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Ostprignitz-Ruppin Verfahren gegen Lindower geht weiter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Verfahren gegen Lindower geht weiter
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00:18 25.04.2016
Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Neuruppin gegen mutmaßlichen Drogendealer geht weiter. Quelle: dpa
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Neuruppin

Sie hatte Angst, vor Gericht auszusagen. Und sie traut sich nicht mehr, aus dem Haus zu gehen. „Die Angst ist immer da“, sagte die 21-jährige Janine K. am Freitag, seit ihr Mann Sebastian vor der Polizei und dem Gericht ausgepackt und mit seiner Aussage den 37-jährigen Mario G. aus Lindow als mutmaßlichen Drogendealer schwer belastet hat.

Verteidigung will neue Zeugen hören

Mario G. wurde im Oktober vergangenen Jahres festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwischen Ende Dezember 2014 und Oktober 2015 mit insgesamt 84 Kilogramm Marihuana gehandelt zu haben. Seit dem 4. April steht der Lindower vor dem Landgericht Neuruppin. Er selbst schweigt zu den Vorwürfen. Die Anklage fußt großenteils auf den Angaben von Sebastian K. und seiner Mutter. Umso mehr sind die Prozessbeteiligten auf die Glaubwürdigkeit der Zeugen angewiesen. An der hat die Verteidigung so ihre Zweifel. Um die zu untermauern, beantragte sie, weitere Zeugen zu hören wie den Vater des Hauptbelastungszeugen und dessen jetzige Lebensgefährtin, aber auch den ehemaligen Ausbilder von Sebastian K. Der will ­seine Ausbildung abgebrochen haben, weil er gemobbt wurde. Die Verteidigung dagegen sprach davon, dass ­Sebastian K. krank­heitsbedingt so oft gefehlt habe, dass der Vertrag deshalb aufgehoben worden sei.

Am Freitag wurde Janine K. gehört. Die 21-Jährige konnte nur wenig dazu sagen, welche Rolle ihr Mann bei den angeblichen Drogengeschäften gespielt hat. Sie hatte zwar mit bekommen, dass im Oktober 2015  Mario G. jeweils in Begleitung eines anderen Mannes auf den Hof der Schwiegermutter kam und mit Sebastian reden wollte. Worüber hat sie erst im Nachhinein erfahren. Dass Mario G. angeblich 20 000 Euro und Drogen haben wollte, die ihr Mann unterschlagen haben sollte. Und dass, falls nicht gezahlt würde, das Haus „abgefackelt“ würde.

Freundin des Angeklagten soll versucht haben, Zeugen zu beeinflussen

Nachdem ihre Schwiegermutter in der vergangenen Woche vor Gericht ausgesagt hatte, soll laut Janine K. die Lebensgefährtin des Angeklagten vor der Tür gestanden und nach Sebastian gefragt haben. Sie ließ sich nicht aufhalten, auch nicht, als Sebastian’s Mutter kam und sie aus der Wohnung jagen wollte. Die junge Frau soll versucht haben, ­Sebastian K. dahingehend zu beeinflussen, dass er seine die ­Aussage zurück nehmen und die Schuld auf sich nehmen solle. Das tat er nicht, sondern erstattete Anzeige.

Janine K. waren in jüngster Zeit „drei Glatzköpfe“ aufgefallen, die sich, für sie verdächtig, vor ihrem Haus aufhielten und auch vor dem Grundstück der Schwiegermutter auftauchten. Dazu, ob ihr Mann Drogen nimmt, über ihre finanziellen Verhältnisse und einiges mehr, konnte Janine K. nur wenig sagen. „Mich wundert, was Sie alles nicht voneinander wissen“, sagte Verteidiger Uwe Raddatz.

Die angebliche Zeugenbeeinflussung gehe nicht auf das Konto seines Mandanten. Der habe sich bei dem unangekündigten Besuch seiner Freundin auf dem Weg vom Gericht ins Gefängnis befunden, so Verteidiger Tzschoppe. Trotzdem ist Mario G. der Leidtragende. Er darf nicht mehr mit seiner Lebensgefährtin telefonieren.

Am 4. Mai wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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