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Ostprignitz-Ruppin Unseriöse Haustürgeschäfte: Ein Griff ins Klo
Lokales Ostprignitz-Ruppin Unseriöse Haustürgeschäfte: Ein Griff ins Klo
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00:20 27.08.2017
Die Angst ruft unseriöse Geschäftemacher auf den Plan. Quelle: Alexander Beckmann
Neustadt

Vielleicht kann man sich die Geschichte so vorstellen: Es klingelt an der Haustür. „Guten Tag. Wir sind von der Firma So-und-so. Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, welchen Schaden eine defekte Abwasserleitung anrichten könnte?“ Und dann bietet der freundliche Experte eine kostenlose Rohrinspektion an. Offenbar gerade noch rechtzeitig. Der Kanal ist schon fast kaputt. Nur eine sofortige Reinigung oder Reparatur bietet Schutz vor üblen Folgen. Rein zufällig sind gerade Handwerker in der Nähe, die die Rohre warten können. Nach ein, zwei Stunden ist alles wieder gut. Die Rechnung kommt zum Schluss: 1100 oder 1200 Euro, eventuell auch mal mehr.

Erst Wusterhausen, dann Neustadt

Im Juli wurden auf diese Weise eine Reihe meist älterer Wusterhausener überrumpelt. Drei Anzeigen gingen bei der Polizei ein. Inzwischen scheint die Masche auch in und um Neustadt zu laufen. Unter anderem in der Kirchengemeinde sei das aktuell ein Gesprächsthema, berichtet Gemeindesekretärin Dorit Geu: „Erst geht es um ein kostenloses Angebot. Und schwupps, ist angeblich was nicht in Ordnung. Das reparieren die dann – für 1000 Euro oder so.“ Fazit der Betroffenen: „Reingefallen!“

Polizeisprecherin Dörte Röhrs in Neuruppin warnt in dem Zusammenhang noch einmal nachdrücklich vor solchen Geschäften. Die Methode sei nicht neu. „Es ist ähnlich wie bei diesen Dachdeckergeschichten vor Jahren.“ Den Betroffenen werde Angst vor drohenden Schäden eingejagt, bis sie einen Vertrag abschließen. „Deshalb raten wir ja auch generell von Haustürgeschäften ab. Wenn man was machen lassen will, dann sollte man sich schriftliche Kostenvoranschläge einholen und die Vertragsunterlagen in Ruhe studieren.“

„Bloß nichts unterschreiben!“

Das kann der Präventionsexperte der Polizei Holger Mende nur bestätigen: „Haustürgeschäfte sind ein generelles Problem. Nur die Geschäftsfelder wechseln gelegentlich. Bloß nichts unterschreiben!“

Im aktuellen Fall erklärt Dörte Röhrs: „Wir ermitteln wegen Wuchers.“ Dazu gibt es Gesetze, die das einseitige Ausnutzen eines Vertragspartners unterbinden sollen. Der Nachweis, ob es sich bei einem Geschäft um Wucher handelt, kann im Einzelfall aber kompliziert werden.

Über 1000 Euro für ein, zwei Stunden Arbeit wie bei den aktuellen Fällen erscheinen in jedem Fall überhöht. Der Verband der Rohr- und Kanal-Technik-Unternehmen (www.vdrk.de) warnt selbst vor unseriösen Machenschaften: „Wenn Ihnen die Rechnungshöhe übertrieben vorkommt, dann verweigern Sie die direkte Zahlung. Stundenlöhne von 120 bis 180 Euro sind aber durchaus üblich. Werden Sie zur sofortigen Zahlung gedrängt, dann zögern Sie nicht, die Polizei anzurufen.“

Deutlich überteuertes Angebot

Im übrigen bezweifeln seriöse Rohrreinigungsexperten generell den Sinn von vorbeugenden Spülungen, wie sie jetzt an den Haustüren angeboten werden. „So lange es mit den alten Anlagen keine Probleme gibt, würde ich die nicht anfassen“, erklärte ein Branchenvertreter auf Nachfrage. Das Risiko, Schäden anzurichten, sei oft größer als der Nutzen solcher Aktionen.

Was die Polizei empfiehlt

Bei Haustürgeschäften besteht generell ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Gründe muss der Kunde bei einem Widerruf nicht angeben.

Aufträge oder Verträge sollten niemals unter Zeitdruck unterschrieben werden. Lieber gründlich lesen und eventuell eine zweite Meinung einholen!

Es ist dringend zu empfehlen, eine Vertragskopie mit Adresse und Name des Anbieters (lesbar!) einzufordern.

Die Datumsangabe auf Verträgen ist ganz wichtig. Sie hat unter anderem Auswirkungen aufs Widerspruchsrecht.

Mehr Informationen zum Thema gibt es unter anderem unter www.polizei-beratung.de

Von Alexander Beckmann

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