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Verein trommelte Dorf zusammen

Maibaumaufstellen in Heiligengrabe Verein trommelte Dorf zusammen

Vor zwei Jahren trat der Verein „Dorfleben Heiligengrabe“ beim Aufstellen des Maibaums erstmals öffentlich in Erscheinung. Nun folgte die dritte Auflage dieses Festes und erreichte wieder viel Zuspruch. Dennoch ist die Herkunft dieses Brauches den Vereinsmitgliedern bislang nicht geläufig.

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Der fünfjährige Bennet auf dem Weg hinauf zu den Süßigkeiten.

Quelle: Christamaria Ruch

Heiligengrabe. Lennox und Bennet stehen in den Startlöchern und schauen immerfort gen Himmel. Fünf Meter über ihnen hängt der geschmückte Kranz und hält einige Überraschungen bereit. Doch die mit bunten Bändern umflochtene Eisenstange erweist sich als Hürde auf dem Kletterweg nach oben. Lennox fackelt nicht lange und legt die Stange frei. Die Bänder fallen in Schnipseln herab. Wenig später ist der Achtjährige am Ziel und pflückt sich die ersten Süßigkeiten aus dem Festbaum. Sein fünfjähriger Bruder folgt ihm und holt sich ebenfalls einige Bonbons aus dem Maibaum.

Für die Mitglieder vom Verein „Dorfleben Heiligengrabe“ markiert das Aufstellen eines Maibaumes in ihrem Ort den Beginn ihrer öffentlichen Aktivitäten. Was vor zwei Jahren mit gut 150 Gästen begann, setzte sich am Samstag Abend in ähnlicher Weise fort. Zum dritten Mal folgten Einwohner und Besucher aller Altersgruppen der Einladung zum Feiern auf dem Spielplatz Am Spatzenberg. „Dieser Platz hat eine schöne zentrale Lage im Ort und vor längerer Zeit hatten wir hier zu einem ersten Wohngebietsfest eingeladen“, erinnert sich Ortsvorsteher und Vereinsmitglied Ulf Bumke. Die verkehrsberuhigte Lage punktet genauso wie das weiträumige Areal.

Britta Bartel begleitete auf der Gitarre den Festumzug mit dem Maibaum

Britta Bartel begleitete auf der Gitarre den Festumzug mit dem Maibaum.

Quelle: Christamaria Ruch

Bereits am Freitag flocht Bernd Michael den Kranz mit einem Durchmesser von 2,5 Meter. Am Abend folgten dann die Frauen aus dem Verein und flochten die gut 80 mit Süßigkeiten und anderen Überraschungen geschmückten Bänder in den Kranz. Zum ersten Mal mischten nun Regina Mundt und Gisela Szramek als Vereinsmitglieder mit. Sie traten in diesem Jahr dem Verein bei; schnupperten aber zuvor schon Vereinsluft. „Wir haben gesehen, welche Angebote hier für alle Generationen vorbereitet werden“, sagten Mundt und Szramek einmütig. „Letztes Jahr haben wir bei der Frauentagsfeier eingebracht“, ergänzte Mundt. Beide Frauen sind im Rentenalter und sehen in der Vereinsarbeit eine sinnvolle Freizeitgestaltung. „Jeder kann sich im Verein einbringen und je nach Kräften mitwirken“, sagte Mundt.

Unterdessen greifen vier jüngere Frauen den Kranz und tragen ihn den Spatzenberg in Richtung Spielplatz. Zwei Männer folgen mit der Maibaumstange und immer mehr Einwohner schließen sich dem Festzug an. Britta Bartel greift derweil in die Saiten ihrer Gitarre und stimmt Volkslieder an. Und spätestens an dieser Stelle knüpft der Verein an die Bräuche und Traditionen aus alter Zeit an. Denn das Maibaumaufstellen mit einem Festumzug ist ein alter germanischer Brauch, bei dem der Baum die Fruchtbarkeit symbolisierte. Auch wenn von den Vereinsmitgliedern niemand die Herkunft dieses Festes weiß, liegen sie richtig. Denn damals wie heute eint so eine Tradition die Einwohner.

Gertrud Ryll, Tochter Claudia Korth und die beiden Enkelsöhne Lennox und Bennet reihten sich schon im letzten Jahr beim Maibaumaufstellen ein. „Die Angebote des Vereins sind gut und alle geben sich viel Mühe – da kommen wir doch gerne“, sagte Ryll. Doch auch in Zaatzke oder Sewekow pflegten Einwohner am Wochenende diese Tradition.

Von Christamaria Ruch

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