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Urteil gegen Lindower erneut vertagt

Drogenprozess Urteil gegen Lindower erneut vertagt

Im Verfahren gegen einen 37-jährigen Lindower wegen Drogenhandels vor dem Landgericht Neuruppin kam es am Montag wieder nicht zum Urteil. Die Verteidigung beantragte, eine Zeugin zu hören, der der Hauptbelastungszeuge und dessen Mutter gesagt haben sollen, dass sie bei der Polizei und vor Gericht gelogen hätten. Am 20. Juni wird weiter verhandelt.

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Angebaut haben soll Mario G. das Marihuana nicht, aber im großen Stil verkauft haben.

Quelle: AFP

Neuruppin. Noch immer sitzt der 37-jährige Lindower Mario G. in Untersuchungshaft und noch immer wartet er auf ein Urteil, das am Montag wieder in weitere Ferne rückte. Seit dem 4. April muss sich der Familienvater vor dem Landgericht Neuruppin verantworten, weil er laut Anklage mit 84 Kilogramm Marihuana, etwa 200 Gramm Kokain und 800 Gramm Amphetaminen gehandelt haben soll.

Verteidigung sieht sich in der Suche nach Wahrheit eingeschränkt

Der Angeklagte schweigt. Das ist sein gutes Recht. „Das wird konterkariert durch das Gericht, das alle Beweisanträge ablehnt und der Verteidigung damit eiskalt alle Wege abschneidet“, sagte Verteidiger Steffen Tzschoppe.

Belastet wird Mario G. allein durch den 21-jährigen Sebastian K. und dessen Mutter. Deren Glaubwürdigkeit wird von der Verteidigung allerdings sehr angezweifelt. Um das zu untermauern, stellen die beiden Verteidiger immer wieder Anträge, neue Zeugen zu hören. Anträge, die die dritte Strafkammer bisher ablehnte. Es sei nicht Aufgabe der Verteidigung, die Aussage von Sebastian K. widerspruchslos hinzunehmen, sondern die Wahrheit zu finden, so Tzschoppe. Erneut forderte er, den ehemaligen Ausbilder des Hauptbelastungszeugen zu laden. Sebastian K. hatte behauptet, in der Agrargenossenschaft gemobbt worden zu sein, worauf die vielen Krankschreibungen zurückzuführen seien. „Wäre das so, wüsste es der Geschäftsführer“, so Tzschoppe.

Weiter beantragte er, Arztberichte von Sebastian K. einzuholen, um zu klären, ob er wie behauptet zur Behandlung in der Tagesklinik der Ruppiner Kliniken war. Zudem habe Sebastian K. gegenüber dem Jobcenter ein zweites Konto verschwiegen. Alles Anhaltspunkte, die K. aus Sicht der Verteidigung als nicht glaubwürdig erscheinen lassen. Anders als seiner Meinung nach das Gericht. „Das Urteil scheint gefällt. Das Gericht beraubt den Angeklagten jeder Verteidigungsmöglichkeiten“, so Tzschoppe.

Befangenheitsantrag zurück gewiesen

Mit einem Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende Richterin am vergangenen Verhandlungstag war sein Mandant allerdings gescheitert. Es komme nicht auf seine subjektive Meinung an, so das Gericht. Die Kammer halte den Angeklagten nach wie vor für tatverdächtig. Anderenfalls müsste sie den Haftbefehl aufheben und ihn in die Freiheit entlassen. Das ist aber bisher nicht passiert.

Neue Zeugin aufgetaucht

Dann zog die Verteidigung noch ein As aus dem Ärmel. Es gebe eine Zeugin, der Sebastian K. und seine Mutter gesagt hätten, dass sie bei der Polizei und vor Gericht gelogen hätten. Das sei nicht so schlimm, da man Mario G. sowieso nicht glaube, sollen Mutter und Sohn gesagt haben. Die Strafkammer kam dem Antrag nach. Am 20. Juni sollen oben genannte Zeugin sowie die Mutter von Sebastian K. erneut gehört werden.

Von Dagmar Simons

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