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Vehlin: Kleine Wehr, aber eigenständig

Brandschützer gestalten Dorfleben Vehlin: Kleine Wehr, aber eigenständig

Die 14 aktiven Mitglieder der Vehliner Feuerwehr sind Retter in der Not und gestalten das Dorfleben entscheidend mit. Ortswehrführer Gerald Stolpe holte die Feuerwehr im Jahr 2001 aus dem Dornröschenschlaf. Damals wurde er zum Chef ernannt. Der ist er bis heute geblieben.

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Gerald Stolpe (r.) und sein Sohn Sebastian kontrollieren die TS, die auch gerade erst zur Reparatur war.

Quelle: Sandra Bels

Vehlin. Wenn es in Vehlin heute brennt, bleiben die Pieper der Kameraden still. Das Gerätehaus ist leer. Der alte B 1000 steht in Demerthin in der Werkstatt. „Es gibt Probleme mit dem Vergaser“, sagt Ortswehrführer Gerald Stolpe. Bis zur Rückkehr des Wagens Baujahr 1982 ist die Feuerwehr in der Leitstelle vom Dienst abgemeldet. „Der Schaden ist aber glücklicherweise reparabel“, so Stolpe. Er weiß aber auch, dass Probleme bei so einem alten Wagen immer wieder auftreten können. Bereits 2015 hatte der Barkas einen Motorschaden. „Damals wurde aus dem alten Vehliner und dem alten Demerthiner B 1000 der neue Rote zusammengeschraubt“, erzählt Stolpe. Er rechnet damit, dass er noch in dieser Woche aus der Werkstatt zurückkommt.

Stolpe und seine 13 aktiven Mitstreiter sind stolz darauf, dass sie noch als eigenständige Wehr zählen. Der Vehliner wurde 2001 zum Ortswehrführer berufen. „Ein bisschen hat mich mein Vorgänger Wilhem Hamel-Zitscher damals ins kalte Wasser geschubst“, sagt Stolpe. Der hatte die Wehrleitung abgegeben und den Nachfolger schon vorher mit zu Tagungen und anderen Veranstaltungen genommen. Da blieb dem Vehliner nichts anderes übrig, als das Ehrenamt zu übernehmen. „Damals habe ich uns erst einmal neue Uniformen besorgt. Wir hatten ja nichts“, so der Ortswehrführer. Eine Wehr gab es auch vor seiner Zeit, aber sie sei längst nicht so aktiv gewesen wie die jetzige.

Feuerwehr hilft auch beim Vehliner Dorffest mit

Für Vehlins Ortsvorsteherin Annegret Graf war das ein Glücksfall. „Gerald Stolpe hat die Wehr zu dem gemacht, was sie heute ist, sie sozusagen aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt“, sagt sie. Die Mitglieder sind aktive Mitgestalter des Dorflebens, organisieren aber auch ihre eigenen Veranstaltungen. Stolpes erste große Amtshandlung nach der Berufung war die Organisation der 90-Jahr-Feier 2002 mit einem Umzug. „Fünf Jahre später fiel der noch viel größer aus“, sagt er, wenn er an den 95. Wehrgeburtstag denkt. Auch die 100 wurde gefeiert. „Aber nicht mehr ganz so groß“, so Stolpe. Für 2017 zum 105. Geburtstag gibt es noch keine konkreten Pläne, aber für dieses Jahr.

Das traditionelle Vehliner Dorffest wird gefeiert. Die Feuerwehr hilft unter anderem beim Zeltaufbau. Am 4. Juni ist es so weit. Bereits vor Jahren hatte Gerald Stolpe für die Dorffeste in Vehlin eine mobile Kegelbahn gebaut. Er ist es auch, der die Preise für die Mitspieler besorgt. „Das wird immer sehr gut angenommen bei uns im Dorf“, sagt der Vehliner, der ein halbes Jahr lang Angestellter für den Winterdienst beim Landesbetrieb Straßenwesen ist und für das andere halbe Jahr seine Arbeitskraft als landwirtschaftlicher Lohndienstleister verleiht. Deshalb hat er daheim auch einen Traktor, mit dem er zur Stelle ist, wenn es im Ort etwas zu tun gibt.

Sebastian und Gerald Stolpe (M) sowie seinem   Vize  Wolfgang Gerloff (r) liegt  die Zukunft der Vehliner Wehr sehr am Herzen

Sebastian und Gerald Stolpe (M.) sowie seinem Vize Wolfgang Gerloff (r.) liegt die Zukunft der Vehliner Wehr sehr am Herzen

Quelle: Sandra Bels

Nach dem Dorffest kommt gleich der nächste Höhepunkt im Feuerwehrkalender. Am 11. Juni ist Gemeindefeuerwehrtag in Dannenwalde. „Wir wollen mit einer Mannschaft daran teilnehmen“, sagt Stolpe. Das gemeinsame Training dafür zu organisieren, sei jedoch nicht so einfach, weil die Feuerwehrleute entweder in der Landwirtschaft arbeiten oder auswärts tätig sind. Aber Stolpe ist guter Dinge, dass die Vehliner nach einem Jahr Pause wieder dabei sein werden. Gewöhnlich treffen sie sich einmal im Monat im Gerätehaus, das nicht immer diese Bestimmung hatte. „In der Ecke neben den Spinden befand sich früher das Dorfgefängnis“, erzählt der Ortswehrführer. An der Wand sind noch die unterschiedlichen Weißtöne zu erkennen. Gitter vor dem Fenster zeugen ebenfalls von der Vergangenheit. Den Boden haben die Feuerwehrleute längst neu gepflastert. Wo einst die Zelle war, steht heute ein Regal.

Für ein neues Feuerwehrauto wäre das alte Gerätehaus sowieso viel zu klein. Vehlin und Schönhagen sind die letzten Feuerwehren in der Gemeinde Gumtow, die noch mit dem alten B 1000 zum Einsatz fahren müssen. Das soll sich ändern, ob noch in diesem Jahr, konnte Hauptamtsleiter Detlef Störing aber nicht sicher sagen. „Wir müssen erst die räumlichen Voraussetzungen für das neue Auto schaffen“, so Störings Auskunft.

Von Sandra Bels

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