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Vergessenen Stifterstein freigelegt

Wittstock Vergessenen Stifterstein freigelegt

Beim Frühjahrsputz des Stadtmauervereines zusammen mit dem Sportverein der Baulöwen kam ein Überraschungsfund zum Vorschein. Unter wucherndem Grün befand sich der vergessene Stifterstein des Jahn-Friesen-Körner-Denkmals. Er war im Jahr 1913 gestaltet und errichtet worden.

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Jeder packte mit an, um Efeu und Dreck vom Denkmal des Wittstocker Künstlers Georg Marschall zu beseitigen.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Wittstock. Den scheinbar aussichtslosen Kampf gegen wuchernden Wildwuchs, Dreck und gefährlichen Glasbruch haben am Sonnabend 21 Vereinsfreunde mit Familienangehörigen vom Wittstocker Stadtmauerverein und dem Sportverein der Baulöwen in einer zweistündigen Frühjahrsputzaktion klar gewonnen.

Traditionell hatten sich die Mitglieder der beiden Vereine aus Wittstock zum gemeinsamen Vorgehen in der neuerlichen Frühjahrsputzaktion in diesem Jahr verabredet. Ihr Angriffsziel war jedoch nicht die Stadtmauer und der dort schädigende Wildwuchs, sondern das Friesen-Jahn-Körner-Denkmal auf der Wallanlage beim Gröpertor in Wittstock. „Wir sind als Mauerverein damit satzungskonform. Laut Satzung haben wir uns für den Erhalt der historischen Stadtmauer mit der Wallanlage und dazu gehörenden Bauten verpflichtet.“, sagt Vorsitzender Jürgen Pawlitta vom Förderverein Historische Stadtmauer Wittstock.

Das Jahn-Friesen-Körner-Denkmal war inzwischen schon fast unsichtbar für Spaziergänger geworden. Es war im Jahr 1913 gestaltet und erbaut worden von dem Wittstocker Bildhauer und Maler Georg Marschall (geb. 18. August 1871, gest. 26. Januar 1956). Gestiftet hat es der Männerturnverein Wittstock 1813 zur Erinnerung an den Befreiungskampf von der napolonischen Fremdherrschaft aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des MTV Wittstock im Jahr 1913.

Selbst die über drei Meter hohen drei Findlinge mit den Bronzebildnissen der damaligen Freiheitskämpfer Friesen, Jahn und Körner wurden bereits von dem alles überwuchernden Efeu befallen. Dass am Fuß des mittleren und größten Findlingsteines ein weiterer Felsstein mit den Daten der Stifter, dem Männerturnverein Wittstock als Fundament vorgelagert ist, wussten selbst die am Arbeitseinsatz am Sonnabend Beteiligten nicht mehr. Groß war ihre Überraschung, als dieser Stein hinter der zähen und mühevoll weggerissenen Efeuschicht wieder zutage trat. Um so gründlicher und liebevoller wurde der zum Abschluss der Putzaktion noch abgefegt.

Der Stifterstein ist nun wieder zu betrachten

Der Stifterstein ist nun wieder zu betrachten.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Stadtmauervereins-Vorsitzender Jürgen Pawlitta freute sich über die 21-köpfige starke Aktionsbeteiligung der Vereinsfreunde vom Volleyball-Sportverein Baulöwen Wittstock und den Mauervereinsmitgliedern mit ihren Familienangehörigen.

Mit dieser starken Mannschaft war das anfangs unmöglich Geglaubte innerhalb von zwei Arbeitsstunden erledigt: Das große Denkmalensemble ist komplett freigelegt. Jeder Wallspaziergänger erfährt nun auch den Entstehungsursprung Dank des lesbaren Stiftersteins.

Eckhard Leest von den Mauervereinsfreunden hatte rechtzeitig vom Erd- und Wasserbau Wittstock einen 30 Kubikmeter fassenden Container für den Abfall zu diesem Arbeitseinsatz bereitstellen lassen. Diese Größe war dann auch nicht übertrieben, mehr als 25 Kubikmeter Grünmaterial wurden vom Denkmal geholt und ein ganzer Efeuberg vom Hang des Wallgrabens am Weg zum Denkmal zusätzlich beseitigt.

Außerdem hatte eine Dreier-Gruppe direkt an der Stadtmauer am Gröpertor schädigenden Wildwuchs beseitigt und in den Container verfrachtet, der am Ende des Arbeitseinsatzes fast voll war.

Vier Säcke mit gefährlichem Glasbruch

Dazu kamen vier größe Säcke voll gefährlichen Glasbruchs, der im Efeugestrüpp zwischen und vor den Denkmalfindlingen lag. Offenbar hatten in der Vergangenheit viele Trinker ihr Glasleergut an Ort und Stelle zerschlagen.

Für die Helfer bei diesem Arbeitseinsatz am Sonnabend war es nicht ungefährlich, die Scherbenberge herauszusammeln und getrennt zu entsorgen.

Alles ist gut gegangen, das Ergebnis sehenswert. Erfolgreich und zufrieden machten sich die inzwischen hungrigen Helfer auf den Weg zum Marktplatz, um sich dort mit einem ordentlichen Schlag Erbsensuppe aus der Gulaschkanone zu stärken.

Von Gerd-Peter Diederich

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