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Unterschriften gegen Beitritt

Gumtow Unterschriften gegen Beitritt

In Gumtow regt sich Widerstand gegen den Plan, sich dem Wasser- und Abwasserverband Dosse anzuschließen. In Vehlin werden zum Beispiel Unterschriften dagegen gesammelt. Auch Schönebeck ist dagegen. Der Ort ist in Pritzwalk angeschlossen.

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Die Gumtower Kläranlage würde beim Beitritt auf den Wasser- und Abwasserverband Dosse übergehen.

Quelle: Sandra Bels

Gumtow. In den Ortsteilen der Gemeinde Gumtow regt sich Widerstand gegen den geplanten Beitritt der Gemeinde zum Wasser- und Abwasserverband Dosse zum 1. Januar 2018. In Vehlin zum Beispiel läuft laut Bürgermeister Stefan Freimark eine Unterschriftensammlung dagegen. Die Einwohner würden erhebliche negative Auswirkungen befürchten, so Freimark.

Derzeit ist Vehlin nur ans öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen, hat aber keine zentrale Abwasserversorgung, sondern auf den Grundstücken gibt es Kleinkläranlagen. Befürchtet wird jetzt, dass der Trinkwasserpreis erheblich steigen könnte. Von der Vehliner Ortsbeiratsvorsitzenden Annegret Graf hat Freimark erfahren, dass derzeit bereits 30 Unterschriften vorliegen, aber noch Listen im Umlauf seien. Schönhagen sei laut Freimark gleichermaßen betroffen. Ob dort auch Unterschriften gesammelt werden, das wusste der Bürgermeister aber nicht.

Der Werksausschuss hatte das Thema auch beraten und eine Änderung in der Beschlussvorlage empfohlen. Demnach soll der Beitritt erfolgen, aber es soll kein Termin dafür festgelegt werden. Freimark sagte auch, dass er mit Joachim Stoltz, der noch bis zum 31. August dieses Jahres Verbandsvorsteher in Neustadt ist, gesprochen hat. Stoltz hätte ebenso Bedenken am vorgegebenen Zeitfenster geäußert. Schon allein deshalb, weil er in den Ruhestand geht.

Auch Freimark sieht die gegenwärtigen Pläne als problematisch an. Der Zustand der gemeindeeigenen Anlagen gibt keinen Anlass für die Eile. Ein schneller Beitritt sei nicht notwendig, die finanzielle Situation des Kommunalen Dienstleistungsbetriebes (KDB) sei stabil. Der Bürgermeister teilte auch mit, dass zum 31. Dezember 2020 die meisten Kredite des kommunalen Eigenbetriebes abgezahlt sind. „Ab dann wären wieder Gelder für Investitionen frei“, so Freimark. Er plädierte dafür, den Zeitpunkt des Übergangs offen zu lassen.

Hauptausschussmitglied Bodo Schulz, der auch Ortsvorsteher in Schönebeck ist, stellte den Antrag, dass die Gemeinde einen Beitritt zum Pritzwalker Wasser- und Abwasserverband prüfen sollte. Schönebeck ist dort bereits angeschlossen und möchte, dass das auch künftig so bleibt.

Die Bürgerfraktion als Einreicher der der Beschlussvorlage bleibt indes bei ihrem vorgegebenen Zeitplan. Fraktions-Mitglied Ralf Reinhardt sagt, dass die Gemeinde solange Joachim Stoltz noch da ist das Wesentliche klären und alle Entwürfe schaffen soll. Reinhardt vermutet, dass ein Verzicht auf den Termin nur dazu führt, dass die Sache länger liegen bleibt. Weiter weg schieben sorge nur dafür, dass in den Ortsteilen größere Unruhe entsteht, so Reinhardt. Die Gemeinde sollte den Weg so zügig wie möglich weiter beschreiten.

Der Änderungsantrag bekam im Hauptausschuss schließlich fünf Gegenstimmen und gilt somit als nicht empfohlen. Er soll in der Gemeindevertretersitzung am 11. Juli erneut auf den Tisch kommen.

Das Thema Beitritt ist nicht neu. Bereits im letzten Hauptausschuss 2016 wurde es erstmals angesprochen. Bürgermeister Stefan Freimark sagt, dass er damals beauftragt worden war, Kontakt mit Joachim Stoltz aufzunehmen und mit ihm über die Gumtower Beitrittsabsichten zu sprechen. „Das Gespräch fand im März 2017 statt“, so Bürgermeister Freimark. Im Hauptausschuss des Monats April informierte er dann über den Inhalt des Gespräches. Das geschah jedoch nichtöffentlich.

Von Sandra Bels

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