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Ostprignitz-Ruppin Verdrängung von sozialschwachen Einwohnern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Verdrängung von sozialschwachen Einwohnern
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10:48 27.02.2018
Bedarfsgemeinschaften in Neuruppin 2016 laut einer Studie der Universität Göttingen. Quelle: M. Mießner, Universität Göttingen
Neuruppin

In Ballungszentren wie Hamburg oder Berlin ist für Immobilieninvestoren kaum noch etwas zu haben. Der Andrang ist enorm, das Angebot wird immer magerer und Suchende finden seltener passende Objekte. So werden nun auch kleinere Städte im Umland attraktiv.

In Neuruppin haben sich die Mietpreise in den letzten Jahren stark verändert. Hier ein Blick auf die Altstadt von der Klosterkirche aus. Quelle: Peter Geisler

Vor diesem Hintergrund hat eine Gruppe von Geografie-Studenten der Universität Göttingen im vergangenen Jahr das Mittelzentrum Neuruppin unter die Lupe genommen. Das Team unter der Leitung von Dozent Michael Mießner, der aus der Fontanestadt stammt, forschte zu Investitionen, Mietpreisentwicklungen und sozialräumlichen Verdrängungsprozessen. Dafür sprachen die acht Studenten mit Stadtplanern und -sanierern, Passanten, Maklern, Bauträgern. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Noch immer moderate Preise in Neuruppin

Fakt ist demnach: Der Preisschub auf dem Immobilienmarkt hat die Fontane­stadt erreicht. Die Dynamiken schätzt Michael Mießner im Vergleich zu den Entwicklungen in Groß- und Universitätsstädten aber als moderat ein. „Neuruppins Mieten sind gestiegen, die Bodenwerte seit 2012 auch“, sagt er. „Im Kernstadtbereich sind 40 Euro pro Qua­dratmeter keine Seltenheit, in den ländlichen Stadtteilen liegt der Preis bei weniger als 20 Euro.“

Insbesondere in der Altstadt und in der Fehrbelliner-Tor-Vorstadt sind die Bodenpreise enorm, bis zu 100 Euro kostet dort ein Quadratmeter. In der Lindenallee klettern die Preise sogar auf bis zu 120 Euro für jeden Quadratmeter. „Neuruppin scheint nicht nur für lokale, sondern auch zum Teil für überregionale, insbesondere aus Berlin stammende, Immobilieninvestoren attraktiv zu sein“, erklärt der Wissenschaftler.

Die gesteigerte Attraktivität wirkt sich natürlich auch auf die Mietpreise aus. Die Werte bei Neuvermietungen sind zwischen 2012 und 2016 im Schnitt um 18,4 Prozent gestiegen.

Starke Sprünge auch am Reiz

Am stärksten zugelegt haben die Mieten für Objekte in der Altstadt (30,8 Prozent) und im Neubaugebiet III hinter dem Ruppiner Einkaufszentrum (26,8 Prozent).

Das Wohngebiet am Reiz in Neuruppin hat sich verändert – die Mieten dort steigen seit Jahren. Quelle: Peter Geisler

„Auffällig ist, dass die Mietpreissteigerungen erst im letzten Untersuchungsjahr starke Sprünge gemacht haben“, sagt Forschungsleiter Michael Mießner. „Damit dürfte sich in naher Zukunft die Frage nach bezahlbarem Wohnraum noch mehr als bisher stellen.“

Einkommensschwache leiden

Unter der Entwicklung haben insbesondere einkommensschwache Einwohner zu leiden, wie das Forschungsteam der Universität Göttingen herausfand. Zwischen 2012 und 2016 ist der Anteil der sozialleistungsbeziehenden Haushalte in der Kernstadt Neuruppins um 1,97 Prozent gesunken.

In der Rheinsberger Vorstadt und im Neubaugebiet III wohnen derzeit die meisten Sozialhilfeempfänger, gefolgt von der Altstadt und den Neubaugebieten I und II, entlang der Heinrich-Rau-Straße, stadteinwärts liegend.

Gleichzeitig ist der Anteil der bedürftigen Haushalte, die Leistungen beziehen, in diesen Vierteln aber besonders stark gesunken, vor allem in der Altstadt, in der Rheinsberger Vorstadt, im Neubaugebiet I und III. „Es besteht die Gefahr, dass diese Dynamik zunimmt und Geringverdiener und andere einkommensschwache Bevölkerungsschichten aus Stadtteilen mit vormals günstigen Mieten in ländliche Gebiete verdrängt werden“, erklärt Michael Mießner. „Das ist ein recht häufiges Phänomen, das bisher aber hauptsächlich in Großstädten nachgewiesen wurde.“

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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