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Ostprignitz-Ruppin Unterricht mit modernen Medien
Lokales Ostprignitz-Ruppin Unterricht mit modernen Medien
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02:15 27.03.2017
Christian Richter (l.) und Christian Höppner im Medienzentrum Ostprignitz-Ruppin. Quelle: Jan Philipp Stoffers
Neuruppin

Wie der Schulunterricht der Zukunft aussehen könnte, ließen die Medienwissenschaftler Christian Richter (36) und Christian Höppner (36) ihre Zuhörer gleich zu Beginn ihres Vortrags hautnah selbst erleben. Die beiden Dozenten hielten am Donnerstag während der Kinder- und Jugendbuchmesse im Medienzentrum Ostprignitz-Ruppin einen Vortrag zum Thema „Digitale Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen“. „Sie müssen sich nur mit ihrem Smartphone auf der kostenlosen Spiel- und Lernplattform „kahoot.it“ anmelden und schon kann es losgehen“, instruierte Christian Richter.

Schulunterricht 2.0

Per Beamer wurde eine Frage auf die Leinwand geworfen und die Teilnehmer konnten mit ihrem Smartphone die Antwort übermitteln. Die Technik funktionierte größtenteils fehlerfrei und tatsächlich wussten einige, wer „Bibi“ ist – ein deutscher Internet-Star.

Auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlicht sie Videos mit Schönheits- und Stylingtipps, was größtenteils junge Frauen interessiert. „Youtube bedient dabei Geschlechterrollen. Für die Jungs gibt es Kanäle über Videospiele und Handwerk“, so Christian Höppner.

„Um zu verstehen, wie die Kids ticken, muss man sich erstmal einen Einblick in ihre Welt verschaffen. Eltern wissen vielleicht, dass ihre Kinder online sind, was sie da im Internet machen, aber oftmals nicht“, weiß Christian Höppner.

Die Jugend von heute kommuniziert digital

Ob mit Youtube, Snapchat oder Instagram, die Jugend von heute kommuniziert digital, am liebsten per Bild- oder Videobotschaft. Die technische Entwicklung macht es möglich, kaum ein Schüler sitzt ohne Smartphone im Unterricht. Schnell muss es gehen, bunt und witzig soll es sein. So kann man bei manchem Online-Dienst ein Foto von sich selbst mit Filterfunktionen verfremden oder übermalen und an seine Freunde schicken. „Ich kann in kürzester Zeit mit nur einem Bild meine Stimmung mitteilen, wie mein Tag war oder was ich gerade mache“ sagt Christian Richter. Das geht schnell und von jedem Ort aus, Voraussetzung ist eine Anbindung an das mobile Internet.

Diese Art der Kommunikation kommt aber zumeist vollkommen ohne Worte aus. Und auch wenn in Videos gesprochen wird, so herrscht auf den bei Jugendlichen beliebten Internet-Plattformen ein zumeist knapp bemessener jugendlicher Umgangston vor. „Und anschließend müssen wir den Kindern dann mühsam beibringen, wie sie einen richtigen Aufsatz schreiben“, wirft eine Pädagogin ein.

Das mag passieren, es gehe aber nicht darum, einen Trend aufzuhalten, so Christian Richter. „Niemand kann diese Entwicklung rückgängig machen. Um die heutige Jugend besser zu verstehen, müssen sich Eltern und Lehrer nach Möglichkeit ohne Vorurteile in deren digitale Welt begeben“, so Christian Höppner. „Damit man sie nicht verliert.“

Mehr Entfaltungsmöglichkeiten in der digitalen Welt

Doch viele Lehrer seien im Umgang mit dem Internet nicht geschult genug. „Aus Unwissenheit oder wegen Bedenken gegenüber digitalen Medien greifen viele dann lieber auf eine DVD oder auf das altbewährte Blatt Papier zurück“, so Karin Kloke. Das langweile viele Schüler aber. „Dieser Vortrag zeigt Möglichkeiten auf, den Schulunterricht durch digitale Medien aufzuwerten“, so die Leiterin des Medienzentrums Ostprignitz-Ruppin.

Die digitalen Medien böten dank ihrer technischen Möglichkeiten viel mehr Raum und Freiheiten, um sich ganz individuell entfalten zu können, so Christian Höppner. „Vor allem hat dort im Netz jeder die Möglichkeit, Gehör zu finden.“

Der Videoblogger „Lefloid“ beispielsweise fordert seine Fans auf, zu aktuellen politischen Themen Stellung zu beziehen. „Das Angebot wird tausendfach auf seinem Kanal genutzt, wo die Jugendlichen dann kritisch und nachdenklich debattieren“, so Christian Richter.

Ein großes Problem stelle allerdings die mangelnde technische Ausstattung vieler deutscher Schulen und Universitäten dar, als auch das fehlende Fachpersonal. „Die Vernetzung ist im Privaten bei so ziemlich jedem angekommen, leider aber nicht an allen Lehranstalten“, sagt Christian Höppner.

Bis zum 7. April hat die Kinder- und Jugendbuchmesse im Medienzentrum OPR am Oberstufenzentrum ihre Pforten geöffnet.

Von Jan Philipp Stoffers

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