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„Unverblümt“ feiert mit den alten Hits

Neuruppin „Unverblümt“ feiert mit den alten Hits

Seit 15 Jahren begeistern die Damen des Neuruppiner Kabaretts „Unverblümt“ nun schon ihre Gäste. Und seit 15 Jahren spenden sie die Eintrittserlöse für immer wechselnde soziale Zwecke. Zum 15-Jährigen gönnen sich die Frauen einen Griff in die Schatzkiste und beglückten das Publikum am Sonnabend mit einer Best-of-Show.

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Der perfekte Mann aus dem Labor: ein Schuss Clooney, ein Hauch Pocher, ein Tropfen David Garrett.

Quelle: Buddeke

Neuruppin. Schampus, Mädels? Keine Frage. Zum 15 Geburtstag dürfen die Korken knallen. Solange gibt es das Frauenkabarett „Unverblümt“ schon, das alljährlich im März anlässlich der Frauenwoche mit einem neuen frischen Programm aufwartet. Sehr zur Freude des treuen Stammpublikums. Und sehr zur Freude der wechselnden Projekte oder Vereine, die in den Genuss der Spenden kommen, die die fröhlichen Frauen alljährlich einspielen. In diesem Jahr ist es das Frauenhaus – mit dem fingen die spielfreudigen Damen damals auch an.

Freifrau von Zupp ist ein Publikumsliebling

Freifrau von Zupp ist ein Publikumsliebling.

Quelle: Regine Buddeke

In diesem Jahr haben sich die „Unverblümten“ indes auf Tradition besonnen und ein Best-of-Programm der vergangenen 15 Jahre reanimiert – „Show-kolade“ heißt es. „Jeder durfte sich zwei Lieblingsnummern aussuchen“, erzählt Anne Ev Hodel, neben Doreen Vogelei eine Aktivistin der ersten Stunde. „Auch wenn sie manches schon kennen: Wir amüsieren uns köstlich. Ich hoffe, Sie auch“, so Hodel an die 90 Gäste gewandt, die am Sonnabend in den Neuruppiner „Rosengarten“ gefunden haben. „Und sogar der Bürgermeister ist da – wir sind gerührt“, quietscht Hodel, dann lassen es die Frauen krachen.

Das Publikum ist sichtlich angetan

Das Publikum ist sichtlich angetan.

Quelle: Regine Buddeke

Es verwundert nicht, dass als erstes Freifrau von Zupp, eine Kultfigur des Ensembles, die Bühne erklimmt – so wie man es von ihr kennt: zeitlupenlangsam, ächzend, jede Muskelbewegung lässt Qualen erahnen. Das bonbonfarbene Outfit der adeligen Giftspritze ist immer wieder ein Genuss. Ihr geblecktes Überbiss-Zähnefletschen unter der rosa Perücke und den aschenbecherdicken Brillengläsern noch mehr. Zielsicher versprüht sie ihren ätzenden Charme: beim Schönheitschirurgen. „Du willst dir die Lippen aufschlitzen lassen?“, kreischt sie ihrer Nachbarin zu. „So wie du aussiehst, muss das eigentlich die Krankenkasse bezahlen.“ Das Publikum prustet. „Diese Falten stehen Ihnen gut – ich liebe alte Aktentaschen“, stichelt sie gegen die nächste – es ist Elisabeth Abend, ein ehemaliges Ensemble-Mitglied, die zur Feier des Abends aus der ersten Reihe auf die Bühne geholt wurde, um noch einmal in ihre alte Rolle zu schlüpfen. Doreen Vogelei alias von Zupp wälzt ihr Hinterteil ächzend einen Stuhl weiter zur nächsten Wartenden. Und hier hat sie ihren Meister gefunden. Dörte Börs, das Küken der Truppe, lässt sich von der Freifrau nicht die Butter vom Brot nehmen. Trocken konstatiert sie mit Blick auf die rosa Vogelscheuche, die gerade selbstgefällig ihren Busen lupft: „Bei Ihnen dürfte ja ne Generalüberholung anstehen.“

Öko-Tusse versus Hartz-IV-Mama

Öko-Tusse versus Hartz-IV-Mama.

Quelle: Regine Buddeke

Eine wunderbare Nummer war einst auch der Buddelkasten-Sketch. Öko-Helikoptermutter trifft auf Hartz-IV-Cindy aus Marzahn. Da prallen Welten aufeinander. Während erstere, im sackartigen Jutekleid, ihrem kleinen Prinzen Joshua Noah Alexander den Öko-Dinkelvollkornkeks mit Säuselstimme reicht, rülpst die andere: „Jason, Chips und Cola abfassen.“ Ob Noah auch etwas wolle? „Nein, wir stillen noch“, wiegelt Öko-Tussi pikiert ab. Zumindest, wenn der kleine Ritter Brust buchstabieren kann. „Wie alt isser denn“, fragt Cindy überrascht. Fünf sei er, ist zu hören. Und die Mütterszene eskaliert, als der wohlerzogene Öko-Bub den Upperclass-Bengel vertrimmt. Mama Cindy siehts gelassen – vor allem als sie sieht, dass Noah gerade die Hinterlassenschaften des Pitbulls Hasso in sein Sandförmchen knetet. „Iiih,“ kreischt seine Mutter und muss mit ansehen, wie ihr Prinzchen sein Geschäft ebenfalls im Sand verrichtet.

Beim Schönheitschirurgen wird böse geätzt

Beim Schönheitschirurgen wird böse geätzt.

Quelle: Regine Buddeke

„Der Mann aus dem Chemielabor“ war einst ebenfalls ein Geniestreich der Frauen, die an der Technik von Anke Lüder unterstützt werden. Die trinkfreudige Professorin Sigmunde Freude versucht mit ihrer Assistentin Alberta Zweistein den optimalen Mann zu schaffen: mittels diverser Proben aus dem Reagenzglas: Georges Clooney, Richard Gere. Für die Romantik ein Tropfen David Garrett, für den Humor Oliver Pocher. Oder doch lieber Hape Kerkeling? Kochen können soll er auch – also auch bitte ein Schuss Tim Mälzer. „Ein Schluck Bruce Willis?“, lallt die immer betrunkener werdende Professorin. „Weißt du, wie schwer das war, bei dem ein Glas zusammenzukriegen? Meine Hand hat voll Verschleißerscheinungen.“ Das Publikum lacht schallend. Und wird es im Lauf des Abends auch noch weiter tun.

Von Regine Buddeke

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