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Ostprignitz-Ruppin Vehlow: Für Innenausbau gestimmt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Vehlow: Für Innenausbau gestimmt
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00:18 09.04.2016
Die Glaswand zum Gemeinderaum und der Fußboden waren Bestandteil der Innensanierung, sind aber schon jetzt fertig. Quelle: Sandra Bels
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Kyritz

Was die Ehrenamtler im künftigen Sport- und Gemeindezentzrum Vehlow vollbracht haben ist für Bürgermeister Stefan Freimark „eine beachtliche Leistung“. „Die Turnhalle ist fast wie neu“, sagte er am Dienstagabend bei der Sitzung des Hauptausschusses der Gemeindevertretung. Dabei war die Innensanierung der Turnhalle ein Thema. Die Bürgerfraktion hatte dafür einen Antrag eingebracht.

Bürgermeister Freimark soll Fördermittel akquirieren

Nach dem Abschluss der geförderten Hüllensanierung soll nun auch die Innensanierung fertiggestellt werden, heißt es darin. Der Bürgermeister soll dafür einen erfolgversprechenden Fördermittelantrag stellen. Entgegenstehende Beschlüsse werden gleichzeitig aufgehoben. Es geht um den Grundsatzbeschluss der Gemeindevertreter vom April 2014, der unter anderem besagt, dass die Gemeinde kein Geld für die Innensanierung ausgibt.

Die Beweggründe für den Beschluss erläuterte für die Bürgerfraktion Dietmar Pritzschke. Es sei eine enorm erstaunliche und umfangreiche Leistung, die von den Ehrenamtler bisher erbracht wurde, sagte er. „Schon deshalb darf die Halle jetzt keine Investruine bleiben“, so Pritzschke weiter. Teile der noch anstehenden Innenarbeiten hätten aber hohe Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, die durch die Arbeit von Ehrenamtlern nicht gewährleistet werden könnten.

Nur Vehlow hat kein Gemeindezentrum

Pritzschke sagte auch, dass fast alle Orte der Gemeinde ein Gemeindezentrum haben nur Vehlow nicht. Er geht davon aus, dass das Haus künftig ein Lebensmittelpunkt sein und für Heimatverbundenheit sorgen wird. Pritzschke gab auch zu bedenken, dass Kulturverein und der Sportverein Spenden in Höhe von 22 000 Euro eingeworben haben, die als Eigenmittel verwendet werden können.

Bodo Schulz, Vorsitzender der Fraktion Bürger für Gumtow, hatte Schwierigkeiten mit den in der Beschlussbegründung aufgelisteten ehrenamtlichen Arbeiten, die mit 28 000 Euro als Eigenleistung für den Fördermittelantrag abgerechnet werden sollen. „Ich weiß nicht, wie diese Rechnung zustande kommt“, sagte er.

Fraktion vermutet Täuschung der Bürger

Kathrin Voigt, ebenfalls aus der Bürgerfraktion, hält das Ansinnen für eine Frechheit. Es sei von Anfang an bekannt gewesen, dass ein kompletter Innenausbau ohne Gemeindegeld gar nicht zu stemmen wäre, sagte sie. Die Fraktion Bürger für Gumtow erklärt darüber hinaus weiterhin in einer Pressemitteilung, dass der Beschluss eine Täuschung von Öffentlichkeit, Bürgern und Mitgliedern der Gemeindevertretung bedeute. Bei der schon umstrittenen Finanzierung der Arbeiten an der Außenhülle sei zugesichert worden, dass eine Finanzierung des Innenausbaus durch Eigenleistungen und Spenden gesichert sei. Die nicht eingehaltenen Zusagen würden einen schweren Vertrauensbruch bedeuten.

Auch die Begründung, mit den zunächst fälligen 28 000 Euro würden Eigenleistungen abgegolten, ist für die aus vier Mitgliedern bestehende Fraktion Bürger für Gumtow nicht akzeptabel. Sie fragen: „Werden künftig auch Eigenleistungen anderer Bürger oder Dörfer anerkannt und auf diese Weise verrechnet?“ Antworten darauf gab es nicht. Für die Fraktion ist die Finanzplanung vollkommen unklar und eine Bewilligung des Antrages nicht gesichert. Das sei verantwortungslose Finanzpolitik. Die Mehrheitsfraktion wurde aufgefordert, den Beschluss nicht durchzusetzen.

Erste Kostenschätzung nicht mehr aktuell

Eine erste Kostenschätzung hatte ergeben, dass bis zu 250 000 Euro für die Innensanierung benötigt werden. Freimark teilte aber jetzt mit, dass diese Summe mittlerweile nicht mehr aktuell sei, das unter anderem der Fußboden der Halle schon komplett in Eigenleistung fertiggestellt worden ist. Es würde sich seiner Auskunft nach nur noch um die Sanierung des Gemeinderaums und den Einbau eines neuen Sanitärtraktes handeln.

Freimark erklärte auch, dass die Leaderförderung derzeit nicht sicher sei, hingegen aber eine Förderung über das KLS-Programm. Aus diesem Topf kam schon das Geld für die Hülle. Jedoch werden dabei nur 53 Prozent des Vorhabens gefördert. Bei Leader wären es 75.

Leader-Förderung dreimal abgelehnt

Allerdings, so Freimark, sei ein Förderantrag der Gemeinde über Leader bereits dreimal abgelehnt worden. Es gibt aber zwei weitere Termine in diesem Jahr, einen Antrag abzugeben. Der erste ist im Juli. Freimark schlug vor, die Arbeiten in zwei Bauabschnitte zu teilen und so 2016 und 2017 zu realisieren. Für dieses Jahr seien ohnehin 70 000 Euro für die Halle in den Haushalt eingestellt worden. Für 2017 könnten dann unter anderen die Spenden und das Gemeindegeld als Eigenanteil eingestellt werden.

Die Bürgerfraktion blieb bei ihrem Antrag. Er wurde auch nicht geändert und schließlich mit zwei Neinstimmen und sieben Mal ja der Gemeindevertretung zum Beschluss empfohlen. Sie tagt am 26. April.

Von Sandra Bels

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