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Ostprignitz-Ruppin Verdacht: Sexueller Missbrauch im Heim
Lokales Ostprignitz-Ruppin Verdacht: Sexueller Missbrauch im Heim
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00:17 26.03.2017
Die Staatsanwaltschaft versucht zu ermitteln, was in dem Heim in der Prignitz Anfang Dezember passiert ist. Quelle: DPA
Wittstock

Als Thomas* erfuhr, dass er wieder zurück in das Heim sollte, konnte seine Mutter ihn kaum beruhigen. Der Elfjährige schrie so laut, dass sich Nachbarn beschwerten. Doch der lautstarke Protest von Thomas half dem Jungen nicht. Er musste ein paar Tage später zurück in das Heim in der Prignitz. In das Heim, in dem der Elfjährige Anfang Dezember wohl von seinem 14-jährigen Zimmerkollegen sexuell missbraucht wurde.

Hat das Heim die Polizei und das Jugendamt informiert?

Der Jugendliche wurde zwar inzwischen in ein anderes Heim verlegt. Das reicht Monika Meier*, der Mutter von Thomas, jedoch keinesfalls aus. Thomas werde in dem Heim doch jeden Tag aufs Neue an den Vorfall erinnert, sagt die 32-Jährige. Die Wittstockerin, die geraume Zeit medikamentenabhängig war und gerade eine Therapie hinter sich hat, hat jegliches Vertrauen in die Einrichtung verloren, die ihrem Sohn eigentlich helfen soll. Denn das Heim hatte im Dezember zunächst mitgeteilt, dass ihr Sohn den 14-Jährigen sexuell belästigt haben soll. Den Aussagen von Thomas, der die Vorwürfe bestritt, wurde nicht geglaubt. Erst einen Monat später hieß es plötzlich bei einem Gespräch mit der Mutter, dass der Ältere sich wohl an dem Jüngeren vergriffen habe. Die Heimleiterin habe sich zwar entschuldigt, dass so etwas in der Einrichtung vorgekommen sei, so Meier. Jedoch soll die Heimleiterin weder das Jugendamt noch die Polizei über den Vorfall informiert haben.

Torge Vogelsang, der Anwalt von Meier, ist fassungslos. „Das war schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes. Das ist eine Straftat.“ Wegen dieses Verdachts ermittelt inzwischen auch die Staatsanwaltschaft. Vogelsang will, dass Thomas in ein anderes Heim kommt, in dem der Junge mehr Abstand von dem „schlimmsten Vorfall“ hat, den der Elfjährige bisher erlebt hat. Am besten sei eine Unterkunft, die sich in der Nähe der Mutter befindet, so der Anwalt. Thomas dort wieder unterzubringen, wo er dermaßen gedemütigt wurde, „das ist seelische Grausamkeit“, sagt Vogelsang.

Streit über das Sorgerecht des Sohnes

Die Mutter sieht das genauso. Monika Meier muss derzeit hinnehmen, dass ihr Sohn gar nicht mehr mit ihr reden will. Den Grund dafür glaubt die Wittstockerin zu kennen: Sie hat es nicht verhindern können, dass Thomas wieder zurück in das Heim in die Prignitz musste. Selbst der leibliche Vater von Thomas, von dem sie getrennt ist, scheiterte. Als er am Heim auftauchte und seinen Sohn einfach mitnehmen wollte, riefen Mitarbeiter die Polizei.

Etwas Gutes habe das gehabt, sagt Meier im Nachhinein. Am nächsten Tag habe das Jugendamt eingewilligt, dass Thomas zunächst einmal wieder zu ihr nach Hause konnte. „Er war total eingeschüchtert“, sagt die Mutter. Sie hoffte, dass ihr Sohn nie wieder in das Heim in die Prignitz zurück müsse. Um so schockierter sei sie gewesen, als sich drei Wochen später das Jugendamt bei ihr meldete und darauf bestand, dass Thomas wieder in das Heim zurückkehrt. „Er fühle sich dort wohl, haben sie gesagt“, so Meier. Die Wittstockerin glaubt das nicht. Sie habe der Rückkehr von Thomas in das Heim in der Prignitz nur aus der Angst heraus zugestimmt, ansonsten das Sorgerecht für ihren Sohn zu verlieren. Der nächste Termin am Familiengericht in Neuruppin im Streit über das Sorgerecht für Thomas ist noch in diesem Monat. Ob und wie sich der Vorfall in dem Heim auf die Verhandlung auswirken wird, ist völlig ungewiss.

Der Träger des Heimes, der nicht allein in der Prignitz psychotherapeutische Einrichtungen für Kinder und Jugendliche unterhält, wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern.

*Die Namen sind geändert.


Von Andreas Vogel

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