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Ungewöhnliches Wiedersehen nach 27 Jahren

Neuruppin Ungewöhnliches Wiedersehen nach 27 Jahren

Mehr als 50 Frauen und Männer, die zur Wendezeit der Jungen Gemeinde Neuruppin angehörten, haben sich am Sonnabend in der Fontanestadt getroffen. Für viele war es das erste Wiedersehen nach 27 Jahren. Entsprechend groß war die Wiedersehensfreude. Das es überhaupt zu dem Treffen kam, liegt an zwei neugierigen Schülerinnen der Evangelischen Schule.

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Die einstigen Mitglieder der Jungen Gemeinde in Neuruppin hatten sich im Café Hinterhof viel zu erzählen.

Quelle: Privat

Neuruppin. Bewegte Zeiten haben die Mitglieder der Jungen Gemeinde (JG) Neuruppin erlebt, die sich am Sonnabend im Café Hinterhof trafen. „Viele von uns haben die Wende mitgestaltet“, sagt Andrea Niwa. Die heutige Physiotherapeutin gehörte dazu. „Ich durfte damals die erste Demonstration gegen den Militärflugplatz am Rande der Stadt eröffnen.“

Düsenjäger sorgten für ohrenbetäubenden Lärm

Die russischen Düsenjäger, die dort stationiert waren, hatten jahrzehntelang immer wieder für ohrenbetäubenden Lärm in der Stadt gesorgt. Protest dagegen war zu DDR-Zeiten kaum möglich. Schließlich galt die Sowjetunion als der „große Bruder“, dem zu verdanken war, das Deutschland vom Hitlerfaschismus befreit wurde. Öffentliche Kritik an der Sowjetunion wurde selbst dann nicht in der DDR zugelassen, als mit Michail Gorbatschow Glasnost und Perestroika in die sowjetische Politik Einzug hielten. Viele Mitglieder der Jungen Gemeinde in Neuruppin mit ihrem damaligen Jugendwart Hartwin Schulz beteiligten 1989/90 an den Friedensdemonstrationen in der Stadt – und verloren sich wenig später aus den Augen. „Es sind nur eine Hand voll in Neuruppin geblieben“, sagt Niwa. Selbst diese trafen sich kaum. Entsprechend groß war die Freude am Sonnabend beim Wiedersehen, für viele war es das erste nach 27 Jahren. Einige kamen aus Holland, Belgien oder Süddeutschland. Die Gespräche über die stürmische Zeit in Neuruppin und die weitere Entwicklung dauerten bis Sonntagmorgen kurz nach 4 Uhr.

„Mein Herz ist butterweich“

Die Idee für das Treffen war entstanden, nachdem Lene Timm und Ronja Duppel von der Evangelischen Schule für einen Geschichtswettbewerb Mitglieder der Jungen Gemeinde zu den Ereignissen von 1989/1990 befragt und daraus ein Hörstück entwickelt hatten. Dieses wurde am Sonnabend auch gehört. Es frischte die Erinnerungen auf. „Mein Herz ist butterweich“, sagte eine der Anwesenden.

Von Andreas Vogel

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