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Unterricht in geschlossener Schule

Freyenstein Unterricht in geschlossener Schule

3300 Besucher wurden in dieser Saison bislang im Archäologischen Park in Freyenstein begrüßt. Doch der Park will nicht nur Touristen anlocken, sondern setzt auch verstärkt auf Museumspädagogik. Das heißt Schulklassen werden dort unterrichtet. Es geht ums Mittelalter, aus verschiedenen Blickwinkeln.

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Zwei Schülerinnen lernen alte Getreidesorten kennen.

Quelle: Wagener

Freyenstein. Unterricht in der Freyensteiner Schule – das gibt es eigentlich seit 2008 nicht mehr. Und doch wird das Gebäude immer öfter wieder genau dafür genutzt. Für Christine Neumann ist das kein Widerspruch. Sie betreut den Archäologischen Park, führt aber immer öfter nicht nur Touristen über das Gelände der Stadtwüstung, sondern auch Kinder, wie jüngst Schüler der 5. und 6. Klasse der Grundschule am Burgwall aus Wildberg.

Dass der Park hinter der ehemaligen Schule liegt, trifft sich dabei gut. Denn so kann vor Ort eine Unterrichtsstunde abgehalten werden, bevor es für die Kinder auf einen Teilbereich des Parkes geht, wo sie alte Getreidesorten, mittelalterliche Rezepte oder Handarbeitstechniken kennenlernen können – inklusive einer Kostprobe einer Suppe wie sie vor Jahrhunderten zubereitet wurde.

Was aßen die Menschen früherer Zeiten

Auf das Hauptgelände des Archäologischen Parks geht es für die Kinder nicht. Der Grund: „Es ist kein Wandertag oder Ausflug, sondern wirklich Unterricht“, betont Christine Neumann den Kindern gegenüber, als diese Platz genommen haben. Vor ihnen stehen Schalen mit Getreide wie Buchweizen Linsen, Hafer, Bohnen, Zweikorn oder Senfkörnern – als Anschauungsobjekte. Eine Schulstunde lang erfahren sie vieles über das Leben und vor allem die Ernährung der Menschen damals. Denn das ist das Thema.

Die Stunde folgt einem strikten Ablauf und Zeitplan. Die Kinder hören zu, fragen oder melden sich, wenn sie die Antwort auf eine Frage zu wissen glauben. Am Ende sollen sie zehn Fragen zum Inhalt des behandelten Wissens schriftlich beantworten, wofür es auch eine Note gibt. Bevor es dann in den Außenbereich geht, schauen sie sich die Ausstellung „Ackern, Flößen, Jagen“ auf dem Flur an, ebenfalls begleitet von Christine Neumann und den Lehrern Andreas Pfeiffer und Anke Straßburg.

Besucherboom in diesem Jahr

Der einzige Unterschied zu einer Schulstunde in einer aktiven Schule: Es ertönt kein Klingelzeichen. Zum Abschluss besuchen die Kinder noch landwirtschaftliche Betriebe vor Ort.

So funktioniert in Freyenstein Museumspädagogik. Das Mittelalter lässt sich an kaum einem anderen Ort der Region besser kennenlernen als im Archäologischen Park – und das aus verschiedensten thematischen Blickwinkeln. Deshalb sind dort immer wieder Schulen zu Gast, auch wenn sie Fahrtkosten in Kauf nehmen müssen. „Wir möchten dieses Feld noch weiter entwickeln und bekannter machen“, sagt Christine Neumann. Deshalb sei speziell für Schulen nun auch an Informationsrunden gedacht. „Wir wollen weiter auf die Schulen zugehen.“

In diesem Jahr habe es bereits einen „Besucherboom“ gegeben. Rund 3300 zahlende Gäste seien in Park, Schloss und Burg bis Ende September gezählt worden, so Christine Neumann. Trotz des mehr und mehr herbstlichen Wetters kämen immer noch Tagesbesucher. Doch die Freyensteinerin weiß, dass sie sich auf dieser Bilanz nicht ausruhen kann.

Von Björn Wagener

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