren.

Von Frauke Herweg

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