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Verein plant eine feste Zirkus-Akademie

Neuruppin Verein plant eine feste Zirkus-Akademie

Esta Ruppin sucht in Neuruppin einen festen Standort für professionelle Zirkusarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Esta schon mit seinen „Gaukler-Kids“ an verschiedenen Standorten. Die Akademie soll Dinge möglich machen, die bisher nicht gehen. Das Geld kommt von privaten Förderern.

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Etwa 150 Kinder und Jugendliche trainieren bisher regelmäßig an neun Standorten im gesamten Landkreis bei den „Gaukler-Kids“.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die Stadt Neuruppin soll eine professionelle Zirkusakademie bekommen. Der Verein Esta Ruppin arbeitet gerade an einem Konzept, seine Zirkusarbeit mit Kindern und Jugendlichen auf noch solidere Füße zu stellen. Wesentlicher Bestandteil ist ein fester Standort für professionelle Zirkusarbeit, am liebsten mit einem eigenen Zirkuszelt.

Seit mehr als zehn Jahren können Kinder und Jugendliche über den Verein lernen, worauf es als Artist oder Clown ankommt. 2005 gab es die ersten Zirkusprojekte an verschiedenen Standorten im Landkreis, zunächst als Sommercamp in den Ferien. Die Kinder waren jedoch schnell so begeistert, dass sich daraus feste Arbeitsgemeinschaften entwickelt haben. In neun Orten gibt es inzwischen regelmäßigen Zirkusunterricht, sagt Christiane Schulz, die Geschäftsführerin des Vereins Esta Ruppin, unter dessen Dach das Vorhaben läuft.

Zirkus verbindet ganz verschiedene Menschen

„Das Tolle am Zirkus ist, dass Menschen völlig unterschiedlichen Könnens, unterscheidlochen Alters, unterschiedlicher Herkunft zusammen etwas machen können und dass es sich immer so gestalten lässt, dass sich niemand schämen muss“, sagte Christiane Schulz, als sie das Vorhaben am Dienstag im Neuruppiner Sozialausschuss vorstellte. Die Kinder und Jugendliche werden von Sozialarbeitern und ehrenamtlichen Mitarbeiten des Vereins betreut. Zusätzlich kommen alle zwei Wochen erfahrene Zirkuspädagogen und Artisten dazu, von denen die Jugendlichen neue Tricks und Techniken lernen, die sie in den Wochen darauf selbstständig üben.

Christiane Schulz ist Geschäftsführerin des kirchlichen Verein Esta Ruppin

Christiane Schulz ist Geschäftsführerin des kirchlichen Verein Esta Ruppin.

Quelle: Peter Geisler

Die „Gaukler-Kids“ von Esta Ruppin sind inzwischen an vielen Orten eine feste Institution. Sie üben meist in Schulturnhallen, werden regelmäßig für Auftritte zu Schul- und Dorffesten oder anderen Feiern eingeladen. In diesem Jahr sollen noch weitere Gruppen an anderen Standorten dazu kommen, etwa an der Grundschule in Alt Ruppin.

Ein Problem bleibt aber: Wenn sich die jungen Zirkuskünstler treffen, können sie Jonglieren üben, Einradfahren, Clownerie und Schauspiel – Dinge, für die wenig Vorbereitung und fast keine Technik nötig sind. Was darüber hinaus geht, war bisher nicht möglich. In den Turnhallen kann zum Beispiel kein Trapez aufgebaut werden, sagt Christiane Schulz: „Viele Mädchen und Jungen wünschen sich inzwischen, dass sie sich weiter fortbilden und professionalisieren können.“ An einer festen Zirkusakademie soll das möglich werden.

Vier Jahre bleiben Zeit, eine festen Standort aufzubauen

Etwa vier Jahre hat Esta Ruppin Zeit, einen festen Standort dafür in Neuruppin aufzubauen. 2015 hatte sich der Verein von der Organisation Phineo bestätigen lassen, wie sinnvoll das Zirkusprojekt ist. Die private Spendenorganisation Skala stellt Esta Ruppin daraufhin bis 2020 das Geld in Aussicht, das für den Aufbau seiner Akademie nötig ist. Ziel der privaten Förderung ist in jedem Fall ein Projekt, das auf Dauer funktioniert.

Nur der Standort fehlt noch. „Wir wünschen uns Unterstützung, vor allem erst einmal ideeller Art“, sagt die Chefin von Esta Ruppin. Zum Beispiel bei der Suche nach einer Fläche, die für ein Zelt geeignet wäre. Christiane Schulz könnte sich sehr gut die große Wiese neben dem Bauspielplatz am Rand des Neuruppiner Neubaugebietes vorstellen. Der Bauspielplatz wird auch von Esta betrieben. Beides – Zirkus und Abenteuerspielplatz – ließen sich gut verbinden. „Aber bei der Wiese handelt es sich natürlich um eine öffentliche Grünfläche“, räumt die Esta-Chefin ein. Über die könnte der Verein allenfalls verfügen, wenn die Stadt das auch will.

Esta Ruppin will das Projekt auch ohne Akademie vorantreiben

Wie lange es dauert, bis ein Standort gefunden ist, weiß niemand. Trotzdem will der Verein seine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weiter ausbauen. „Wir bleiben erstmal noch mobil“, sagt Gunda Kniggendorf, die bei Esta für die „Gaukler-Kids“ verantwortlich ist.

Der Sozialausschuss schien sehr angetan von der Idee. „Ein tolles Projekt“, befand SPD-Fraktionschef Nico Ruhle. Für ihn hat Zirkusarbeit viel mit Turnen zu tun; Turnangebote für Kinder und Jugendliche sind in Neuruppin eher rar.

Von Reyk Grunow

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