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Ostprignitz-Ruppin Unmut wegen höherer Internatsgebühren
Lokales Ostprignitz-Ruppin Unmut wegen höherer Internatsgebühren
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00:17 26.11.2016
Das kommunal betriebene Internat „Mühle Spiegelberg“. Quelle: André Reichel
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Neustadt

Extra aus Oranienburg machte sich Sabine Gaebert am Montag auf den Weg zur Amtsausschusssitzung nach Neustadt. Ihre Tochter besucht dort die Spezialklasse Reiten und ist im Internat „Mühle Spiegelberg“ untergebracht. Dass dafür jetzt eine Erhöhung der Unterbringungskosten ansteht, habe Sabine Gaebert „völlig überraschend und nur aus der Zeitung“ erfahren. Verärgert wollte sie sich nun selbst davon überzeugen, was es damit auf sich hat. „Wie Kinder es halt so aufschnappen und verstehen, dachte meine Tochter, das Internat wird geschlossen“, erklärte die Frau sichtlich aufgebracht am Montag vor dem Gremium.

Tatsächlich hatten die Amtsausschussmitglieder eine Beschlussvorlage auf dem Tisch, worin es um eine Gebührenerhöhung ging. Demnach steigt der Preis ab Januar für Selbstzahler um 60 Euro auf 650 Euro. Die Eigenbeteiligung für die bezuschussten Brandenburger Kinder soll von 170 Euro auf 200 Euro angehoben werden. Hinzu käme „eine jährliche dynamische Erhöhung“ um zwei Prozent. Begründet wird dies mit einer zu geringen Auslastung. So seien von den 70 zur Verfügung stehenden Plätzen nur 55 belegt. Das aber reiche nicht aus, um kostendeckend zu wirtschaften. Mit der Erhöhung stehen nun Mehreinnahmen von 10 800 Euro bei den Selbstzahlern und etwa 14 000 Euro bei den Brandenburger Kindern in Aussicht.

Sabine Gaebert reichte das als Begründung nicht: „Statt die Gebühren für die ohnehin schon zu wenigen Eltern zu erhöhen, sollte sich das Amt Gedanken über eine bessere Auslastung machen und offensiver für das Projekt werben. Was nützt es, wenn nach der Erhöhung einige Eltern ihre Kinder von der Schule nehmen, da sie sich das nicht leisten können? Überhaupt wird das für viele Eltern ein Schock, wenn sie vor vollendete Tatsachen gestellt werden.“

Amtsdirektor weist Kritik, das Projekt werde zu wenig beworben, zurück

Amtsdirektor Dieter Fuchs widersprach dem Vorwurf, die Eltern seien nicht informiert worden: „Die Eltern wurden angeschrieben mit dem Hinweis, dass die Gebühren ab 2017 steigen. Auch beim letzten und vorletzten Eignungstest wurde auf die neuen Gebühren hingewiesen. Zudem sollte auch erwähnt werden, dass sie seit der Eröffnung 2010 nicht verändert wurden.“ Auch der Vorwurf, das Projekt werde zu wenig beworben, ist für den Amtsdirektor unhaltbar. Fuchs sprach von einer „intensiven und deutschlandweiten Werbung“. Beispielsweise werden jährlich 5700 Briefe mit Infomaterial an potenzielle Schüler verschickt.

Zudem stehe das Haus jederzeit zur Besichtigung offen. Und Quereinsteiger könnten eine Probezeit absolvieren. Voraussetzung für die Aufnahme sei aber immer, dass die reiterlichen Fähigkeiten den Anforderungen entsprechen. Auch die vielen Erfolge der Schüler auf regionalen und überregionalen Spring- und Dressurturnieren hätten eine entsprechende Außenwirkung und werben für das Projekt. Die Einwände von Sabine Gaebert bewirkten damit am Ende nichts. Der Gebührenbeschluss wurde bei nur zwei Gegenstimmen gefasst.

Ausschussmitglieder fällten in Neustadt noch weitere Entscheidungen

Ebenfalls beschlossen wurden die Mitfinanzierung des Bahnverkehrs zwischen Neustadt und Meyenburg sowie die neue Gebührensatzung des Fanfarenzuges. Auch die gemeinsame Finanzierung der Freibadsanierung wurde bei nur einer Gegenstimme abgesegnet. Zuvor bekräftigte Fuchs, dass diese Beteiligung der Gemeinden „eine einmalige Sache“ ist. Die jährlichen Betriebskosten werden weiterhin nur von Neustadt getragen.

Von Anja Schael

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