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Verein stellt alten Dreschkasten vor

Herzberg Verein stellt alten Dreschkasten vor

Zum großen Erntefest der Neuruppiner Ortsteile in Radensleben will der Verein der Freunde alter Landtechnik einen etwa 100 Jahre alten Dreschkasten in Aktion präsentierten. Noch wird an dem guten Stück gewerkelt. Das Getreide für den Kasten ist bereits gemäht.

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Lutz Maslowski (l.) und Jörg Zellmer arbeiten auf Hochtouren am Dreschkasten.

Quelle: Regine Buddeke

Herzberg. Das Erntefest der Neuruppiner Ortsteile in Radensleben rückt immer näher. Das heißt für die „Freunde alter Landtechnik und Traktoren“ (Falut), sich zu beeilen. Denn an diesem Tag wollen sie ihr Quentchen beisteuern und einen alten Dreschkasten in Aktion präsentieren. An dem schrauben sie schon eine ganze Weile herum. Immer donnerstags treffen sie sich in einer Fahrzeughalle in Herzberg, arbeiten an den alten Treckern oder der Landtechnik, die sie gerade wieder zum Laufen bringen wollen. Dazu wird geklönt, getüftelt und gegrillt. Schraubergespräche eben.

„Wir sind schon voll in die Puschen gekommen“, verrät Vereinschef Peter Herzog. Vor 14 Tagen erst habe man mit Kind und Kegel, Trecker und Mähmaschine ein Feld der Strubenseer Firma Metz ab­ernten dürfen. „Das Getreide brauchen wir dann, um es beim Erntefest vor Ort zu dreschen“, erklärt er. Mit einem alten Eicher-Traktor, der über einen Mähbalken verfügt, hat Tino Herzog die gesponserte Fläche Roggen gemäht. Die Mahd wurde von den Männern des Vereins zusammengeharkt, von den Frauen zu Garben gebunden und auf dem Hänger gestapelt. Der steht jetzt unter einem Schleppdach in Seebeck, wo das Korn weiter trocknen und reifen kann.

Die Frauen haben die Mahd zu Garben gebunden

Die Frauen haben die Mahd zu Garben gebunden.

Quelle: privat

Außerdem will der Verein auch eine historische Schrotmühle zeigen. Beide Landwirtschaftsgeräte von anno dunnemals werden mit einem Traktor angetrieben. „Aber von denen werden wir sowieso ein paar mitbringen“, so Herzog. Damit Dreschkasten und Schrotmühle auch ein wenig historischen Hintergrund haben. Der Dreschkasten ist immerhin schon um die 100 Jahre alt, bei der Schrotmühle kann es Herzog gar nicht genau sagen. „Wir haben noch keinen Hinweis darauf gefunden. Ich würde mal sagen: uralt“, schätzt er und lacht. Auch der Kramer Allesschaffer wird in Radensleben mit dabei sein – an dem werkeln die Vereinsmitglieder ebenfalls schon eine Weile.

Auch der alte Backofen in Radensleben soll am 17. September zum Erntefest wieder zum Einsatz kommen. „Wir haben den schon probeweise angefeuert“, so Herzog. Wir – das bezieht sich auf Peter Herzogs Bruder Tino, der in Radensleben eine Bäckerei betreibt und somit der Experte schlechthin für den Ofen ist.

Viele der Mitglieder sind in Radensleben zu Hause

Schon vor einiger Zeit haben die Falut-Mitglieder signalisiert, dass sie mit Mann und Maschine das Erntefest bereichern wollen. „Viele unserer Mitglieder sind ja auch aus Radensleben – insofern liegt das nahe“, so Herzog. Außerdem sei solch ein Erntefest geradezu prädestiniert, um die alte Technik zu zeigen. Beim Festumzug treten viele Dörfler und Vereine in historischen Kostümen an, die alte Landtechnik schönt das historische Ambiente noch zusätzlich.

Die Vereinsmitglieder haben indes auch schon die nächste große Veranstaltung im Visier. Für den 1. Oktober organisieren sie auf dem Gelände der Herzberger Baugenossenschaft – bekannt durch regelmäßige Trödelmärkte – erstmalig eine Verkaufs-und-Tausch-Börse für Trecker und Traktorenteile. „So etwas gibt es, soweit ich weiß, in den neuen Bundesländern überhaupt noch nicht“, sagt Peter Herzog, der damit Treckerfreunde aus der Region anziehen will. „Es soll kein üblicher Trödelmarkt sein, sondern sich nur um Traktoren drehen“, so der Treckerfan, der für seine eigenen und die Vereinsschätzchen auch immer auf der Suche nach passenden originalen Ersatzteilen ist, Freud und Leid des Treckerschraubers also lebhaft nachvollziehen kann.

„Ob einzelne Schraube, Schlachtobjekte oder ganze Trecker: Man kann alles anbieten“, wirbt Herzog. Dann wird vielleicht auch irgendwann der alte Famulus fertig, den Vereinsmitglieder im vergangenen Herbst von einer Wiese abgeschleppt haben, in die er schon halb eingewachsen war. Zumindest das Baujahr 1962 haben die Vereinsmitglieder schon herausbekommen, nachdem mit viel Benzin das Typenschild von der Kruste aus Öl und Dreck befreit war. Die nächste Aufgabe, jetzt, wo der Dreschkasten fast fertig ist.

Von Regine Buddeke

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