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Ostprignitz-Ruppin Uschi Jung spielt mit Farben und Formen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Uschi Jung spielt mit Farben und Formen
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00:17 15.09.2016
Uschi Jung grundiert die Zeitung mit ihrem Lieblingswerkzeug, der Rolle. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Am Sonnabend eröffnete Uschi Jung in ihrem Offenen Atelier in der Bilderbogenpassage ihre neue Ausstellung. Wie lange diese Vernissage dauert, war ungewiss. Doch dass die Zeit dafür begrenzt sein wird, wie so vieles im Leben der Menschen, das war auch der Künstlerin klar. „Der einzelne Mensch hat nur begrenzte Zeit zur Verfügung, die Zeit an sich ist unbegrenzt und wir haben keinen Einfluss darauf“, sagt Uschi Jung. Ihre Ausstellung trägt den Titel „Zeitstreifen“.

Mischen,mischen, mischen – Grau ist nicht gleich Grau. Quelle: Peter Geisler

Die zierliche Künstlerin hockt auf der Erde, in der Hand eine Malerrolle, und bedeckt eine Zeitungsseite mit grauer Farbe. Die ursprünglich weiße Wandfarbe hat sie zuvor mit Künstlerpigmenten abgetönt, um ein lebendiges Grau zu bekommen. An der Wand hängt ein großformatiges Bild. Der Malgrund besteht aus zusammengeklebten Zeitungsseiten. Dafür hat sie „Die Zeit“ in Einzelteile zerlegt. „Das Format ist besonders schön groß“, sagt sie.Unterschiedliche Figuren verschiedener Altersgruppen beherrschen das Format, Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen miteinander. Der linke Bildbereich ist hell und offen, rechts überwiegt wieder das Grau. Als Kind erlebt man die Welt noch frei und offen, man ist gespannt auf alles, was noch kommen wird“, sagt Uschi Jung.

„Meine Farben sind sehr lange haltbar“

Viele ihrer Bilder sind mit der Malerrolle entstanden, deren Gebrauch sie bereits in unterschiedlichsten Stellungen ausprobiert hat. So entstehen breite Farbbahnen, aber auch lockere Linien. Ist die Rolle trocken, nimmt sie Farbe auf, ist sie nass so entstehen verschwommene Flächen. In ihren Bildern geht es nicht darum, ein konkretes Abbild zu schaffen, beim Malen lässt sich Uschi Jung von der Dynamik des Vorgangs tragen und selbst wenn das Bild fertig ist und eigentlich starr an der Wand hängt, scheint es noch immer in Bewegung zu sein.

Glasbilder in den Fenstern fangen das Licht und die Farben ein. Quelle: Peter Geisler

Auch die Zeitung bekommt als Bildträger neues Leben eingehaucht. „Als normale Tageszeitung ist sie nur einen Tag lang von Interesse“, sagt Uschi Jung. „Meine Farben sind sehr lange haltbar“, fügt sie hinzu. Die Zeitung wird zum Kunstwerk, das eine längere Zeit überdauern wird.

Uschi Jung liebt das Experiment, egal ob sie mit Acryl- oder Wandfarben arbeitet, ob sie Glasfenster gestaltet oder hauchdünne Skulpturen aus Hasenleim entstehen lässt. Ihre Erfahrungen während der Ausbildung im Chemielabor bringen ihr auch heute noch Nutzen.

Gut sortierte Farbflaschen stehen in Kisten bereit. Quelle: Peter Geisler

Der Blick wandert über Farben und Linien, entdeckt Plastisches und Flächiges.Mit ihren Bildern verleiht Uschi Jung dem Moment Dauer, es ist ein Spiel mit unablässiger Bewegung.

Auf einer weißen Wand hat Uschi Jung grelllrote Klebestreifen befestigt. So hat sie den wechselnden Lichteinfall im Laufe eines Tages festgehalten. Jeder Schattenwurf ist nur für einen Moment vorhanden, die Zeit vergeht.

Es sind keine glatten Leinwände, die die Galerie von Uschi Jung füllen, sondern oft schrundige, unregelmäßige Bilduntergründe. Sie klebt Papiere übereinander, die nach dem Trocknen verformte Bildlandschaften ergeben. „Damit habe ich schon während des Studiums beschäftigt“, sagt sie. Eines ihrer persönlichsten Bilder besteht aus immer wieder übermalten Notizzetteln. „Ich hatte schon eine Vorstellung, was dabei herauskommen soll, doch jedes Material hat sein Eigenleben und so kann man nur begrenzt beeinflussen, was am Ende heraus kommt.“

Figuren oft nur fragmentarisch vorhanden

In ihrer Studienzeit hat Uschi Jung auch im Freien gezeichnet, jetzt entstehen ihre Werke im Atelier. „Natürlich fertige ich auch Entwurfszeichnungen an, doch das endgültige Bild wird viel lebendiger, wenn es dann aus dem Gedächtnis heraus entsteht. Für mich hat es keinen Sinn, in die Natur zu gehen und dort etwas abzumalen.“ Uschi Jung genießt die Freiheiten, die sie als Künstlerin hat. Wurde bei den großformatigen Bildern die Fläche ausgereizt, so herrscht bei anderen Werken Sparsamkeit und Transparenz vor; Figuren sind oft nur fragmentarisch vorhanden. Sie existieren mal heiter und zart als Linie, dann wieder sind sie von dunklen Farbflächen eingeengt und wirken bedroht. „Ich weiß Freiheit zu schätzen“, sagt sie. „Aber auch Bedrohungen nehme ich sehr schnell war. Grenzen geben auch Sicherheit, aber diese vermeintliche Sicherheit muss man sich erarbeiten, erst dann kann man in sich selbst ruhen.“

Von Cornelia Felsch

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