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Ostprignitz-Ruppin Verfolgungsjagd in Freyenstein
Lokales Ostprignitz-Ruppin Verfolgungsjagd in Freyenstein
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20:45 08.04.2016
Kurze Pausen werden zum Ausruhen genutzt. Schließlich musste viel gelaufen werden. Quelle: FotoS (3): Björn Wagener
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Freyenstein

Ein glatzköpfiger Mann in weißem Shirt und Jeans rennt durch die Alte Burgstraße in Freyenstein. Verfolgt wird er von ein paar Typen im abgerissenen Military-Look, mit Baseballschlägern in der Hand und zum Teil zerschundenen Gesichtern. Zu befürchten haben aber weder der Flüchtende noch seine Verfolger etwas. Denn ihnen allen folgt ein Kamerawagen. Das Ganze ist ein Videodreh. Ein paar Mal müssen die Darsteller die Szenerie wiederholen. Das schlaucht.

Pause am Straßenrand

Wenig später legen sich einige von ihnen deshalb einfach auf den Rücken an den Straßenrand. „Ich bin seit 4 Uhr auf den Beinen“, meint einer und genießt etwas die Sonne, während er sich ausruht. Die Straße ist voller

Dreharbeiten auf der Alten Burgstraße in Freyenstein. Quelle: Björn Wagener

Menschen, diversen Gerätschaften und Kameras. Immer wieder sind amerikanische Wortfetzen zu hören. Sämtliche Anweisungen werden in Englisch gegeben, zum Teil auch mit einem Megaphon. Das lässt einige Anwohner aufhorchen und aus den Fenstern schauen: „Reset – one more“, heißt es etwa, wenn alle wieder in Ausgangsposition zurück sollen. Wer nicht zur Crew gehört, muss etwas aufpassen, sonst fängt er sich schon mal ein „Behind the Camera!“ ein. Schließlich sollen nur diejenigen zu sehen sein, die auch ins Video gehören.

Geheimnis um Song-Titel

Am Mittwoch und Donnerstag rückt eine 40-köpfige Filmcrew der Firma Iconoclast Germany GmbH in Freyenstein an. Es ist kurz nach 16 Uhr. Man ist spät dran. Produzent Alexander Geppert hat eigentlich keine Zeit für l

Immer wieder mussten die Schauspieler eine Verfolgungsjagd darstellen. Quelle: Björn Wagener

ange Erklärungen, fasst dann aber doch das wichtigste zusammen: In den Straßen des Wittstocker Ortsteils wird das Musikvideo für den neuen Titel des amerikanischen Rappers und Hip-Hoppers Mykki Blanco gedreht. Wie der Song heißt, werde noch nicht verraten. Auch um die Story wird noch ein Geheimnis gemacht. Offenbar spielt aber Rechtsradikalismus und Antifaschismus eine Rolle. Nur so viel: Das Stück Musik werde 3,51 Minuten lang sein. „Wir drehen hier vor allem Verfolgungsjagden und kleinere Schlägereien“, erzählt Geppert.

Keine Neonreklame als Vorteil

Es sei nicht nur ein klassisches Video, sondern eher ein Kurzfilm, der auch einen künstlerischen Anspruch habe. Umgesetzt werde das Projekt mit einer bunt zusammengecasteten Truppe von Schauspielern und Komparsen aus Schweden, Deutschland, den USA und Frankreich. Warum ausgerechnet Freyenstein als Drehort ausgewählt wurde, beschreibt Gepperts Kollege Jannis Birsner so: „Die Häuser sind noch nicht mit Neon-Reklame verschandelt. Die Umgebung soll in keinem bestimmten Kontext stehen, sondern zeitlos sein. Das hätten wir in Berlin nicht machen können.“ Die Internet-Recherche nach geeigneten Orten habe dann Freyenstein ergeben. Vor etwa einem halben Jahr sei der Drehort gescoutet, also auf Eignung geprüft worden. Dabei entstanden nicht nur in der Ortsmitte Aufnahmen, sondern auch auf einem Hof zwischen Freyenstein und Neu Cölln. Im Land Brandenburg habe man schon einige Male gedreht, aber meistens seien die Filmleute von Iconoclast doch eher im näheren Berliner Umland unterwegs, sagt Geppert.

Blanco zeigt sich kooperativ

Mykki Blanco, so hatte der Produzent schon zuvor angekündigt, wolle kein Interview geben. Auch Fotos von ihm seien eher unerwünscht – bestenfalls aus der Ferne. Auf die direkte Frage, ob er vielleicht doch für ein Zeitungsfoto zur Verfügung stünde, reagiert Blanco aber locker: „Ja,

Mykki Blanco wartet auf seinen nächsten Einsatz. Quelle: Björn Wagener

natürlich. Soll ich aufstehen oder sitzenbleiben?“, fragt er kooperativ, während er an einer Hauswand lehnt. Der 30-Jährige ist groß, sehr schlank mit langen Haaren und trägt eine Militär-Kluft. In dieser Region sei er zuvor noch nie gewesen. Aus New York ins kleine Freyenstein – wie sich das anfühlt? „Village Feeling“, sagt er nur, während er von der Crew schon wieder zur nächsten Szene gerufen wird. Dörflich geht es in Freyenstein tatsächlich zu. Auch Ortsvorsteher Manfred Engel lässt sich einmal kurz mit dem Fahrrad am Set blicken. Er finde es gut, dass in Freyenstein ein Musikvideo gedreht wird. Das sei doch mal etwas Besonderes.

Laut Jannis Birsner sei das Video ausschließlich für den Online-Bereich vorgesehen und Mitte oder Ende Mai herauskommen – zunächst nur beim amerikanischen Musikmagazin „The Fader“, später werde es aber voraussichtlich auch auf Youtube zu sehen sein.

Von Björn Wagener

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