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Unterwegs mit Pilzberater Gundar Kamm

Kagar Unterwegs mit Pilzberater Gundar Kamm

Wer nach der Pilzsuche unsicher ist, ob seine Ausbeute genießbar ist, kann sich bei einem Pilzsachverständigen Rat holen. Einer dieser Pilzberater ist Gundar Kamm aus Kagar. Er weiß, worauf es beim Suchen ankommt und gibt Tipps, wie gar nicht erst ungenießbare Exemplare im Korb landen.

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Gundar Kamm zeigt einen Igelstachelbart.

Quelle: Josephine Mühln

Kagar. Gundar Kamm sagt von sich selbst, dass er schon immer ein Naturkind gewesen sei. Wann immer es eine Gelegenheit gegeben habe, sei er mit seinem Vater im Wald unterwegs gewesen, um Pilze zu suchen. Diesem Hobby frönt der 61-Jährige auch heute noch – im heimischen Wald, wenn er mit seinen zwei Hunden unterwegs ist, oder im Urlaub. Sein Wissen gibt der gebürtige Jenaer seit acht Jahren an andere Pilzsucher weiter. Kamm ist Pilzberater und Mitglied im Brandenburgischen Landesverband der Pilzsachverständigen.

Der rotrandige Baumschwamm wächst an Laub- und Nadelhölzern, ein ungenießbarer Pilz

Der rotrandige Baumschwamm wächst an Laub- und Nadelhölzern, ein ungenießbarer Pilz.

Quelle: Josephine Mühln

„Es kommen schon jedes Jahr ein paar mehr Leute bei mir vorbei, würde ich sagen. Aber trotzdem sind das keine Massen“, befindet Kamm. „Im Schnitt vielleicht zehn bis zwölf Leute, manchmal sind es auch dieselben.“ Viele Touristen seien darunter oder Köche, vermehrt auch junge Leute. Ortsansässige dagegen eher seltener.

Nicht ohne Pilzbuch auf Sammeltour

Wer selbst auf Pilzpirsch gehen will, dem rät Kamm, nicht ohne ein Pilzbuch als Hilfsmittel zu starten. „Ein bisschen Grundwissen sollte schon da sein, welche Exemplare giftig und welche ungiftig sind“, sagt Kamm. „Und nicht jeder Pilz sollte gleich rausgerissen werden, sondern man sollte ihn zunächst identifizieren.“ Denn das Grundproblem sei nach wie vor, die genießbaren Pilze von ihren ungenießbaren oder gar giftigen Doppelgängern zu unterscheiden.

Dieser Igelstachelbart ist bereits 14 Tage alt und nicht mehr essbar

Dieser Igelstachelbart ist bereits 14 Tage alt und nicht mehr essbar. Gundar Kamm hat ihn zu Dekozwecken drapiert.

Quelle: Josephine Mühln

So werde der Champignon oft mit dem Knollenblätterpilz verwechselt. „Und da kommen wir dann in den gefährlichen Bereich“, sagt Kamm. Bei Steinpilzen hingegen bestehe zwar die Gefahr, einen der giftigen Zwillinge – Gallenröhrling oder Bitterling – zu erwischen, jedoch würden beide nur das Essen verderben, ihr Verzehr sei aber nicht lebensgefährlich. Gerade wenn die Pilze noch sehr jung seien, würden sie ihren Doppelgängern sehr ähnlich sehen.

„Durch den fast reinen Sandboden haben wir hier eine recht vielfältige Pilzflora“, sagt der Pilzberater. Neben Maronen, Pfifferlingen und Steinpilzen seien auch unter den Täublingen gute Speisepilze. Von ihnen könne auch eine Probe gekostet werden. Entweder schmeckt das Stück mild und gut – dann ist der Pilz genießbar. Oder aber auf der Zunge macht sich ein scharfer, bitterer Geschmack breit. Dann besser weitersuchen.

Gesammelt werden kann bis November

Die Hauptsaison der Pilze beginne im August, in diesem Jahr habe sich der Zeitraum aber wegen der langanhaltenden Trockenheit hier im Gebiet eher nach hinten verschoben, erklärt Kamm. Gesucht werden könne allgemein bis November, manchmal seien aber auch bis in den Dezember hinein noch Pilze zu finden. Die sogenannten Baumschwämme wie der Leberreischling an Eichen, der Schwefelporling an Buchen oder der seltene Igelstachelbart würden jetzt vermehrt wachsen. Auch diese Pilze sind – vor allem im Jugendstadium – häufig genießbar.

Der Schwefelporling wächst bevorzugt an Laubbäumen

Der Schwefelporling wächst bevorzugt an Laubbäumen.

Quelle: Josephine Mühln

„Insgesamt hat es in den vergangen Jahren eher weniger Pilze gegeben“, sagt Kamm. „Und wenn welche gewachsen sind, dann nicht flächendeckend.“ Dennoch bleibt der Rentner hoffnungsfroh: “Jetzt beginnt so langsam die Maronenzeit.“

Von Josephine Mühln

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