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Verein schenkt Museum Werk von Kuphal

Neuruppin Verein schenkt Museum Werk von Kuphal

Eine vierstellige Summe hat der Förderverein des Museums für ein Gemälde des Neuruppiner Landschaftsmalers Walter Kuphal ausgegeben. Der Verein will das Werk, das mehrere Jahrzehnte nicht in der Heimatstadt des Künstlers war, der Einrichtung schenken. Wann das Bild gezeigt wird, steht aber noch nicht fest.

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Das Bild, das jetzt dem Neuruppiner Museum gehört.

Quelle: Celina Aniol

Neuruppin. Sie hätte für ihren Kuphal wahrscheinlich einen deutlich höheren Preis verlangen können. „Das wollte ich aber nicht“, sagt Bea Gellhorn. „In einem Museum ist es besser aufgehoben: Hier können sich viele Menschen an der Schönheit der sonnenverträumten Dorfstraße erfreuen, die Walter Kuphal so einzigartig festgehalten hat. Und nach Neuruppin passt das Bild einfach wunderbar.“ Genau deshalb habe sie das Werk des 1890 in der Fontanestadt geborenen und auch dort tätigen Landschaftsmalers ganz bewusst nicht wie andere auf dem freien Markt, sondern dem Museum Neuruppin angeboten.

Das griff zu – allerdings über Umwege. Das Museumsteam sammelt seit längerer Zeit Werke des Malers, hat inzwischen mehrere Dutzend und stellt einige in einem Kuphal-Kabinett aus. Andererseits hat das Museum aber nicht unbedingt zwischendurch Geld für eine solche Anschaffung. „Umso mehr haben wir uns gefreut, als das Angebot bei unserem Förderverein eine freudige Begeisterung auslöste“, berichtet Museumsleiterin Maja Peers-Oeljeschläger. Tatsächlich kaufte der Verein, der jetzt 46 Mitgleider hat und seit genau zehn Jahren das Museum unterstützt, das Bild für einen vierstelligen Betrag und will es der Institution demnächst schenken, sagte Vereinsvorsitzende Margarete Jungblut bei der Präsentation des Gemäldes am Montagnachmittag.

„Die Farbgebung, der Pinselstrich“, sagt Günter Rieger. „Es ist ein reifes Werk, es stammt vermutlich aus den 30er Jahren.“ Genau könne man das aber nicht sagen, so der Karwer Verleger, der auch im Vereinsvorstand und ein Kenner Kuphals ist, über den er schon ein Buch veröffentlicht hat. Denn der Künstler habe seine Bilder nie datiert. „Das könnte aber passen“, entgegnet Bea Gellhorn. „Vielleicht war es ein Hochzeitsgeschenk für meine Großeltern, die 1935 geheiratet haben.“ Ihre Großmutter Käthe Petschelt stammte aus der Familie Hattenhauer, der der Neuruppiner „Rosengarten“ gehörte. Das Gemälde wurde dem Paar aber vermutlich von ihrem Schwiegervater Max Petschelt geschenkt, der eine Schwäche für Kunst hatte. Das Glück währte allerdings nicht lange: Der Ehemann wurde 1944 in Ostpreußen als vermisst gemeldet; die junge Frau musste sich nun mit ihrer Tochter, der Mutter von Bea Gellhorn, allein durchschlagen.

Das Bild verkaufte sie trotz aller Not nicht. Es war auch eines der wenigen Gegenstände, das sie auf ihrer Flucht 1956 nach West-Deutschland – eingerollt in die Wäsche – mitnahm und, obwohl anfangs mittellos, bald schon in einer renommierten Frankfurter Galerie fachmännisch rahmen ließ. Seitdem hing „die Ansicht der geliebten Heimat“, so Gellhorn, immer an prominenter Stelle in den Wohnzimmern der Großmutter, später der ihrer Eltern, die im vergangenen Jahr starben. Dass das Bild nun wieder nach Neuruppin zurückgekehrt ist, sei ein Zufall: Erst 2016 fanden die 1960 geborene Unternehmensberaterin und ihr Mann ein Bauernhaus in Langen und kauften es. „Wir haben überall gesucht. Wären wir woanders gelandet, wäre ich wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, es hierher zurückzubringen.“

Diese Geschichte sei einzigartig – und dennoch eine typische für viele Kuphal-Werke in der Fremde, sagt der Kenner Günter Rieger. „Die Bilder waren viele Generationen lang gewissermaßen das Zentrum der Erinnerung an die Heimat.“ Nun werden sie vermehrt verkauft, weil die Menschen, die einen direkten Bezug zu Neuruppin oder dem Landschaftsmaler haben, sterben. „2016 gab es wohl deshalb sehr viele Bilder von ihm auf dem Markt.“

Von Celina Aniol

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