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Ostprignitz-Ruppin „Unser größter Feind ist der Tod“
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Unser größter Feind ist der Tod“
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00:17 01.02.2016
Ein Schlückchen auf die Gesundheit: Für die Geburtstagskinder der Jahre 2015 und 2016 gab es kleine Weinfläschchen. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Herzlich hieß Erwin Häntschke die über 60 Mitglieder des Seniorenverbands Wittstock am Donnertagnachmittag im Torbogenhaus willkommen. Auf der Jahreshauptversammlung für das Jahr 2015 blickte der Verbandsvorsitzende auf die vergangenen zwölf Monate zurück. „Es ist immer schön, wenn diese Veranstaltung so gut besucht ist“, freute sich Häntschke. Das zeige, dass viele Mitglieder gut ins neue Jahr gekommen seien und dieses nun voller Elan gemeinsam mit dem Verband gestalten wollten.

Erwin Häntschke verlieh Ehrenurkunden für 20-jährige Mitgliedschaft. Quelle: Christian Bark

„Wir kümmern uns um unsere Mitglieder“, sagte der Verbandsvorsitzende im Gespräch mit der MAZ. So würden Mitglieder auch mal daheim besucht, wenn sie nicht mehr in der Lage seien, eigenständig bei den Treffen zu erscheinen. Das reiche sogar über de Kreisgrenzen in den Pritzwalker Bereich hinein. „Der Pritzwalker Verband ist schon vor Jahren eingegangen“, erinnert sich Verbandsvorstandsmitglied Walttraut Prüter. Damals sei dort kein neuer Vorstand gefunden worden und mit der Zeit dann das Verbandsleben eingeschlafen. Einige Pritzwalker hätten daraufhin den Weg nach Wittstock gefunden.

Verbandsvorstand braucht Nachfolger

Dass man sich umeinander kümmert zeigten auch die zahlreichen Ehrungen, die traditionell bei einer solchen Jahreshauptversammlung verliehen wurden. So gab es Ehrenurkunden für 20-jährige Mitgliedschaft, kleine Präsente für die Geburtstagskinder des vergangenen und angebrochenen Jahres sowie Mitgliedskarten für Neuankömmlinge im Verband.

Walttraut Prüter ist Schriftführerin im Wittstocker Seniorenverband. Quelle: Christian Bark

Eines der neuen Mitglieder ist Rosemarie Vogel. „Ich wusste vorher gar nicht, dass es den Verband gibt“, sagte Rosemarie Vogel, die mit ihren 67 Jahren noch zu den jüngeren Semestern des seit 1992 existierenden Verbandes gehören dürfte. „Eine ehemalige Arbeitskollegin hat mich 2015 mit zu einer Fahrt nach Klink genommen“, erinnerte sie sich. Das habe ihr gut gefallen und da sie als Rentnerin sowieso eine sinnvolle Beschäftigung gesucht habe, sei sie dem Verband im Januar beigetreten. Vielleicht übernimmt sie auch mal ein Vorstandsamt, blickt die 67-Jährige in die Zukunft.

Das würde Erwin Häntschke sehr entgegenkommen. „Unser Vorstand ist in den vergangenen vier Jahren von zehn auf sieben Mitglieder geschrumpft“, bedauerte er. Man müsse sich langsam Gedanken machen, wer künftig organisatorische Aufgaben übernehmen könne.

Und noch ein Problem bereitet dem Vorsitzenden große Sorgen: die schrumpfende Mitgliederzahl. Derzeit dümpelt die Mitgliederzahl bei um die 80. „Vor neun Jahren waren wir noch an die 100“, erinnerte sich Walttraut Prüter. Hierbei stehe man zum Teil auch im Wettbewerb mit anderen Organisationen wie der Volkssolidarität. Obwohl viele Mitglieder zweigleisig fahren würden, sie selbst zum Beispiel.

Neu dabei: Rosemarie Vogel bekam ihre Mitgliedskarte für den Seniorenverband. Quelle: Christian Bark

„Der Tod ist unser größter Feind“, sagt Häntschke. Der Mitgliederrückgang sei primär mit dieser natürlichen Ursache zu erklären oder mit schweren Erkrankungen. Und die Generierung neuer Mitglieder gestalte sich zunehmend schwierig.

Fahrten und Veranstaltungen sollen neugierig auf Verband machen

„Wir müssen wohl mehr Propaganda machen“, schlug Prüter einsichtig vor. Den Tod könne man zwar nicht überlisten, wohl aber die Jahre im Alter mit gemeinsamen Aktionen versüßen. Mit Freude erinnerte sich Prüter an die Verbandsfahrten zur Bundesgartenschau im vergangenen Jahr.

Die Mitglieder hatten sich auch privat viel zu erzählen. Dazu gab es Kaffee und Kuchen. Quelle: Christian Bark

„Wir haben auch eine Radfahrgruppe“, informierte Erwin Häntschke. Zudem gebe es regelmäßige Fahrten zu kulturellen Veranstaltungen, kreative Nachmittage und interessante Fachvorträge. Einer soll in diesem Jahr zum Beispiel mit einem Vertreter der Polizei stattfinden. „Die Veranstaltungen sind mit bis zu 60 Interessierten immer gut besucht“, lobte der Vorsitzende. Außerdem betonte er die Wirkung des Verbands als Interessenvertreter für Senioren in Wittstock. „Wir haben gute Kontakte zum städtischen und zum Kreisseniorenbeirat“, erklärte Häntschke. Wer also etwas auf dem Herzen habe, könne über und gemeinsam mit dem Verband auch politisch oder sozial etwas in Bewegung bringen.

Von Christian Bark

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