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Ostprignitz-Ruppin Verfahren gegen den Schlachter eingestellt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Verfahren gegen den Schlachter eingestellt
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18:04 26.02.2018
In dem einen Fall hat Justitia jetzt entschieden, zu den Vorwürfen der Korruption wird noch ermittelt. Quelle: DPA
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Neuruppin

Erleichtert hat am Dienstag André W. das Amtsgericht in Neuruppin verlassen. Der 34-Jährige war angeklagt, weil er im August 2016 in der Hakenberger Fleisch-Gesellschaft (Hafleg) einen knapp 1000 Kilo schweren Bullen, der zum Schlachten angeliefert worden war, mehrfach unzulässigerweise mit einem Elektroschocker traktiert haben soll. Damit habe er gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, so die Staatsanwältin. Der Bulle habe vor Schmerzen gebrüllt.

Fleischer arbeitet jetzt an einer Berufsschule

W. räumte ein, dass der Bulle gebrüllt hat – allerdings habe dies das Tier schon getan, als es angeliefert wurde, und nicht erst, als W. den elektrischen Viehtreiber „zwei- oder dreimal“ eingesetzt habe. „Der Bulle war schon bei der Anlieferung sehr unruhig und nervös“, so W. Der verantwortliche Fleischermeister in Hakenberg, der seit Oktober 2014 bei der Hafleg arbeitete, war davon keinesfalls überrascht. „Viele Tiere werden in der neuen Umgebung und wegen der anderen Gerüche noch nervöser“, sagte W. Für ihn war es ein ganz normaler Schlachttag – allerdings mit damals nicht absehbaren Folgen. Denn einen Monat später wurde er fristlos gekündigt – weil er gegen die Tierschutzbestimmungen der Hafleg verstoßen habe. W. bestreitet das. Vor dem Arbeitsgericht wurde die fristlose Kündigung zwar kassiert, doch in Hakenberg arbeitet W. längst nicht mehr. Er ist inzwischen an der Berufsschule in Zehdenick tätig.

Beim Sprung aus dem Hänger verletzt

Auch Richter Frank Jüttner tat sich am Dienstag schwer mit den Vorwürfen, die gegen W. erhoben worden waren – zumal W. bereitwillig und ausführlich alle Fragen zum Umgang mit den Schlachttieren in Hakenberg beantwortete. So erzählte W. auch von einem Vorfall, bei dem sich ein Bulle, der beim Abladen vom Hänger gesprungen war, ein Hinterbein gebrochen hatte und deshalb sofort getötet werden musste. W. räumte ebenfalls freimütig ein, dass er mehrfach eine andere Meinung gehabt habe als der für die Hafleg eingeteilte Tierarzt.

Mit dem Elektroschocker bearbeitet

Dieser schilderte den Vorfall mit dem knapp 1000 Kilo schweren Bullen allerdings etwas anders. Demnach soll W. das Tier mehr als zwei- oder dreimal mit dem Elektroschocker bearbeitet und den Bullen zudem mit Schimpfworten bedacht haben. Ein „stressfreies und entspanntes Schlachten“, das die Hafleg eigentlich anstrebe, sei das in diesem Falle nicht gewesen, so der Tierarzt.

Ein Fall für das Gericht war das wohl aber dennoch nicht. Nach einem Rechtsgespräch zwischen Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidigung verkündete Richter Jüttner, dass das Verfahren gegen W. gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 200 Euro eingestellt werde.

Ermittlungen gegen Tierarzt und Geschäftsführer

Die Neuruppiner Staatsanwaltschaft hat indes am Dienstag bestätigt, dass sie gegen den Amtstierarzt sowie gegen den Hafleg-Geschäftsführer ermittelt. Es gehe dabei um den Vorwurf der Vorteilsannahme auf der einen sowie der Vorteilsgewährung auf der anderen Seite. Konkret soll der Arzt ein Darlehen in vierstelliger Höhe von dem Unternehmen erhalten haben. Zudem soll er von der Firma regelmäßig zu Weihnachten und zum Erntedank Gutscheine für den Hofladen bekommen haben.

Die Anzeige ist demnach im September 2016 erstattet worden. Ob sich die Vorwürfe erhärten werden, sei noch unklar, denn die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, hieß es. Im Moment müssen die Staatsanwälte noch Unterlagen auswerten und Zeugen befragen. Das werde einige Monate dauern. Laut der Korruptionsabteilung ist das Verfahren zwar von der Summe her nicht riesig. Trotzdem hat es Bedeutung. Hinweise auf Amtsmissbrauch gebe es zwar häufiger, in der Regel seien diese aber anonym – anders als in diesem Fall.

Von Andreas Vogel und Celina Aniol

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