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Unterstützer für die Kirche ohne Dach

Kränzlin Unterstützer für die Kirche ohne Dach

Am 10. September 1998  gründete sich der Förderverein für die Kränzliner Kirche mit elf Mitgliedern. Heute sind es 33. Die haben die Kirche ohne Dach im Laufe der Jahr durch großes Engagement.wieder zu einem Mittelpunkt des Dorfes gemacht, in dem viele Veranstaltungen stattfinden wie Sommerkonzerte, das Kürbisfest oder ein Weihnachtsliedersingen.

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Alexander Engel, Bärbel Thiede und Gerold Engelhardt (v.l.)

Quelle: Peter Geisler

Kränzlin. Die Kränzliner Kirche hat eine Besonderheit: Sie hat kein Dach. Und das seit 1973. Damals musste die Turmspitze abgetragen werden. Dabei stürzte sie auf das Dach und zerstörte es. Die Kränzliner hatten eine Ruine im Dorf, im Inneren lagerten Schutt und Dreck. An diesem Zustand änderte sich erst etwas in den 1990er Jahren.

Vaters Kirche soll wieder aufgebaut werden

Der Sohn des ehemaligen Pfarrers, der in den 1950er Jahren in den Westen ausgereist war, kam nach der Wende nach Kränzlin und gab den Anstoß für die Gründung eines Fördervereins. Er wollte, wie Gründungsmitglied Bärbel Thiede sagt, „Vaters Kirche wieder aufbauen“. Daran hatten auch andere Kränzliner großes Interesse. „Die Kirche gehört zum Dorf. Deshalb engagiere ich mich“, sagt Gerold Engelhardt.

Erst einmal musste Schutt weg geräumt werden

Am 10. September 1998  gründete sich der Förderverein mit elf Mitgliedern, darunter alte Kränzliner Familien wie Beiers, Schosters oder Thiedes. Viele Freiwillige packten mit an, räumten auf, rodeten den Friedhof, kurzum, sie brachten das gesamte Kirchengrundstück wieder in einen vorzeigbaren Zustand. Doch das war erst der Anfang. Das erste Projekt des neu gegründeten Vereins war die Wiederherstellung des Denkmals für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, unübersehbar vor der Kirche gelegen. Weitere Arbeiten folgten, wie die Eindeckung des Turms und die Sanierung des Ostgiebels. Vor zwei Jahren wurde ein neues elektrisches Läutewerk eingebaut, die Uhr wurde repariert. Die Elektrik wurde erneuert und Malerarbeiten wurden durchgeführt. Die letzte große Aktion war die Verglasung des Ostgiebels im vergangenen Jahr, sagt der stellvertretende Vereinschef Alexander Engel. Er lebt seit zehn Jahren in Kränzlin. Für ihn war die Mitgliedschaft im Verein die Möglichkeit, in Kontakt zu den Einheimischen zu kommen. Das ist ihm gelungen und wie Gerold Engelhardt sagt, werden Zugezogene freundlich im Ort aufgenommen. „Wenn wir fürs Dorffest Kuchen backen, sprechen wir alle an, ob sie sich beteiligen wollen“, sagt Bärbel Thiede. Die Resonanz sei unterschiedlich, aber durchweg positiv.

Viel Geld mit vielen Aktionen gesammelt

Zurück zur Kirche. Auch hier ist vieles nur möglich durch das Engagement des Vereins, auch wenn alle Maßnahmen in Absprache mit der Kirche erfolgen. In der Zeit seit Bestehen des Vereins ist so manche Mark beziehungsweise Euro in das Gotteshaus geflossen. „Das Geld, das reinkommt, wird umgewälzt. Es ist schon ein ganz schönes Sümmchen zusammen gekommen“, sagt Bärbel Thiede. Geld, das teils durch Dauerspender aber auch durch die vielen Veranstaltungen wie die Sommerkonzerte herein kommt. Das sind nicht immer kirchenübliche wie beispielsweise das Public-Viewing zur Fußball- Europa- oder Weltmeisterschaft. Damit Beamer und Leinwand im Trockenen stehen, war die letzte Anschaffung des Vereins ein stabiles Zelt über dem Altar.

Kürbisfest und Weihnachtssingen

Zum Kürbisfest, dem eine Andacht zum Reformationstag vorangeht, kommen weit über 100 Leute. In diesem Jahr unterstützte der Verein Jugendliche der Evangelischen Schule Neuruppin. Sie haben Waffeln gebacken und wollen mit dem Erlös ihre Pilgerreise im kommenden Jahr finanzieren. „Ich finde es gut, wenn sich junge Leute engagieren. Das muss man unterstützen.“, sagt Gerold Engelhardt.

Auf die Anregung seiner Frau findet am Heiligabend ein Weihnachtsliedersingen im Kirchturm statt. Um 22 Uhr, wenn alle Geschenke ausgepackt und die Kinder im Bett sind, kommen Interessierte zusammen. „Jeder bringt Glühwein mit“, sagt Engelhardt. Beim ersten Singen 2001 kamen sechs Leute, jetzt sind es über 20.

Einmal im Jahr machen die Mitglieder nur etwas für sich. Die Vereinsweihnachtsfeier findet immer in der alten Scheune von Thiedes statt. Aufgetischt wird ein „Kränzliner Buffet“, das heißt, „Jeder bringt etwas mit“. So werden neue Kräfte gesammelt für neue Taten.

Schinkel ging in Kränzlin ein und aus

Der Förderverein macht viel für und mit dem Dorf – und die Kirchenruine ist dank seiner Hilfe wieder der Mittelpunkt des Dorfes. Das kann sich mit einem berühmten Gast schmücken. Im Pfarrhaus neben der Kirche ging Karl Friedrich Schinkel ein und aus ging. Seine ältere Schwester Sophie Eleonore Elisabeth war mit dem Pfarrer Gotthilf Friedrich Tobias Wagner verheiratet, der in Kränzlin von 1793 bis 1806 tätig war.[

Von Dagmar Simons

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